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An der fünften innerhalb der Tage Oktober 3 1881 bis April 1 1882 veranstalteten Konkurrenz-
Prüfung nahmen 7 deutsche und ein schweizer Fabrikant durch Einlieferung von im Ganzen 30 von ihnen
angefertigten Schiffs-Chronometern Theil. Die Chronometer wurden die Untersuchungszeit hindurch jeden
zweiten Tag um 10 Uhr Vormittags von dem Abtheilungs-Assistenten Herrn Ambronn mit der Normaluhr der
Sternwarte auf chronographischem Wege verglichen, ausserdem wurde von dem Observator der Sternwarte,
Herrn Dr. Schräder, an jedem Dekadentage zwischen 10 und 11 Uhr vormittags eine zweite unabhängige
Vergleichung ausgeführt, die zur Ermittelung des Standes der Normaluhr erforderlichen Zeitbestimmungen
wurden von Herrn Ambronn am Passagen-Instrumente der Sternwarte angestellt.
Das Verfahren bei der Prüfung selbst, schliesst sich genau an das bei der früheren beobachtete an. '
Besonders wurde grosse Sorgfalt auf die Innehaltung der Temperaturen verwendet, und es betrug die
niedrigste an den meteorologischen Instrumenten abgelesene Dekaden-Temperatur +3.7°, die höchste +30.9°.
Die Schwankungen in den Tages-Temperaturen waren gleichfalls sehr geringe, es überstiegen die Differenzen
der an den Maximum- und Minimum-Thermometern abgelesenen Temperaturen für denselben Tag nur in
seltenen Ausnahmen den Betrag von 1 Grad, nur am 23. Dezember und 21. Februar kamen grössere bis zu
4 Grad ansteigende Unterschiede vor.
Die aus der Vergleichung mit der Normaluhr sich ergebenden Gänge wurden zu zehntägigen Gang
summen vereinigt und die betreffenden Beträge in die auf Seite 12—15 enthaltenen Gangtabellen I und II
in der bereits früher angegebenen Weise eingetragen.
Man ersieht sofort, dass die vier ersten mit den Nummern 1 (W. G. Ehrlich No. 389), 2 (M. Gerlin
No. 985), 3 (W. Bröcking No. 991) und 4 (Gebr. Eppner No. 223) bezeichneten Chronometer durch die
äusserst geringen Schwankungen, welche sie in ihren Gängen während der Untersuchung gezeigt haben, sich
ganz besonders auszeichnen, und dass ihr Verhalten ein „vorzügliches“ gewesen ist. Namentlich ist
dieses bei No. 1 der Fall, und es ist die Leistung, welche der Verfertiger, Herr Ehrlich, mit seinem
Chronometer erzielt hat, eine geradezu erstaunliche und unseres Wissens bisher auf dem Gebiete der
Chronometer-Konstruktion noch nicht dagewesene.
Es folgen hierauf die Chronometer No. 5 — 16 mit den charakteristischen Zahlen 38,2—45,8 Sekunden,
denen bei der Vorzüglichkeit, mit welcher die Kompensation gelungen ist, das Prädikat „von besonderer
Güte“ gebührt. Als „recht gut“ und „gut“ sind ferner die Chronometer No. 17—21 zu bezeichnen, nur
dass die Werthe + + 2.B bereits anfangen, grössere Beträge bis zu 56 Sekunden anzunehmen. Die jetzt
folgende letzte Gruppe umfasst die übrigen Chronometer von No. 22—30. Während die ersteren derselben
bis No. 26 noch für die Zwecke der Schifffahrt als „brauchbar“ bezeichnet werden dürfen, zeigen sich bei
den letzten vier Uhren die Einwirkungen einer mangelhaften Kompensation, verbunden mit starker Accelera-
tion, in stetiger Zunahme begriffen, und es sind dieselben als in der Konstruktion verfehlt zu betrachten.
Gehen wir jetzt zur Untersuchung des Verhaltens der Chronometer während der Prüfung mittelst der
Villarceau’schen Gangformel über. Bezeichnen wir diesesmal, etwas abweichend von unserem
ch q cl cj ^ /2 3p 4 (] ^/1 6^^ Q Cl 2 q
früheren Verfahren, ^ mit x, ~ mit y, - mit 2, mit u, ^ mit v, t'—t mit a, 9'—emit b,
(9'—9) 2 mit c, it'—t) 2 mit d, (f—t) (6'—9) mit e, g—g' mit «, so dass die Grössen z, u, c und d den
t cl
früheren Werthen —■> 2c und 2d entsprechen, behalten wir ferner das Glied Ag mit dem Faktor / bei,
Li Li
so erhalten wir, unter Annahme der Initial-Epoche t — 1883 Januar 6 und der Normal-Temperatur
6 = 15 Grad Celsius, nachfolgende 18 für sämmtliche Chronometer gültige allgemeine Bedingungs
gleichungen.
1)
2)
3)
4)
5)
6)
7)
8)
0 = «—90a: + 0,4 y + 0,162 + 81tf — 3,6«+
0 — «—80a; + 5,2 y + 27,042 + 64?r. —41,6«+
0 — «—70a; +10,2 y +-104,042' +49 u —71,4«+
0 — «— 60a: +15,2 y +231,042- + 36« —91,2«+
0 = «—50 x +15,2 y +231,042' +25« —76,0«+
0 = «—40 a: +10,1 y +102,012 +16« —40,4«+
0 = «—30a: + 5,2 y + 27,04 2 + 9 u —15,6«+
0 = «—20a; + 0,2 y + 0,042 + 4« — 0,4«+
s = — 11,04
s = — 24,36
s — + 22,84
S — +132,04
s = +146,24
s = + 48,71
s = — 3,36
s = + 5,16