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Der gegenüber dem mittleren Fehler einer Beobachtung mit Sextanten dieser Art etwas hohe Betrag
dieses Werthes erklärt sich schon zur Genüge aus der Grösse des Exzentrizitäts-Fehlers selbst. Das In
strument ist mit einem Nonius versehen, welcher ein Bogenstück von 20° umfasst. In diesen 20° aber
ändert sich die Exzentrizitäts - Korrektion im schlimmsten Falle um 46", wodurch also die Grösse des zu
umspannenden Stückes falsch wird. Bei 100°—120° ist diese Aenderung nur 17". Nimmt man daher an,
dass der Nonius für die mittlere Grösse von 20° am Theilkreise passe, so wird er mit einem Fehler von
46+17
. 2
±81" behaftet sein und es können daher mit demselben Ablesungsfehler von 46—31" = 81—17,
also von 14" bis 15" gemacht werden.*)
Nachdem wir so im Vorhergehenden die einfachsten und nach unserer Ansicht praktischesten Methoden
zur Untersuchung von Reflektions-Instrumenten und zur Bestimmung ihrer Fehler erläutert haben, geben
wir im Nachfolgenden, gemäss den Worten unserer Einleitung, dem Seemann Fingerzeige bezüglich der
Frage: „Woher sind die besten Sextanten zu beziehen?“ und veröffentlichen zu dem Zweck die haupt
sächlichsten Ergebnisse aus der Prüfung von nahe 700 Reflektions-Instrumenten, wie solche in den Jahren
1875 bis 1882 an der Seewarte ausgeführt wurde.
Die Tabelle I ist das Verzeichniss sämmtlicher geprüften Instrumente nach fortlaufenden Nummern**)
geordnet, wie dieselben in der ersten Spalte angegeben sind.
In der zweiten Spalte ist die Art des Reflektions-Instruments näher angegeben, und zwar sind, der
Raum-Ersparniss halber, Sextanten durch S, Oktanten durch 0 und jene Instrumente, welche nach den
Angaben auf Seite 2 von den Mechanikern meistens mit dem Namen Halb-Sextanten belegt werden, durch
H bezeichnet worden.
Die dritte Spalte giebt die Grenze an, bis zu welcher die Theilung des Instruments mit Hülfe des
Nonius ablesbar ist.
Die vierte Spalte enthält Namen und Wohnort des Verfertigers. Hierbei ist zu beachten, dass nicht
alle der in Deutschland wohnhaften Mechaniker, welche als Verfertiger angegeben wurden, die Instrumente
in ihren eigenen Werkstätten anfertigen lassen. Es beziehen vielmehr noch leider viele derselben ihre
Instrumente aus England. Als selbstständige Verfertiger von Sextanten und Oktanten in Deutschland
nennen wir vorzugsweise die Firmen: J. Wanschaff, H. Wegener, R. Imme, A. Oertling in Berlin; C. Plath,
G. Hechelmann, A. Carstens in Hamburg; W. Ludolph in Bremerhaven, A. Petri in Rostock, Kuhlo & Bonzel
(jetzt A. Kuhlo) in Stettin. Die in derselben Spalte dem Namen der Verfertiger angehängten Nummern
sind die Fabrik-Nummern der betreffenden Instrumente, welche zur Identifizirung derselben dienen.
Spalte 5 und 6 enthalten die gefundenen Exzentrizitäts - Konstanten der betreffenden Instrumente,
die folgenden 4 Spalten die daraus abgeleiteten Exzentrizitäts - Korrektionen für jede 30° der Ablesung,
während in der letzten „Bemerkungen“ überschriebenen Spalte nur dann eine Notiz Aufnahme fand, wenn
die Theilung des Instruments nicht auf Silberfolie, sondern auf Alluminium, Platina oder Elfenbein aus
geführt, oder wenn das Gerippe des Instruments nicht, wie gewöhnlich der Fall, aus Messing (Rothguss)
verfertigt ist.
Aus der Grösse der in den Spalten 7 bis 10 angegebenen Exzentrizitäts - Korrektion, sofern dieselbe
auf das getheilte Bogenstück von höchstens 60° bei Sextanten entfällt, einen Schluss auf die mehr oder
mindere Korrektheit des Instruments und die Tüchtigkeit seines Verfertigers ziehen zu wollen, muss als
gewagt bezeichnet werden. Vielmehr dürfte hierzu die Grösse von 2 ¿, das heisst, der Maximalwerth der
Exzentrizitäts-Korrektion eher eine Handhabe bieten.
Um derartige Schlüsse zu erleichtern, ist die Tabelle II angefertigt worden. In derselben sind
sämmtliche geprüfte Reflektions - Instrumente, nach ihren Verfertigern geordnet, zusammengestellt. Bei
*) Näheres über den Einfluss des Exzentrizitätsfehlers auf die Genauigkeit der Ablesung mit dem Nonius siehe: C. B. Mag-
naghi, Gli Strumenti a riflessione, pag. 103.
**) Unvollständig geprüfte Instrumente sind hierbei ausgelassen worden, daher stimmen die Nummern dieses Verzeichnisses
nicht genau mit den Prüfungs-Nummern der Seewarte, wie sie in den Zertifikaten über die Prüfung angegeben
werden, überein.