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Schwankungen in den Tages-Temperaturen waren gleichfalls sehr geringe, und es betrugen die Unterschiede
der an dem Maximum- und Minimum-Thermometer abgelesenen Temperaturen für denselben Tag im Durch
schnitt kaum 1°, nur am 24. März fand eine grössere Differenz von 3.1° statt.
Die aus den Vergleichungen mit der Normaluhr der Sternwarte abgeleiteten Gänge der einzelnen
Chronometer wurden zu lOtägigen Gangsummen vereinigt, und die Werthe selbst in die nachstehende auf
Seite 2—4 gegebene Gangtabelle I und II eingetragen.
Dem Konkurrenz-Ausschreiben der Direktion der Seewarte zufolge und den für die Ankäufe der Kai
serlichen Marine festgestellten Normen entsprechend, sollten die Chronometer, wie bisher, nach beendigter
Prüfung ihrer Güte nach so geordnet werden, dass dasjenige Chronometer, hei welchem der Unterschied
zwischen dem grössten und kleinsten lOtägigen Gang (Betrag .4) plus dem doppelten Betrage B der grössten
Schwankung im lOtägigen Gange von einem Intervall zum folgenden ein Minimum ist, den ersten Rang in
der Prüfungsliste einnehmen, und die anderen Uhren je nach der Zunahme der Summen dieser beiden
numerischen Werthe nachfolgen.
In Gemässheit dieser Bestimmungen sind die beiden Gang-Tabellen entworfen und die Chronometer
ihrer Reihenfolge nach geordnet worden. Die Maximal- und Minimal-Gänge sind in der nach den Tem
peraturen geordneten Tabelle II bei den einzelnen Chronometern in den Dekaden-Rubriken durch ein
Sternchen (*) bezeichnet und ausserdem, auf die nächsten Zehntheile der Sekunde abgerundet, in Kolumne A
dieser Tabelle in ihrer Gesammtwirkung — grösster Gang minus kleinstem Gange — angegeben, während
die Zeiten der grössten aufeinanderfolgenden Schwankungen in den Dekaden-Gängen in der nach der Zeit
geordneten Tabelle I für die verschiedenen Chronometer zwischen zwei neben einander liegenden Dekaden-
Rubriken durch ein Kreuz (f) bemerkt, und die Beträge selbst in Tabelle II unter Kolumne B, gleichfalls
auf Zehntel-Sekunden abgerundet, normirt sind.
Der Einblick in die Gangtabellen lässt erkennen, dass die 3 mit No. 1 (W. Bröcking No. 976) und
No. 2 (W. Bröcking) und No. 3 (Th. Kuoblich No. 2008) bezeichneten Chronometer sich vor den anderen
Uhren erheblich auszeichnen, und dass das Verhalten derselben von „ausgezeichneter Güte“ gewesen
ist. Es folgen hierauf die 3 Chronometer No. 4, 5 und 6 mit den charakteristischen Zaldenwerthen A-\-2B
zwischen 42.3 und 45.0 Sekunden, denen das Prädikat von „besonderer Güte“ zukommen darf. Als
„recht gut“ und „gut“ sind ferner die Chronometer No. 7—11 mit den charakteristischen Zahlenwerthen
48—56 Sekunden zu bezeichnen, bei denen die Maximal-Schwankung im Gange von einer Dekade zur nächsten
(Betrag B) sich nahezu gleich bleibt, während der mit der Einwirkung der Acceleration noch behaftete
Kompensationsfehler (Betrag A) die Reihenfolge hier bestimmt.
Die jetzt folgende letzte Gruppe umfasst die Instrumente No. 12—35, während die ersten derselben
bis No. 23 noch als „brauchbar“ bezeichnet werden dürfen, zeigen sich bei den letzten die Einwirkungen
einer mangelhaften Kompensation, verbunden mit andern Fehlern und starker Acceleration, in stetiger Zu
nahme begriffen, und es müssen die letzteren dieser Uhren als in ihrer Konstruktion verfehlt und für die
Zwecke der Schifffahrt unbrauchbar bezeichnet werden. So haben einige der Chronometer des Fabrikanten
H. Ekegren ihre tiefe Stelle dadurch erhalten, dass in ihnen die Balancen, wie sich nach Auseinander
nehmen der Uhren seitens des Fabrikanten herausgestellt hat, ziemlich stark magnetisch waren.
Von der Kaiserlichen Admiralität wurden zunächst die Uhren Bröcking, No. 976, zu M. 1500,
Bröcking, No. 887, zu M. 1200, Knoblich, No. 2008, und Nieberg, No. 701, zu je JM. 900 angekauft.
Auch seitens mehrerer wissenschaftlicher Institute wurden durch Vermittelung der Ahtheilung aus der Zahl
der besseren Chronometer verschiedene angekauft.
Versuchen wir jetzt, wie bereits in den vorhergehenden Abhandlungen geschehen, das Verhalten einer
Anzahl dieser Chronometer während der Untersuchung mit Hülfe der Villarceau’schen Gangformel dar
zustellen und für die betreffenden Instrumente die die Veränderungen des Ganges in der Zeit und in der
Temperatur bedingenden Differential-Quotienten abzuleiten.
Bekanntlich betrachtet Villarceau den Gang g eines Chronometers als eineFunktion der beiden unab
hängigen Variabein t und 6, der Zeit und Temperatur, und sucht ihn vermittelst des Taylor’schen Lehr
satzes durch folgende Reihe näherungsweise darzustellen: