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einem jeden Verfertiger sind alsdann die Instrumente wiederum nach ihrer Art und Theilung geordnet.
Die Tabelle ergiebt für jede Art der so geordneten Instrumente die durchschnittliche Grösse von 2 s und
die Vertheilung von p nach den verschiedenen Quadranten.
Es bedarf hier wohl kaum der Erwähnung, dass man die angegebenen Zahlen nicht unmittelbar zu
Schlüssen auf die mehr oder mindere Geschicklichkeit des Verfertigers benutzen darf. Erst eine grosse
Anzahl zur Prüfung gelangter Instrumente eines und desselben Verfertigers verbürgt bei geringem Durch-
schnittswerthe von 2« die Tüchtigkeit und Gewissenhaftigkeit des Verfertigers in Bezug auf das Zentriren
der Reflektions-Instrumente, während bei einer geringeren Zahl der eingelieferten Instrumente der Zufall
noch eine zu grosse Rolle spielen kann.
Am Schluss der Tafel ist eine Wiederholung bezw. Zusammenfassung in der Zusammenstellung aller
Instrumente gegeben und zwar sind dieselben hier nach der Nationalität der Verfertiger geordnet. Zunächst
sind die Instrumente und die bezüglichen Werthe von 2 s und p nach ihrer Gattung und nach der Grenze
der Ablesbarkeit derselben, welche einen Maassstab für die Grenze der mit ihnen anzustrebenden Genauig
keit liefern soll, besonders aufgeführt. Ganz am Schluss endlich sind die Instrumente nur nach Sextanten,
Iialb-Sextanten und Oktanten bei den Verfertigern verschiedener Nationalität unterschieden.
Beide Zusammenstellungen ergeben die erfreuliche Thatsache, dass unsere deutsche Industrie auf
diesem Gebiete recht wohl im Stande ist, der ausländischen und namentlich der englischen die Spitze zu
bieten. Das Resultat dürfte sich noch günstiger gestalten, wenn es möglich wäre, die Instrumente gänzlich
deutschen Ursprungs von denen, die durch deutsche Mechaniker unter ihrer Firma in den Handel ge
bracht, aber in ausländischen, namentlich englischen Werkstätten gebauet wurden, genauer zu trennen.
In Tabelle III sind die Resultate der Prüfung von Reflektions-Instrumenten, deren Gerippe aus Messing
(Rothguss) besteht und welche eine Theilung auf Elfenbeinfolie haben, aus Tabelle I ausgezogen, nochmals
zusammengestellt. Es ergiebt sich daraus, wie eine solche Konstruktion als durchaus verwerflich zu er
achten ist. Es lehrt das auch schon die physikalische Betrachtung von vorneherein, da in Folge der
grossen Ungleichheit der Ausdehnungs - Koeffizienten von Messing und Elfenbein erhebliche Temperatur-
Aenderungen, denen die Instrumente nicht entrückt werden können, bewirken, dass bald ein grösserer,
bald ein geringerer Druck seitens des Messings auf den Elfenbeinbogen, welcher die Theilung trägt, aus
geübt wird. Die Folge davon ist, dass die Krümmung desselben, je nach der Temperatur, eine verschiedene
sein wird, und er daher eine stets veränderliche elliptische Gestalt zeigen muss. Berücksichtigt man dabei
ferner noch das sehr verschiedene hygroskopische Verhalten von Elfenbein und Messing, so kann man
wohl unbedenklich die Behauptung aufstellen, dass Instrumente derartiger Konstruktion überhaupt von der
praktischen Verwendung ausgeschlossen werden sollten. Erwähnt muss hier werden, dass man in neuerer
Zeit angefangen hat, den Elfenbeinbogen, welcher die Theilung trägt, zunächst in Holz zu fassen, um so
den Einfluss des verschiedenen Druckes des Messings auf den Elfenbeinbogen durch die Weichheit des
Holzes zu vermindern. In Tabelle III sind 2 derartige Instrumente aufgeführt. Es ist wohl nur ein Zufall,
dass beide Instrumente zur Zeit ihrer Prüfung keine Exzentrizität zeigten. Erfahrungen über die Konstanz
der Zentrirung derartiger Instrumente im Verlaufe der Zeit fehlen gegenwärtig noch gänzlich.
In Tabelle IV sind diejenigen Reflektions-Instrumente zusammengestellt, welche einer mehr als ein
maligen Prüfung an der Seewarte unterzogen worden sind. In manchen Fällen, namentlich wo die Prüfungen
schnell auf einander folgten, liefert die Uebereinstimmung oder Nicht-Uebereinstimmung der gefundenen
Werthe eine Kritik über den Grad der Zuverlässigkeit der ermittelten Korrektions - Tabellen für die ein
zelnen Instrumente. Sieht man aber von diesen und denjenigen Fällen ab, wo die Verschiedenheit der
gefundenen Konstanten durch die der Tabelle angefügten Bemerkungen ihre Erklärung findet, so ergiebt
die in Rede stehende Tabelle dann unzweifelhaft die Thatsache, dass, namentlich bei Sextanten nicht ganz
vorzüglicher und solider Konstruktion, eine längere Konstanz der Exzentrizitäts - Korrektionen bei der Art
und Weise, wie die Instrumente durch den Gebrauch in der Praxis an Bord in Anspruch genommen werden,
häufig nicht zu verbürgen ist, und dass daher eine wiederholte Bestimmung der Exzentrizitäts-Konstanten
in angemessenen Zwischenräumen geboten erscheint.
Tabelle V endlich enthält die mittleren Fehler, mit welchen eine zum Zwecke der Prüfung von
Reflektions-Instrumenten ausgeführte Winkelmessung bei den Instrumenten verschiedener Art behaftet ist,
oder die mittlere Differenz zwischen den direkt beobachteten Instrumentalfehlern und den dafür in den
ermittelten Korrektions-Tabellen angegebenen Werthen. Unter dem Ausdruck „Eine Winkelmessung“ ist