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fullscreen: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 11 (1883)

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Kl eine hydrographische Notizen. 
Fahrzeuges gesichtet. Es ist übrigens auch kein Bericht bekannt, wonach 
wirklich Lotnuhgeu auf den gemeldeten flachen Stellen gemacht worden waren. 
Die Rifflinic längs der Küste von Cuba und gegenüber dem Antonio 
Knoll scheint sich ungefähr 1 l 2 * /r Sm weiter westlich zu erstrecken, als solches 
auf den Karten angegeben ist; das Rift' selbst konnte jedoch wegen der un 
günstigen Witterung nicht genau untersucht werden. 
Die Strömung in der Nähe des Kap San Antonio setzt mit dem Winde: 
nur dicht bei dem Riff setzt dieselbe südwärts. 
*2. Beschreibung des Hafens von Tsuruga an derNW-Küste von 
Nippon. Japan. 1 ) Nach einem Bericht des Kommandanten S. M. S. „Leipzig*. 
Korv.-Kapt. Hcrbig, liegt Tsuruga in der SW-Eeke einer 5 Sm langen, breiten 
Bucht, welche sieh in der Richtung Nord—Süd erstreckt und überall bis dicht 
unter Land oino Wassertiefo von 36 in hat. Die Einfahrt ist klar und frei von 
jeder Untiefe. Sic ist unter allen Verhältnissen möglich, namentlich wenn die 
Östküste gchalfen wird. Die einzige Stelle, welche beim Passiren mit Vorsicht 
augesegelt werdcu mufs, befindet sich vor der Warasvga Bucht, jedoch sind 
die zu ihrer Vermeidung aufgelegten Marken leicht zu finden und sehr bequem. 
Wenngleich in den Segel an weisungcu augegeben ist, dafs bei Nord- 
siünucn eine hohe Dünung und Sec in die Bucht stehen kann, so ist diese für die 
Sicherheit der dort ankernden Schiffe von keinem Eiuflufs, da in diesem Falle in 
der kleinen liafenartigcu Bucht bei Warasuga und Jogo bei genügender Wassertiefe 
und Raumausdehnung sicherer Schutz gegen Wind und See gefunden werden 
kann. Die Rhede von Tsuruga selbst ist allerdings der See bei Nordstürmen 
direkt ausgesetzt; von der japanischen Regierung wird zum Schutze des 
Theilcs der Rhede unmittelbar vor der Stadt ein sich von Osten nach Westen 
erstreckender Wellenbrecher, aus grofsen vierkantigen Steinen bestehend, in eiuer 
Läugenausdehnung von 90<> bis 1000 m geplant, von welchem bereits 400 m 
fertiggestellt und zum Zweck des besseren Ladens und Löschens von Schiffen 
mit Eisenbahugeleiscu versehen sind. Das Bauen dieser Mole konnte während 
des Aufenthaltes der „Leipzig“ in Tsuruga beobachtet werden, da ununter 
brochen grofse mit Steinen beladene Prähme ihren Inhalt nach Angabe des den 
Bau beaufsichtigenden Ingenieurs entleerten. 
Tsuruga zählt mit den umliegenden Ortschaften 28 600 Einwohner, von 
welchen der in Tsuruga selbst wohnende Tlieil in 3000 Häusern Unterkommen 
findet. Der Haupterwerb dieser aussehliefslich aus Japanern bestehenden Be 
völkerung ist der Fischfang. Die Fische werden geräuchert und getrocknet 
und gehen so nach allen Theilen Japans. Sobald das in der Anlage begriffene 
Eisenbahnnetz erst weiter ausgebaut und dem Betriebe übergeben sein wird, 
werden sich noch andere Erwerbsquellen für die Bewohner eröffnen. 
3. Beschreibung der Bucht von Niegata 8 ) an der NW-Küste 
von Nippon. Japan. Nach einem Bericht desselben Kommandanten nimmt die 
Bucht von Niegata die drei Müudungsarmo der Flüsse Kasabogawa uud Sinanogawa 
auf; der südliche Mündungsarm, der Sinanogawa, bildet an seiner Mündung 
eine Barre, welche etwa ‘/2 Sm seewärts und parallel der Küste sich erstreckt. 
Uebcr diese Barre führen zwei Kanäle, deren Lauf sich jedoch fast täglich 
ändert. Der Flufs selbst hat landwärts von der Barre eine Wassertiefe von 
6 bis 8 m bei niedrigstem Wasserstande, der Unterschied zwischen Hoch- und 
Niedrigwasser beträgt 0,6m. Es lag schon lange in der Absicht der Regierung, 
diese Barre fortzuschaffeu bezw. durch eine Einfahrt von genügender Breite und 
Tiefe die Flufsmündung selbst uud somit die Stadt Niegata zu oinern Hafen zu 
gestalten, um so das Laden uud Löschen der grofsen Seeschiffe im Hafen direkt 
vornehmen zu können, welches zur Zeit durch Dschunken und bei nördlichem 
Winde und in den schlechten Jahreszeiten unter dem Schutz der Küste der Insel 
Sado geschehen mufs. 
Die Ansegelung der Rhede von Niegata ist einfach; die Verschiedenheit 
der Küstenformation bietet gute Marken für das Iiinsegcln in die Bucht. Der 
0 Vgl. „North Pacific Directory“, A. G. Findlay, pag. 663, und „China Sea Directory“ Vo!. IV, 
1873, pag. 31G. 
2 ) Vgl. „North Pacific Directory“, A. G. Findlay, pag. 659, und „China Sea Directory“ Vol. IV, 
1873, pag. 321.
	        
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