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Full text: 5, 1882

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kleinsten (negativen). Diese Verhältnisse haben jedenfalls auch für unsere Gegenden Gültigkeit und da 
hier der Gradient meistens nach Nord gerichtet ist, können wir eine verhältnissmässig ziemlich rasche 
Abnahme der Temperatur mit der Höhe auch für die kältere Jahreszeit voraussetzen, welche mit der 
Annäherung an das Depressions-Zentrum zunimmt. 
XIV. Höhe der Wirbelbewegung, Axe des Wirbels, obere Wolken. 
Im Allgemeinen werden unsere Karten, welche die mittlere Luftdruck-Vertheilung in der Höhe von 
2500m für die einzelnen Zugstrassen darstellen, richtig sein. Sie gehen einen Gesammt-Ausdruck für die 
Kombination der Luftdruck- und Temperatur-Vertheilung, welche auf den vorhergehenden Karten durch 
zweierlei Kurvensysteme, die Isobaren und Isothermen, dargestellt sind. Wie vorauszusehen war, ist der 
Gradient in der Höhe sehr stark entwickelt und es steht derselbe senkrecht zur Fortpflanzungs-Kichtung 
der Depression. Indessen ist das Minimum in dieser Höhe nicht so deutlich markirt, wie am Boden, die 
Isobaren sind über dem Wirbel der unteren Luftschichten mehr oder weniger offen und ein relativ schwach 
ausgeprägtes Minimum des Luftdrucks ist meistens auf der linken Seite der Bahn eben noch zu erkennen. 
Würden wir Luftdruck-Karten für noch grösere Höhen konstruiren, so würde für diese das Minimum nicht 
mehr erkennbar und über der Depression würden die Isobaren offen sein. Bei mehr oder weniger rasch 
fortschreitenden Depressionen, bei welchen Temperatur und Luftdruck in den untersten Schichten in 
demselben Sinne vertheilt sind, sind wir zu der Annahme berechtigt, dass die Wirbel-Bewegung sich 
nur auf die unteren Luftschichten beschränkt, und die oberen Luft-Strömungen in der Umgebung 
des Minimums nahezu dieselbe Bichtung haben, so zwar, dass diese einem grossen mit der Depression 
fortschreitenden Ringe angehören, über welchem die in dem Depressions-Gebiete aufgestiegenen Luftmassen 
sich niedersenken. Für diese Ansicht sprechen auch die Bewegungen der Cirruswolken, deren Zugrichtung 
über der Depression mit der Fortpflanzung derselben im grossen Ganzen zusammenfällt, und die in den 
Luftdruck-Aenderungen ausgesprochene Erscheinung, dass die negativen Aenderungen durch einen meist 
umfangreichen, unregelmässig ausgebildeten Ring von den positiven geschieden sind, welcher jedoch auf der 
Rückseite der Depression ganz nahe anzuliegen pflegt. 
Loomis fand (vgl. Contribution to Meteorology, XI. Paper, Juli 1879), dass in der Mehrzahl der Fälle, 
in welchen eine Area niedrigen Luftdrucks vom gewöhnlichen System zirculirender Winde an der Erd 
oberflüche begleitet war, sich dieses System nicht bis zur Höhe von 1800 m erstreckte, nur bei sehr umfang 
reichen Depressionen erreichte dasselbe die grössten Höhen. Hieraus folgt der sehr bemerkenswerthe 
Schluss, dass bei einem Wirbel von nur mässigem Umfange der horizentale Durchmesser die Höhe um 
viele hundert mal übertrifft. 
Ferner bemerkt CI. Ley (The Relation between the Upper and Under Currents of the Atmosphere 
around Areas of barometric Depression. Quarterl. Journ. of the Met. Soc., Oktober 1877), dass in unseren 
Breiten sicherlich eine engere Beziehung zwischen der vertikalen und horizontalen Ausdehnung der 
Depressionen besteht.' Derselbe hat gefunden, „dass im Winter sehr lokale Depressionen, selbst tiefe, kaum 
die Richtung der Cirruswolken in ihrer Nähe beeinflussen, indem diese Richtung fortfährt, von der allge 
meinen Luftdruck-Vertheilung abhängig zu sein. Sonderbar genug kommt dieses im Sommer nicht vor. 
Andererseits beherrschen sehr umfangreiche Depressionen mit sehr geringen Gradienten zu allen Zeiten des 
Jahres die Richtung der oberen Luftströmung in der Nachbarschaft.“ 
Von grosser theoretischer Bedeutung für die Bewegung der Atmosphäre ist die Lage der Axe*) des 
Wirbels oder der Verbindungslinie des Depressions-Zentrums an der Erdoberfläche mit jenem in der Höhe. 
Aus unseren Luftdruck-Karten für die Höhe von 2500 m geht mit Entschiedenheit hervor, dass das Zentrum 
oben nach der linken Seite der Bahn verschoben ist, wie es die Luftdruck- und Temperatur-Vertheilung 
auch verlangt. Nicht so sicher lässt sich aus denselben bestimmen, ob dasselbe nach der Vorder- oder 
Rückseite verlagert ist. Aus Beobachtungen der Cirruswolken über dem Depressions-Zentrum fand CI. Ley 
die Lage der Axe für die britischen Inseln in der Höhe rückwärts geneigt, dagegen leitete Hildebrandsson 
ebenfalls aus Cirrus-Beobachtungen für Schweden das umgekehrte Verhalten der Axe ab. Es scheint sicher 
zu sein, dass die Lage der Axe lediglich durch die Temperatur-Verhältnisse der gesummten Luftmassen 
auf der Vorder- und Rückseite der Depression bedingt wird, so dass dieselbe oben nach rückwärts gerichtet 
Bezüglich des Ausdruckes „Axe“ vergleiche übrigens „Meteorologische Zeitschrift“ 1884, Seite 168.
	        
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