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Full text: Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte, 3 (1880)

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Temperatur darstellt, im vorliegenden Falle von der bei neuen Chronometern unvermeidlichen Acceleration 
mit beeinflusst wurde. Es dürfte daher aus diesem Grunde schwer werden, einem dieser Instrumente vor 
dem anderen einen wesentlichen Vorzug in der Güte einzuräumen, und sind sie unseres Erachtens sämmtlich 
als recht gut zu betrachten. Gruppe III enthält die Chronometer No. 21 bis 25 mit dem Werthe A2 B 
zwischen den engen Grenzen 57—60 Sek., welchen jedenfalls das Prädikat gut zu ertheilen ist, während 
Gruppe IV die Chronometer No. 26—88 mit den charakteristischen Zahlenwertlien 65—74 Sek. umfasst, 
welche für die Zwecke der Schifffahrt als durchaus brauchbar bezeichnet werden dürfen, wenngleich die 
Beträge der Kolumne A. hier bereits anfangen, ziemlich erheblich zu werden. In Gruppe V befinden sich 
die übrigen Chronometer No. 39 — 51, mit den Werthen A-j-2B zwischen den weiten Grenzen 87-—132 Sek.; 
bei diesen Instrumenten haben die Einflüsse einer ungenügenden Temperaturkompensation verbunden mit 
anderen Fehlern und einer starken Acceleration zusammengewirkt, um das Ergebniss der Prüfung zu einem 
weniger befriedigenden zu machen. 
Auf Grund des Seitens der Direktion der Seewarte an die Kaiserliche Admiralität erstatteten Berichtes 
über die Resultate dieser zweiten Konkurrenzprüfung, wurden, seitens des Hydrographischen Bureaus der 
Kaiserlichen Admiralität ausser den bereits angeführten Chronometern No. 1—4 noch die anderen in den 
Tabellen mit den Nummern bis inkl. 14 bezeichneten Chronometer für die Zwecke der Kaiserlichen Marine 
zu den von den Fabrikanten geforderten Preisen angekauft, ausserdem wurden durch die Vermittelung des 
Instituts die beiden Chronometer No. 15 und 16 von der Königlichen Universitäts - Sternwarte und dem 
Königlichen physikalischen Institute zu Göttingen angekauft. 
Wenngleich, wie bereits in unserer ersten Abhandlung hervorgehoben, der hier in Anwendung ge 
brachte Beurtheilungsmodus, insbesondere die Bestimmung, dass der Grösse B der doppelte Betrag beigelegt 
werden soll, mit Recht dem Vorwurfe einer gewissen Empirie unterliegt, so scheint er uns dennoch, wenn 
wir zunächst von der neuerdings von Herrn Dr. Borgen in Jahrgang 9, Heft V, der Annalen der Hydro 
graphie proponirten Ergänzung desselben absehen, noch immer vor den meisten andern bisher in Vorschlag 
gebrachten Verfahren den Vorzug zu verdienen, und namentlich die bei vergleichenden Prüfungen nahe 
liegende Möglichkeit der Benachtheiligung der mit Hülfskompensation versehenen Chronometer vor den mit 
gewöhnlicher Kompensation versehenen wesentlich auszuschliessen. 
Allerdings kann dieser Modus nur da mit Erfolg in Anwendung gebracht werden, wo die Einrichtungen 
zur Wärmeregulirung derartig sind, dass die Temperaturen allmählich, und um kleine Beträge, z. B. von 5 
zu 5 Grad, verändert werden können, und Schwankungen in den Tagestemperaturen, welche von den Mittel- 
werthen erheblich abweichen, nicht zu befürchten stehen. An Orten, wo die Temperaturen nur in Beträgen 
von 10 oder gar 15 Grad variirt werden — das Verhalten der Uhren somit thatsächlich nur in den 
3 Temperaturen von etwa 5, 15—20, und 30 Grad Cels. beobachtet wird, — würde dieses Beurtheilungs- 
verfahren, namentlich bei der Bestimmung der Grösse B, zu abweichenden, mit den hier gegebenen nicht 
vergleichbaren, Zahlenwertlien Miren, ganz abgesehen davon, dass derartige sprungweise Temperatur- 
Variationen häufig permanente Veränderungen im Oel und somit auch im Chronometergange zur Folge 
haben, die die Prüfungsresultate illusorisch machen können. 
Versuchen wir jetzt, gleichwie in unserer ersten Abhandlung, das Verhalten einer Anzahl dieser 
Chronometer während der Untersuchung mit Hülfe der Villarceau’schen Gangformel darzustellen, und 
für die betreffenden Instrumente die die Veränderungen des Ganges in der Zeit und in der Temperatur 
bedingenden Differentialquotienten abzuleiten. 
Bekanntlich betrachtet Vi 11 arce au den Gang g eines Chronometers als eine Funktion der beiden 
unabhängigen Variabein t und 9, der Zeit und Temperatur, und sucht ihn vermittelst des Taylor’schen 
Lehrsatzes, durch folgende Reihe näherungsweise darzustellen: 
Wg (t'-ty 
dt 2 1.2 
de 
(0'-6>)+ 
d' l g 
de 2 
(e'-ey d 2 g 
1.2 + dtde 
(f—t) (0'-0)+. • ■. 
wo g den Anfangsgang für eine bestimmte Epoche t und Temperatur 9, g den Gang für eine andere Zeit 
f und Temperatur 9' bedeutet, und » jfv ff» ^ u - s - die mit den Potenzen der endlichen Zuwächse 
der Veränderlichen zu multiplizirenden Differentialquotienten der Funktion sind.
	        
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