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Full text: 5, 1882

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ist, wenn die Temperatur auf der Vorderseite höher als auf der Rückseite ist, dagegen bei umgekehrter 
Temperatur-Vertheilung nach vorwärts. Das erstere dürfte für unsere Depressionen am häufigsten im 
Sommer, das letztere am häufigsten im Winter der Fall sein. 
Aus den obigen Darlegungen über die Luftdruck-Vertheilung in der Höhe möchte die Erscheinung ihre 
Erklärung finden, dass die oberen Wolken, welche die gleiche Zugrichtung mit der Depression haben, 
durch ihre massenhafte Entwickelung und grosse Ausdehnung so überaus entschieden in den Vordergrund 
treten, während auf der linken Seite der Bahn das Verhalten der Cirruswolken so unregelmässig erscheint, 
dass eine auch nur angenähert zutreffende Kennzeichnung derselben bis jetzt noch nicht aufgestellt wurde. 
XV. Die Gesammtbewegung der Atmosphäre auf der nördlichen Hemisphäre. Die barometrischen Maxima. 
Nach diesen Erörterungen suchen wir jetzt einen Ueberblick über die gesammten atmosphärischen 
Bewegungen auf unserer Hemisphäre zu gewinnen. Die Luft, welche unsere Erde umgiebt, wird am 
Aequator am stärksten erwärmt; hier heben sich in Folge der nöheren Temperatur sowie des grösseren 
Wasserdampf-Gehaltes die Flächen gleichen Luftdruckes und hierdurch entsteht ein polwärts gerichteter 
Gradient, welcher mit der Höhe beständig zunehmen muss, und daher muss die Luft nach den Polen hin 
abfliessen, während untere Luft aus höheren Breiten dem Aequator, d. h. dem Gebiete mit relativ niederem 
Luftdruck zufliesst. Würden die Parallelkreise nach dem Pole hin nicht abnehmen, oder wäre unsere Erde 
ein Zylinder, so würde dieser polwärts gerichtete Gradient in der Höhe auch bis zu den Polen reichen 
und wir hätten in der Höhe nur eine einzige Bewegung, nämlich die äquatoriale, und in der unteren 
Luftschichte nur die polare, Strömungen, die sich beide zu einem Kreisläufe zusammensetzen würden. Da 
nun aber unsere Erde eine Kugel ist, so verengt sich das Bett des Aequatorialstromes immer mehr und 
ein Theil der oberen Strömung sinkt zwischen 30 bis 40° N. B. herab, es bildet sich ein barometrisches 
Maximum, von welchem der Passat in der unteren Schichte nach dem Aequator hinströmt, so dass also 
dieser Kreisstrom nur auf die niederen Breiten beschränkt ist.*) Dass aber trotz des Maximums zwischen 
30 his 40° N. B. in der That in den höchsten Regionen unserer Hemisphäre nur ein einziger nach Nord 
gerichteter Gradient existirt, der wegen der nach Norden hin stetig abnehmenden mittleren Temperatur 
der ganzen Luftmasse mit der Höhe rasch zunehmen muss, hat Supan (Statistik der unteren Luft 
strömungen, Leipzig 1881) sehr wahrscheinlich gemacht, wie es Hann etwas und Ferrel viel früher 
behauptet haben, indem derselbe aus dem Drucke im Meeresniveau und der Temperatur-Abnahme (nach 
Glaisher) den wahrscheinlichen mittleren Luftdruck (im Januar) in den verschiedenen Höhen über dem 
nordatlantischen Ozean bestimmte, wie uns folgende Tabelle zeigt: 
Tabelle XII. 
Höhe in Metern 
0° 
30° N. B. 
60° N. B. 
80° N. B. 
8000 
282.2 mm 
275.4 mm 
251.0 mm 
232.2 mm 
6000 
364.9 „ 
359.6 „ 
334.1 „ 
316.4 „ 
4000 
469.1 „ 
466.8 „ 
440.6 „ 
427.5 ., 
2000 
599.7 „ 
601.0 „ 
575.8 „ 
571.7 „ 
0 
758 „ 
766 „ 
744 „ 
755 „ 
Also sowohl das Luftdruck - Maximum bei den Azoren als auch das Minimum im Nordatlantischen 
Ozean existiren bei einem mittleren Luftdrucke von 500 mm nicht mehr, sondern vom Aequator an bis 
zum Pole nimmt der Luftdruck stetig ab und hierdurch ist in der Höhe eine ostwärts gerichtete allgemeine 
Luftströmung bedingt. 
Wir haben es also hier mit einer ungeheuren Zyklone zu thun, deren Zentrum in der Höhe in der 
Nähe der Pole und deren isobarischen Flächen nach dem Aequator hin stetig sich heben. Die allgemeine 
westliche Luftströmung ist das Bett, worin die Minima entstehen und fortschreiten. In den Depressionen 
steigt die warme Luft in die Höhe und wird hier von der an Geschwindigkeit stets zunehmenden westlichen 
Luftströmung ostwärts fortgerissen, so dass vor der Depression das Barometer fallen muss. Das ist der 
Grund, weshalb sowohl in Amerika (wo die Vorderseite das Meer ist), als in Europa (wo die Vorder- 
*) Vgl. Oesterr. Meteor. Ztytschr. Seite 33 ff. Hann’s „Einige Bemerkungen zur Lehre von den allgemeinen atmosphärischen 
Strömungen.
	        
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