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Volltext : Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte, 4 (1881)

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Meinen  Spiegels  o  eine  Senkrechte  errichtet,  welche  den  Hauptkreis  MAN  Q  in  p  trifft  und  ebenso  eine
Senkrechte  zum  grossen  Spiegel  0,  welche  denselben  Hauptkreis  in  P  trifft.  Alsdann  giebt  uns  der  Bogen
pP  das  Maass  des  Winkels  an,  welchen  gerade  die  beiden  Spiegel  des  Sextanten  mit  einander  bilden.  Der
Bogen  Ap  giebt  uns  die  Grösse  desjenigen  Winkels  an,  welchen  die  Gesichtslinie,  die  optische  Axe  des  Fernrohrs, ­
  mit  der  Senkrechten  auf  der  Ebene  des  kleinen  Spiegels  bildet.  Denken  wir  uns  nun  Ap  über  J3  hinaus
verlängert,  so  dass  ap  —  Ap,  ferner  «  mit  P  verbunden,  und  über  P  hinaus  verlängert  bis  aP  =  PB  ist,
so  wird  ein  von  B  ausgehender  Lichtstrahl  den  grossen  Spiegel  0  unter  dem  Einfallswinkel  BOP  =  arcBP
treffen,  also  nach  a  (ccP  —  PB)  refiektirt  werden.  Von  u  aus  wird  dieser  Lichtstrahl  den  kleinen  Spiegel
o  unter  dem  Einfallswinkel  aop  =  arc  ap  treffen,  also  nach  A  zurückgeworfen  werden.  Es  stellen  somit
A  und  B  die  Orte  zweier  Gegenstände  dar,  welche  bei  der  gerade  statthabenden  Stellung  beider  Sextantenspiegel ­
  gegen  einander  zusammenfallend  in  der  Gesichtslinie  des  Fernrohrs  erblickt  werden.  Es  ist  demnach
arc  AB  =  dem  wahren  Winkel  zwischen  den  beiden  Gegenständen  A  und  B,  dessen  Werth  wir  mit  x
bezeichnen  wollen.  Der  mit  Hülfe  des  Sextanten  gemessene  Winkel  zwischen  diesen  beiden  Gegenständen
wird  aber  gleich  dem  doppelten  Unterschiede  in  der  Richtung  beider  Spiegel,  also  —  2  arcpP  gefunden.
Der  Unterschied  dieser  beiden  Bögen  AB  —2pP  ist  also  der  durch  die  unparallele  Lage  des  Fernrohrs
entstehende  Fehler  in  der  Winkelmessung.  Zur  Bestimmung  der  Grösse  dieses  Fehlers  denken  wir  uns
noch  die  Senkrechten  AA,  aa'  und  BP  gezogen,  welche  alle  im  Zenith  Z  zusammenlaufen  werden.  Wir
sehen  dann  sofort,  dass  die  beiden  sphärischen  Dreiecke  pAK  und  pua!  kongruent  sein  müssen,  da  sie
mit  einer  Seite  und  den  Winkeln  übereinstimmen.  Folglich  muss  aa  =  AK  =  i  sein.  Ebenso  muss
a'p  —  pA  sein,  welchen  Werth  wir  nun  durch  k  ausdriicken  wollen,  und  welcher  den  Winkel  bedeutet,
der  von  der  Senkrechten  auf  dem  kleinen  Spiegel  und  der  optischen  Axe  des  Fernrohrs  gebildet  wird,
wenn  letzteres  genau  zur  .Ebene  des  Sextanten  parallel  liegt,  k  hat  demnach  für  jeden  Sextanten  einen
bestimmten,  konstanten  Werth.  —  Es  ist  aber  ferner:  PA  =  Pp  —  Ap  =  Pp  —  a'p  —  ~—  k,  wenn  wir
den  auf  dem  Sextanten  abgelesenen  Winkelwerth  durch  iv  bezeichnen.  Auch  sind  die  beiden  rechtwinkligen
sphärischen  Dreiecke  aa'P  und  PBP  kongruent,  und  somit
BP  —  aa.'  =■  i
BP  —  a'P  =  Pp  +  pd  —  Pp  +  Ap  =  k
AB  =  AP+PB  =  AP+«'P=  AP+AP+Ap+a'p  =  AP+Ap  +  AP+Ap  =  2  pP  =  u\
Endlich  ist  AZ  —  BZ  —  90°,  KZ  —  BZ  —  90°—i  und  <LAZB  =  arc  AB  —  iv.  —  \far  erhalten
somit  aus  dem  sphärischen  Dreieck  KZB:
cos  KB  -  cos  x  —  sin  i 2  +  cos  w  cos'/' 2 ;
cos  x  —  sin  P  +  (1  —  sin  i 2 )  cos  w  —  sin  P-j-  cos  w  —  cos  tu  sin  i 2 ,
cos  X  —■  cos  IV  =  sin  i 2  (1  —  cos  iv);

_  .  X  +  W  .  X  —  w  .  .,  .  w 2
2  sm  ——  -  sin  —-—  =  —2  sin  i l  sin  —.
¿Li  ¿

Da  nun  i  und  somit  auch

x—iv

,  d.  h.  der  halbe  durch  die  unparallele  Lage  des  Fernrohrs  entstehende

2  ’
Fehler  stets  kleine  Grössen  sein  werden,  so  sind  x  und  w  nur  wenig  von  einander  verschieden  und  wir

können  X  ^  U  sin  1"  statt  sin  —

—  und  statt  ’ X -"t W  mit  genügender  Genauigkeit  w  an  die  Stelle  setzen.

Alsdann  erhalten  wir:

-i 2  sin  1"  sin

iv‘

o  •  tV  IV
2  sin  -  cos  —
¿  A

oder

x—w  =  —i 2  sin  1"  tq
a  2
Wir  sehen  also  aus  dieser  Formel,  dass  die  von  der  unparallelen  Lage  des  Fernrohrs  herrührende
Korrektion  mit  der  Grösse  des  Winkels  wächst;  sie  wächst  wie  die  trigonometrische  Tangente  des  halben
            
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