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Full text: Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte, 4 (1881)

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Hebelarm 0.2 mm cotg 1' = 687.6 mm lang wäre. Beim Apparate der Seewarte ist 1 / 4 dieser Länge, also 
171.9 mm gewählt, so dass also 1 Umdrehung der Schraube einer Winkelbewegung von 4' entspricht. Die 
240" 
Scheibe i trägt eine Theilung von 0 bis 120, so dass ein Skalentheil = = 2" wird. Es sind also 
die Skalentheile, in welchen der Unterschied U ausgedrückt erhalten wird, zunächst mit 2 zu multipliziren 
um auf Bogensekunden zu reduzirqn und die Neigung der Spiegelflächen in diesem Maasse ausgedrückt zu 
erhalten; oder es wird, wenn wir U in Skalentheilen ausgedrückt beibehalten wollen, in obiger Formel: 
a — 2 X 0.073 U t=s 0.146 U. 
Es wird nun aber der Unterschied U durch eine Drehung des Spiegels um seine horizontale Axe 
gefunden, wo nach dem bekannten Gesetze die halbe Winkelbewegung des Spiegels dem ganzen zu messen 
den Winkel entspricht. Daher ist, wenn U die Winkelbewegung des Spiegels bedeuten soll, dafür in obiger 
Formel 2 U als gemessener Winkel zu substituiren. Wir erhalten daher schliesslich: 
tt -— 0.146 X 2 U — 0.292 U. 
Da nun beim Apparate der Seewarte mit Hülfe der obengenannten Korrektions-Schraube h die Länge 
des Hebelarms genau anf 172 mm eingestellt ist, statt auf 171.9 mm, so würde deshalb die Zahl 0.292 
noch um einen geringen Betrag zu vergrössern sein, so dass es als genügend erachtet wird, in der Praxis 
a = 0.3 Z7 zu setzen. 
Wie schon oben erwähnt, ist hierbei der Brechungs-Exponent bei allen Spiegeln ein für alle Mal zu 
3 / 2 angenommen. Es wird auch in der That dieser Werth in weitaus den meisten Fällen der Wahrheit 
sehr nahe kommen; jedoch würde selbst dann, wenn ein Spiegel aus Glas von einem erheblich anderen 
Brechungs - Exponenten besteht, kein in der Praxis fühlbarer Fehler auftreten. Allerdings wird in einem 
solchen Falle a, die Neigung der Flächen, weil aus U mit einem Faktor hervorgegangen, in welchem der 
unrichtige Brechungs-Exponent enthalten ist, nicht richtig bestimmt werden. In die Korrektions-Tabelle für 
den Spiegelfehler geht dieser jedoch nicht über, weil in der Tabelle dieselbe Grösse des Brechungs-Exponenten 
wiederum enthalten ist. 
Die Untersuchung der Planität des Spiegels geschieht mittelst des Schlittens, durch welchen die 
Platten a und b verschiebbar sind. Verschiebt man dieselben im horizontalen Sinne, so wird stets ein 
anderer Punkt des Spiegels das Bild des Fadens aus dem Rohr l reflektiren. Ist nun der Spiegel völlig 
plan, so muss der Winkelabstand zwischen den beiden Bildern an allen Stellen des Spiegels dieselbe 
Grösse haben. Eine erhebliche Abweichung von der Planität wird daher schon nach dem Augenmaasse 
bei einer Verschiebung des Spiegels sich bemerkbar machen. Genauer würde dieselbe zu konstatiren sein, 
wenn man die Messung des Winkelabstandes an verschiedenen Stellen des Spiegels mit Hülfe der Fuss- 
schraube k wirklich ausführte. 
Es bleibt nun noch die Frage zu beantworten, welches bei einem Spiegel, dessen Flächen nicht 
parallel sind, das dickere und welches das dünnere Ende ist. — Sieht man in den Spiegel, welcher auf 
dem eben beschriebenen Apparate zur Untersuchung sich befindet, hinein, so wird man das von der 
unteren (belegten) Fläche refiektirte Bild unterhalb des von der vorderen Fläche reflektirten erblicken 
müssen. Da man aber bei dem Apparate durch ein umkehrendes Fernrohr sieht, so wird man das hellere 
Bild oberhalb des schwächeren sehen. Ist nun der Spiegel mit seinem dickeren Ende dem Beobachtungs- 
Fernrohre zugekehrt, so dass seine Flächen nach dem Beobachter hin divergiren, so wird das von der 
unteren Fläche refiektirte Bild vom Einfallslothe ab gebrochen, also weiter nach oben mit dem freien 
Auge, oder weiter nach unten im umkehrenden Fernrohr gesehen und rückt daher näher an das andere, 
schwächere Bild heran. In der Lage des Spiegels also, in welcher man die Bilder der beiden Fäden am 
uächsten bei einander erblickt, ist das dickere Ende dem Beobachter zugekehrt. 
Exzentrizitätsfehler. Nach den Prinzipien, welche der Konstruktion des Sextanten zu Grunde liegen, 
muss der Drehungs - Mittelpunkt des grossen Spiegels genau mit dem Mittelpunkte des getheilten Kreis 
bogens zusammenfallen. Auf mechanischem Wege ist dieses aber nur mit grosser Mühe zu erreichen — wie 
die weiter unten folgenden Ausführungen zeigen, verursacht ein hierbei auftretender Fehler von nur 0.1 mm 
in maximo einen Fehler in der Winkelmessung von 3.8' —, und es wird daher in fast allen Fällen eine mehr 
oder minder grosse Abweichung beider Mittelpunkte von einander stattfinden, der grosse Spiegel sich also 
exzentrisch zum Gradbogen bewegen. Der hierdurch auf die Messungen übergehende Fehler wird Exzen
	        
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