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Full text: 5, 1882

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Temperatur ist zu vergleichen mit der Siedepunkts-Temperatur, welche nach dem jeweiligen Barometerstand 
hätte beobachtet werden müssen, um aus der Abweichung beider von einander die Korrektion des Thermo 
meters bei 100° abzuleiten. Ist dies nun auch ein ganz anderes Verfahren der Korrektions-Bestimmung 
bei 100°, als jenes durch Kalibrirung, so müssen doch die beiden gefundenen Werthe nahezu übereinstimmen, 
und gerade diese Uebereinstimmung innerhalb der nach den Beobachtungsfehlern zulässigen Grenzen erweist 
die Beobachtung und Rechnung als richtig. Da nun zweifellos die durch die direkte Siedepunkts-Bestimmung 
erhaltene Temperatur-Korrektion die richtigere, oder besser ausgedrückt, die mit der geringsten Anzahl von 
Beobachtungsfehlern behaftete ist, so wird auch nur diese für die aufzustellende Korrektions-Tabelle berück 
sichtigt, während ihre Differenz mit dem durch Kalibrirung erhaltenen Korrektionswerth dazu dient, die 
aus letztgenannter Methode resultirenden Korrektionswerthe zu verbessern. Da nämlich die ermittelte 
Differenz der Korrektionen bei 100° durch Summation von Beobachtungsfehlern bei der Kalibrirung zwischen 
45° und 100° entstanden ist, wird sie auf diesen Theil der Skala gleichmässig vertheilt. Sollte z. B. die 
durch Siedepunkts-Bestimmung erhaltene 100° = Korrektion wie in dem nachfolgenden Beispiel um 0.10 
von der durch Kalibrirung gefundenen abweichen, so vertheilen sich diese 10 Hundertel über 11 Punkte 
der Skala, für welche Korrektionen zu bestimmen sind, nämlich 50°, 55°, 60°, 65°, 70°, 75°, 80°, 85°, 90°, 
95° und 100°. Bezeichnen wir nun die durch Kalibrirung für diese Punkte erhaltenen Korrektionen bezw. 
mit /¿50, /¿55, /¿60, n. s. w., so werden die endgültigen Korrektionen beziehungsweise: 
/¿50 ±0.01 
k 55 ±0.02 
k 60 ± 0.03 
/¿05 ±0.04 
/¿70 ± 0.05 
/¿75 ±0.05 
/¿50 ± 0.06 
k 55 ± 0.07 
k 9o ± 0.08 
k 95 ± 0.09 
k i oo ± 0.10 
Die so aufgestellte Korrektions-Tabelle gilt natürlich nur für den durch Siedehitze maximal deprimirten 
Nullpunkt. Um dieselbe demnach direkt benutzen zu können, musste das Thermometer unmittelbar vor 
jeder Temperatur-Messung der Siedehitze genügend lange ausgesetzt werden. Bei durch einen längeren 
Zeitraum sich fortsetzenden Messungen wäre sie wegen des schon nach kurzer Zeit eintretenden Steigens 
des Nullpunkts nicht zu benutzen. Man bestimmt daher besser den jeweiligen Nullpunkt und berechnet 
aus diesem und dem bekannten, durch Siedehitze maximal deprimirten Nullpunkt die Depression für die 
zu messende Temperatur nach den Formeln: 
C = Co + [l -( Jj] (A r —A T 0 ) oder 
C = Cü + [l-(^) 2 ] (A'-iVo), 
je nachdem die Theilung des Thermometers nach Zentigraden oder nach Reaumur ausgeführt ist. 
In diesen Formeln bedeutet C= die gesuchte Korrektion, Co = die in der Tabelle angegebene Korrek 
tion, t — die Temperatur, für welche C gesucht wird, A 7 — die gerade statthabende Nullpunkts-Korrektion, 
Ao = die Nullpunkts-Korrektion für den durch Siedehitze maximal deprimirten Nullpunkt. 
Dass das allmählige Hinaufrücken des Nullpunkts an der Skala, welches mit Aelterwerden des Ther 
mometers, namentlich in den ersten Jahren eintritt, unabhängig hiervon an den durch Siedehitze maximal 
deprimirten Nullpunkt und demgemäss als konstante Grösse an alle Werthe der dafür aufgestellten Korrektions- 
Tabelle anzubringen ist, bedarf wohl kaum der Erwähnung. 
c. Thermometer für die Zwecke der Maritimen- und Land-Meteorologie für Institute und Private. 
Alle Thermometer, welche nicht Normal-Thermometer im eigentlichsten Sinne des Wortes zu nennen 
sind (siehe a), wurden und werden durch einfache Vergleichung mit den Normalen der Seewarte geprüft. 
Es wird daran festgehalten, neue Thermometer zu meteorologischen Beobachtungen an Land-Stationen von
	        
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