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Full text: Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte, 3 (1880)

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Dem Konkurrenz-Ausschreiben der Direktion der Seewarte zufolge und den für die Ankäufe der Kaiser 
lichen Marine festgestellten Normen entsprechend, sollten die Chronometer nach beendigter Prüfung wiederum 
ihrer Güte nach so geordnet werden, dass dasjenige Chronometer, bei welchem der Unterschied zwischen dem 
grössten und kleinsten lOtägigen Gange (Betrag Ä) plus dem doppelten Betrage B der grössten Schwankung 
im lOtägigen Gange von einem Intervall zum folgenden ein Minimum ist, den ersten Rang in der Prüfungs 
liste einnimmt und die anderen Uhren je nach der Zunahme der Summe dieser beiden numerischen Werthe 
nachfolgen. 
In Gemässheit dieser Bestimmungen sind die beiden Gang-Tabellen Seite 18—21 entworfen und die 
Chronometer ihrer Reihenfolge nach geordnet worden. Die Maximal- und Minimal-Gänge sind, gleichwie bei 
den vorhergehenden Konkurrenz-Prüfungen, in der nach den Temperaturen geordneten Tabelle II bei den 
einzelnen Chronometern in den Dekadenrubriken durch ein Sternchen (*) bezeichnet und ausserdem, auf die 
nächsten Zehntheile der Sekunde abgerundet, in Kolumne A. dieser Tabelle in ihrer Gesammtwirkung — grösster 
Gang minus kleinstem Gange — angegeben, während die Zeiten der grössten auf einander folgenden Schwank 
ungen in den Dekadengängen in der nach der Zeit geordneten Tabelle I für die verschiedenen Chronometer 
zwischen zwei neben einander liegenden Dekadenrubriken durch ein Kreuz (f) bemerkt, und die Beträge 
selbst in Tabelle II unter Kolumne B., gleichfalls auf Zehntelsekunden abgerundet, normirt sind. 
Der Einblick in die Gangtabellen lässt sofort erkennen, dass die beiden mit No. 1 und 2 bezeiclmeten 
Chronometer sich durch die Geringfügigkeit ihrer Gangschwankungen vor den anderen Uhren erheblich 
auszeichnen, und dass das Verhalten derselben während der Untersuchungszeit ein „vorzügliches“ ge 
wesen ist. Namentlich scheint bei No. 1 (W. Bröcking No. 937) die Ausführung der Kompensations-Vorricht 
ungen in hohem Grade gelungen zu sein, und lässt sich die Grösse des übrigbleibenden Betrages A -f- 25 
auf eine kleine Acceleration, mit der die Uhr noch behaftet war, zurückführen. Ueberraschend geringfügig 
ist ferner bei No. 2 (A. Mager No. 60) die Abhängigkeit des Ganges von der Temperatur, obschou dieses 
Chronometer nur mit der gewöhnlichen Kompensations-Vorrichtung versehen war, und ist die grosse Vollendung, 
welche der Fabrikant letzterer zu geben gewusst hat, rühmend anzuerkennen. 
Als gleichfalls „von ausgezeichneter Güte“ dürfen die beiden Chronometer No. 3 und 4, Th. Knob- 
licli No. 1953 und W. Bröcking No. 982, bezeichnet werden, und da die Beträge bei den Chronometern 
No. 1, 2 und 3 den in dem Konkurrenz-Ausschreiben festgesetzten Werth von 35 Sekunden nicht erreichten, 
bei No. 4 nur unerheblich überstiegen, so wurden dieselben von der Kaiserlichen Admiralität in Gemässheit 
des von ihr gemachten Anerbietens — und zwar Chronometer Bröcking No. 937 zum Preise von Ai. 1500, 
Mager No. 60 zum Preise von M. 1200, Knoblich No. 1935 zum Preise von j\4.. 1000 und Bröcking No. 982 
zu Ai. 900 — angekauft. Es folgen hierauf die drei Chronometer No. 5, 6 und 7, — wo die charakteris 
tischen Zahlenwerthe 41.3 bis 41.7 Sekunden fast genau Zusammenfällen, — denen das Prädikat „von 
besonderer Güte“ gebührt. Als „recht gut“ sind ferner die Chronometer der Gruppe No. 8—14, mit 
den charakteristischen Zahlenwerthen 44 bis 48 Sekunden zu bezeichnen. Aus den Kolumnen A und B 
erkennt man, dass, mit Ausnahme des Chronometers No. 10, der Wertli B bei diesen Uhren sich nahezu 
gleich bleibt, während der Werth A, der grösste Unterschied im Dekadengange, die Reihenfolge der Chrono 
meter hier bestimmt; da sämmtliche Uhren noch neue Instrumente waren, so steht zu erwarten, dass die 
Grösse A — welche bei allen an und für sich geringfügig ist — hier von der Acceleration beeinflusst 
wurde, uud. sind diese Uhren als von nahezu gleicher Güte zu betrachten. Auf die Gruppe No. 8—14 folgt 
Gruppe No. 15—21, mit den Zahlenwerthen 52 bis 55 Sekunden, welche gleichfalls als „gut“ und für die 
Zwecke der Schifffahrt durchaus verwendbar bezeichnet werden dürfen. 
Die jetzt folgende letzte Gruppe umfasst die Chronometer No. 22—40; es zeigen sich hier die Ein 
wirkungen einer ungenügenden Kompensation, verbunden mit anderen Fehlern und starker Acceleration, 
in stetiger Zunahme begriffen, und muss das Verhalten der letzten dieser Uhren als ein unbefriedigendes 
bezeichnet werden. Ein besonderes Interesse nimmt das Chronometer Petersen No. 82, das letzte der 
Gangtabellen, für sich in Anspruch, weil es zeigt wie ein Instrument, dessen sonstige Fehlerlosigkeit von 
dem Fabrikanten nach beendigter Prüfung konstatirt wurde, wesentlich dadurch eine tiefe Stelle in der 
Rangliste einnehmen konnte, dass es noch zu neu und demnach, besonders im Anfänge, noch mit einer 
ausserordentlich starken Acceleration behaftet war. Es kann daher den Herren Fabrikanten nicht dringend 
genug empfohlen werden, nur solche Instrumente zu den Konkurrenzprüfungen einzuliefern, bei welchen sie 
Archiv 1880. 4. 
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