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An der sechsten innerhalb der Tage von 1882 Oktober 4 bis 1883 April 2 veranstalteten Konkurrenz-
Prüfung nahmen 7 deutsche Fabrikanten durch Einlieferung von im Ganzen 25 von ihnen angefertigten
Marine-Chronometern Theil. Die Chronometer wurden jeden zweiten Tag um 10 Uhr vormittags durch den
Abtheilungs-Assistenten Herrn Dr. Battermann mit der Normaluhr auf chronographischeiA Wege verglichen,
ausserdem wurde von dem Observator der Sternwarte Herrn Leitzmann an jedem Dekadentage zwischen
10 und 11 Uhr vormittags eine zweite unabhängige Vergleichung ausgeführt. Die zur Ermittelung des
Standes der Normaluhr nothwendigen Zeitbestimmungen wurden von Herrn Dr. Battermann am Passagen
instrumente der Sternwarte angestellt.
Das Verfahren bei der Prüfung schloss sich dem bisher befolgten genau an. Auf die Innehaltung der
Temperaturen wurde besondere Sorgfalt verwendet, und es betrug die niedrigste an den meteorologischen
Instrumenten abgelesene Dekaden-Temperatur 5.7°, die höchste 30.1°. Die Schwankungen in den Tages-
Temperaturen waren gleichfalls nur sehr geringe, es überstiegen die Differenzen der an den Maximum- und
Minimum-Thermometern abgelesenen Temperaturen für denselben Tag nur in seltenen Fällen den Betrag
von 1.5°, nur an zwei Tagen kamen grössere bis zu 4.5° ansteigende Unterschiede vor.
Die aus den Vergleichungen mit der Normaluhr resultirenden Gänge wurden zu lOtägigen Gangsummen
vereinigt und die betreffenden Beträge in die auf Seite 22—25 enthaltenen Gang-Tabellen I und II eingetragen.
Der Einblick in die Gang-Tabellen zeigt sofort, dass die mit den No. 1—13 bezeichneten Chronometer
wesentlich hervorragen, und dass ihr Verhalten bei der Prüfung ein „ausgezeichnetes“ gewesen ist. Ganz
besonders ist dieses bei den Chronometern No. 1 (M. Petersen No. 96) und No. 2 (M. Petersen No. 89)
der Fall, und es übertrifft bei No. 1 die Leistung, welche Herr Petersen mit seinem Chronometer erzielt
hat, sogar diejenige, welche von Herrn Ehrlich in der fünften Konkurrenz-Prüfung mit dem Chronometer
W. G. Ehrlich No. 389 erreicht wurde. Es scheint bei diesem Instrumente sowohl der Kompensations
fehler wie die Acceleration vollständig überwunden zu sein, und es unterscheiden sich die von dem Chrono
meter im Verlaufe der Prüfung gezeigten höchst geringen Gangschwankungen in den Dekadengängen nicht
von denjenigen, welche bei einer guten Pendeluhr noch als zulässig bezeichnet werden dürfen. Als von
gleichfalls hoher Vollendung muss Chronometer No. 2 bezeichnet werden; auch hier sind die vorliegenden
Abweichungen in den Gängen höchst gering. Dasselbe gilt im Allgemeinen auch von den nunmehr folgenden
Chronometern No. 3—13; bei den meisten scheint die Kompensation besonders gut gelungen zu sein, während
die kleinen Schwankungen wesentlich von der noch nicht vollständig überwundenen Acceleration herrühren.
Es folgen jetzt die Chronometer No. 14—17 mit den charakteristischen Zahlen 37,8—43,0 Sekunden,
denen das Prädikat „von besonderer Güte“ zukommen darf. Als „recht gut“, bezw. „gut“ sind die Chrono
meter No. 18—20 mit den Zahlen 49,1—52,2 Sekunden zu bezeichnen.
Die jetzt folgende Gruppe umfast die Chronometer No. 21—23 mit den Werthen A 2 B zwischen
59,1—61,6 Sekunden. Hier tritt der Einfluss einer nicht in allen Temperaturen gleichmässig wirkenden
Kompensation bereits in erhöhtem Maasse ein, doch dürfen diese Instrumente noch immer als für die Schiff
fahrt „brauchbar“ bezeichnet werden. Als in der Kompensation verfehlt, oder vielleicht auf dem Transport
bei der Einsendung beschädigt, sind die beiden Instrumente No. 24 und 25 zu betrachten.
Gehen wir jetzt zur Untersuchung des Verhaltens der Chronometer während der Prüfung mittelst der
Villarceau’schen Gangformel über. Bezeichnen wir, wie bei der fünften Konkurrenz-Prüfung, ~ mit»,
dg . x kd 2 g V2 d 2 g d 2 g
dé mit y ' mit mit —~
mit v, t’—t mit«, 6’—9 mit b, (6’—8) mit c, (f—t) mit d,
y, d02 — dt i — -» dtd0
(f—t) (6'—ff) mite, g—g' mit n, behalten wir ferner das Glied A g mit dem Faktor /’bei, so erhalten wir,
unter Annahme der Initial-Epoche t = 1883 Januar 7 und der Normal-Temperatur 9 — 15 Grad Celsius,
nachstehende 18 für sämmtliche Chronometer gültige allgemeine Bedingungs-Gleichungen:
1) 0 = n—90» — 0,2^ + 0,040 +81 u + 1,8t? +A</.
2) 0 = 77-80» + 5,0?/ + 25,010 +64u - 40,0t; + Ag.
3) 0 = 77— 70» 4- 9,9t/ + 98,01^ +49tí — 69,3t; + kg.
4) 0 = 77—60» -¡-15,1t/ +228,010 +36m — 90,6» + A¿/.
5) 0 = 77—50.» +15,It/ +228,010 +25w — 75,5t; +A</.
6) 0 = 77—40.» +10,07/ +100,000 +1677 — 40,0 t; +Aí/.
s — — 6,36
s — — 25,00
s — + 18,61
s = +129,51
s = +143,61
s = + 47,00