No. 4.
Die wissenschaftlichen Ergebnisse der vierten, fünften und sechsten
auf der Seewarte in den Jahren 1880—81, 1881—82, 1882—83 abgehaltenen
Chronometer - Konkurrenz - Prüfungen,
zusammengestellt von
George Rümker, M. A.
Direktor der Sternwarte und Vorsteher der Abtheilung IV.
Im Anschlüsse an unsere Band I, Heft IV und Band III, Heft IV „Aus dem Archiv der Deutschen
Seewarte“ veröffentlichten Abhandlungen über die wissenschaftlichen Ergebnisse der ersten, zweiten und
dritten in den Jahren 1877, 1878—79 und 1879—80 auf der Abtheilung IV — Chronometer - Prüfungs-
Institut — der Deutschen Seewarte veranstalteten Konkurrenz-Prüfungen von Schiffs-Chronometern, theilen
wir nachstehend die Resultate mit, zu welchen uns eine Fortsetzung dieser Untersuchungen bei den vierten,
fünften und sechsten in den Jahren 1880—81, 1881—82 und 1882—83 abgehaltenen Konkurrenz-Prüfungen
geführt hat, wobei wir zur Vermeidung von Wiederholungen, hinsichtlich der Begründung des von uns
bei diesen Untersuchungen angewandten Verfahrens, auf die in unserer ersten Abhandlung gegebene Dar
stellung verweisen.
An der vierten innerhalb der Tage Oktober 4 1880 bis April 2 1881 veranstalteten Konkurrenz-
Prüfung hatten sich 9 deutsche und ein schweizer Fabrikant durch Einlieferung von im Ganzen 35 von
ihnen angefertigten Schiffs-Chronometern betheiligt. Die Chronometer wurden die' Untersuchungszeit hin
durch jeden zweiten und fünften Morgen um 10 Uhr Ortszeit mit der Normaluhr der Sternwarte vermittelst
des Registrir - Apparates auf chronographischem Wege verglichen. Diese Vergleichungen erfolgten vom
4. bis 18. Oktober durch den Abtheilungs-Assistenten Herrn Dr. Böddicker, sowie nach dessen Abgänge
vom 18. Oktober bis 3. November durch den Assistenten an der Deutschen Seewarte, Herrn Dr. Kleemann,
und vom 3. November ab bis zum Schlüsse der Prüfung durch den neu ernannten Abtheilungs-Assistenten
Herrn Ambronn. Eine zweite unabhängige Vergleichung, zur Herstellung der erforderlichen Kontrolle s
wurde ausserdem an jedem fünften Tage um 11 Uhr Vormittags, entweder durch den Abtheilungs-Vorsteher
oder den Observator der Sternwarte Herrn Dr. Schräder ausgeführt. Die zur Ermittelung des Standes
der Normaluhr nothwendigen Zeitbestimmungen wurden gleichfalls von Herrn Dr. Schräder am Meridian-
Instrumente der Sternwarte angestellt.
Das Verfahren bei der Prüfung selbst schloss sich an das bereits früher in Band III des Archivs
beschriebene genau an; es wurden die Temperaturen denen die Uhren exponirt wurden, in 10- bis 20tägigen
Intervallen von 5 zu 5 Grad variirt, die Chronometer somit den mittleren Temperaturen 5, 10, 15, 20, 25,
30 Grad Celsius, wobei jede im Ganzen durch einen Zeitraum von drei Dekaden vertreten ist, ausgesetzt.
Auf die Innehaltung dieser Temperaturen wurde besondere Sorgfalt verwendet, und es betrug die niedrigste
an den meteorologischen Instrumenten abgelesene Dekaden-Temperatur +4.1°, die höchste +30.9°. Die