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Full text: Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte, 3 (1880)

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Temperatur-Anomalie und lassen die Stationen an den Seen fort, weil hier der Temperaturgegensatz zwischen 
Wasser und Land die allgemeinen Strömungen noch mehr verdecken dürfte. Für Dakota nehmen wir das 
Mittel von Pembina, Bismarck und Yankton; für Minnesota: Breckenridge, Duluth und St. Paul; für Iowa: 
Keokuk, Davenport und Dubuque; für das untere Missourithal: N. Platte, Omaha und St. Louis; für Tennessee: 
Memphis, Knoxville and Nashville. Die Tafel giebt die Häufigkeit der Winde in Prozenten, für den Winter 
(Dezember bis Februar), einerseits von 1877/78, andererseits im vieljährigen Durchschnitt, 
Dakota (8 Stationen) 
Tennessee (3 Stationen) 
N 
A’E 
E 
SE 
s 
sw 
w 
NW 
Still 
| 1878 
10 
25 
10 
8 
13 
17 
8 
4 
5 
(Norm. 
19 
7 
12 
10 
9 
8 
12 
23 
| 1878 
20 
12 
9 
9 
10 
13 
7 
11 
10 
’ 1 Norm. 
11 
8 
6 
12 
16 
12 
16 
18 
I 1878 
13 
13 
7 
13 
15 
7 
7 
16 
9 
(Norm. 
8 
8 
6 
11 
10 
14 
15 
27 
. ( 1878 
19 
23 
11 
5 
19 
9 
6 
5 
3 
■Q Norm.. 
18 
7 
4 
11 
15 
11 
13 
21 
1 1878 
8 
11 
14 
12 
8 
11 
10 
12 
14 
(Norm. 
7 
11 
5 
14 
7 
27 
17 
12 
Hiernach sind nur im Allgemeinen die östlichen Winde häufiger und die westlichen Winde seltener 
gewesen als normal; das Verhalten der nördlichen und südlichen Winde ist unentschieden. In Iowa und 
Tennessee zeigen sich die Winde 1877/78 gleichmässiger über die Windrose vertheilt, als im mehrjährigen 
Durchschnitt, und überhaupt kann von einem starken Vorwalten einer Luftströmung in diesem Winter nach 
diesen Angaben nicht die Bede sein. 
In den beiden Monaten mit der grössten relativen Wärme, im Dezember und März, hatten die Gegenden 
wo die Anomalie der Temperatur am grössten war, das Missourithal und Minnesota, eine fast doppelt so 
grosse Niederschlagsmenge wie gewöhnlich. Im Uebrigen jedoch war die Wärme in diesem Winter eher von 
Trockenheit, als von Nässe begleitet. In den Thälern des oberen Mississippi und Missouri war der Januar 
fast gänzlich regen- und schneelos; in Tennessee fiel im Februar und März, in den südlichen atlantischen 
Staaten im März, in Neuengland und an den unteren Seen im Dezember nur etwa die Hälfte der normalen 
Niederschlagsmenge. Leider besitzen wir keine Angaben über die mittlere Bewölkung an den Stationen des 
Signal Service und deren Verhältniss zu der normalen; allein wie oben S. 10 für Iowa, so können wir auch 
für Toronto feststellen, dass im Allgemeinen die Bewölkung nicht ungewöhnlich stark war, im Gegentheil es 
im Laufe des Winters zahlreiche heitere Tage gab, an denen die Ausstrahlung scheinbar wenig behindert 
war. Die mittlere Bewölkung betrug in Toronto: 
Dezember Januar Februar März 
1841—71 7.5 7.3 7.2 6.3 
1877/78 7.6 7.7 (6.4) 6.0 (5.e) 6.6 (6.1) 
Die in Klammern hinzugefügten Werthe sind die Durchschnittszahlen aus allen Stationen von Zentral- 
Ontario, zum Vergleich mit Toronto selbst. 
Mit Ausnahme von Italien und der Nordküste Islands, wo die Temperatur in allen drei Monaten des 
ersten Quartals von 1878 etwas unter der normalen lag, war auch in Europa und in den arktischen Grenz 
gebieten des Atlantischen Ozeans die Temperatur andauernd oder theilweise über normal; eine erhebliche 
negative Temperatur-Anomalie zeigte sich in diesem Zeiträume überhaupt nur im Januar, im Inneren von 
Russland. Doch war der Ueberschuss an Wärme in Europa im Allgemeinen nur massig, am bedeutendsten 
einerseits im nördlichen Schweden, andererseits am Eingänge des Finnischen und des Rigaer Busens. Die 
Witterungsbedingungen, unter welchen die abnorme Wärme in diesen beiden Gebieten auftrat, waren, trotz 
ihrer nahen Nachbarschaft, ziemlich verschieden. Auf der Ostseite des Baltischen Meeres war die Bewöl 
kung in diesen Monaten im Allgemeinen etwas grösser als normal, die Niederschlagsmenge allerdings im 
Februar gering, in den beiden anderen Monaten jedoch ziemlich bedeutend. In Nordschweden hingegen 
waren alle drei Monate arm an Niederschlägen, der März freilich nur im äussersten Norden; im Februar 
fiel nicht nur hier, sondern auch im ganzen übrigen Schweden (bis auf Lund) kaum 1 / 3 der gewöhnlichen 
Archiv 1880. 8. 
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