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Full text : 6, 1883

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Die  im  Vorstehenden  enthaltenen  Untersuchungen  über  die  Ergebnisse  der  drei  letzten  in  den  Jahren
1880—81,  1881—82  und  1882—88  auf  der  Seewarte  abgehaltenen  Konkurrenz  -  Prüfungen  liefern,  unserer
Ansicht  nach,  in  Verbindung  mit  den  vorhergehenden  Prüfungen  den  Beweis,  dass  die  Präzisionsuhren-Fabrikation
  in  Deutschland  sich  seit  Einführung  dieser  Konkurrenzen  ganz  bedeutend  gehoben  hat,  und
gegenwärtig  im  Stande  ist,  bisher  auf  diesem  Gebiete  als  nicht  erreichbar  Erachtetes  auszuführen.  Nicht  nur,
dass  die  vorzüglicheren  unter  den  in  den  letzten  Jahren  untersuchten  Uhren  die  zu  den  früheren  Prüfungen
eingelieferten  Chronometer,  was  die  Vollendung  der  Kompensation,  die  Regelmässigkeit  des  Ganges  und
die  Beseitigung  der  Acceleration  anbelangt,  übertreffen,  auch  der  Prozentsatz  der  ein  gelieferten  minderwerthigen
  Uhren  hat  sich  stetig  vermindert,  und  es  haben  sich  unter  den  bei  der  letzten  Prüfung  untersuchten ­
  Uhren  nur  wenige  befunden,  bei  welchen  die  Konstruktion  als  verfehlt  oder  sonstwie  mangelhaft
zu  bezeichnen  war.
Wir  haben  uns  bei  diesen  Untersuchungen  wiederum  der  Villarceau’sehen  Gangformel  bedient,  deren
Anwendung  allerdings  voraussetzt,  dass  die  an  den  Chronometern  angebrachten  Kompensations-Einrichtungen
derartige  sind,  dass  ihre  Einwirkung  auf  den  Gang  als  eine  kontinuirliche  betrachtet  werden  darf.  Dieses
ist  aber,  wie  bereits  früher  von  uns  hervorgehoben,  bei  den  mit  Hülfskompensation  versehenen  Chronometern ­
  streng  genommen  nicht  der  Fall  und  es  ist  somit  eine  direkte  Vergleichung  zwischen  den  Leistungen
dieser  Chronometer  mit  den  mit  der  gewöhnlichen  Kompensations-Unruhe  versehenen,  bei  Anwendung  der
Villarceau’schen  Formel,  nur  unter  gewissen  Einschränkungen  statthaft.  Trotzdem  geht  aber  auch  aus
der  diesmaligen  Untersuchung  wieder  hervor,  dass  bei  den  vorzüglicheren  unter  den  mit  Supplement-Kompensation
  versehenen  Chronometern,  die  Diskontinuitäten  im  Gange  nur  verschwindend  kleine  Beträge
erreichen,  und  dass  die  Anforderungen,  welche  die  Gangformel  an  die  Stetigkeit  des  Ganges  stellt,  auch
von  diesen  im  vollsten  Maasse  Genüge  geleistet  wird.  Es  darf  aber  bei  diesen  Präzisionsuhren  nicht  ausser
Acht  gelassen  werden,  dass  bei  der  Zartheit  der  an  der  Unruhe  angebrachten  Hülfsarme,  welche  nur  bei
bestimmten  Temperaturen  einzuwirken  bestimmt  sind,  besondere  Sorgfalt  auf  ihre  Behandlung  verwandt
werden  muss,  und  dass  namentlich  eine  Reinigung  und  Erneuerung  des  Oels  bei  ihnen  häufiger  als  bei  den
gewöhnlichen  Chronometern  stattzufinden  bat.  Es  ist  dieses  ein  Umstand,  welcher  von  den  Schiffsführern
oft  nicht  hinreichend  berücksichtigt  wird,  und  dann  die  Leistungen  der  Uhr  erheblich  beeinträchtigt  und
zu  kostspieligen  Reparaturen  Veranlassung  geben  kann,  indem  bei  zu  starker  Verdickung  des  Oels,  die
beweglichen  Supplemente  leicht  an  der  Unruhe  festkleben  und  in  Folge  dessen  ihre  Dienste  versagen  können.
Die  vorliegenden  Untersuchungen  gewähren  selbstverständlich  nur  ein  Urtheil  über  die  Leistungen  der
Uhren  innerhalb  des  Zeitraumes  ihrer  Prüfung  auf  dem  Lande  und  an  einem  festen  Aufstellungsorte,  während
bekanntlich  manche  Chronometer,  in  Folge  der  Schwankungen,  die  sie  auf  See  zu  erleiden  haben  und  der
Erschütterungen,  denen  sie  beim  Einnehmen  und  Löschen  der  Ladungen  ausgesetzt  sind,  ihren  Gang  ändern
und  einen  sogenannten  Seegang  annehmen.  Es  wäre  sehr  zu  wünschen,  wenn  die  Schiffsführer  sich  dazu
entschliessen  wollten,  jede  Gelegenheit,  die  ihnen  während  der  Reise  zur  Kontrolle  des  Standes  der
Chronometer  durch  genaue  Beobachtungen,  sei  es  von  Zeitballsignalen,  korrespondirenden  Sonnenhöhen,
Messungen  von  Distanzen  auf  beiden  Seiten  des  Mondes,  wie  auch  Sternbedeckungen,  geboten  wird,  zu
benutzen,  sowie  auf  See  ein  nach  unseren  Angaben  entworfenes  Chronometer-Journal  zu  führen  und  nach
Beendigung  der  Reise  der  Seewarte  einzuliefern.  Trotz  aller  von  uns  dahin  gerichteten  Bemühungen,  sind
die  uns  bisher  gewordenen  Angaben  über  das  Verhalten  der  auf  dem  Institute  geprüften  Chronometer  später
auf  See,  namentlich  in  Folge  der  an  Zahl  unzureichenden  und  durch  zu  grosse  und  ungleiche  Zeitintervalle
getrennten  Standbestimmungen,  zu  ungenügender  Art  gewesen,  als  dass  wir  dieselben  in  den  Bereich  unserer
Untersuchungen  mit  hätten  hineinziehen  können.  Eine  Einlieferung  solcher,  auf  den  Stand  und  Gang  der
Chronometer  während  ihrer  Seereisen  bezüglichen  nach  einem  Systeme  geordneter  Daten  in  möglichst  ausführlicher ­
  Weise,  kann  uns  allein  in  den  Stand  setzen,  die  Eigenschaften  der  Chronometer  für  ihren  eigentlichen ­
  Gebrauch  auf  See  festzustellen,  und  der  Abtheilung  es  ermöglichen,  den  Fabrikanten  bestimmte
praktische  Rathschläge  für  die  Anfertigung  der  Chronometer  für  die  Zwecke  der  Seeschifffahrt  zu  geben.
Es  mag  mit  Rücksicht  auf  diesen  Gegenstand  auf  die  verschiedenen  Veröffentlichungen  der  Seewarte
und  insbesondere  auf  den  Abschnitt  XIII  im  Segelhandbuch  für  den  Atlantischen  Ozean:  „Das  Schiffs-Chronometer,
  dessen  Gebrauch  und  Behandlung  auf  See“,  Seite  341—352,  hingewiesen  werden.  Nur  wenn.
            
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