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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Burath: Die Erforschung der erdmagnetischen Verhältnisse des Nordatlant. Ozeans usw. 613 
Das Unternehmen bildet einen Teil der großen Aufgabe, die sich das 
Carnegie-Institut in Washington gestellt hat, und die darin besteht, die erd- 
magnetischen Verhältnisse der verschiedenen Ozeane mit besonders zu diesem 
Zweck bestimmten Schiffen zu erforschen. Den ersten Abschnitt dieser ungefähr 
12 Jahre beanspruchenden Aufgabe stellen die verschiedenen Kreuzfahrten dar, 
die das Schiff. »Galilee« in den Jahren 1905 bis 1908 in dem Stillen Ozean aus- 
geführt hat. 
An zweiter Stelle ist nun im September 1909 die Untersuchung des 
Atlantischen Ozeans mit dem Schiff »Carnegie« in Angriff genommen. worden. 
Die bei den Fahrten im Stillen Ozean gesammelten Erfahrungen haben es 
wünschenswert. erscheinen lassen, zur Fortführung des Unternehmens ein Schiff 
zu besitzen, bei dessen Bau von vornherein in jeder Beziehung auf seine Be- 
stimmung als Spezialschiff Rücksicht genommen ist. Im vorliegenden Falle 
handelte es sich hauptsächlich darum, bei dem Bau des Schiffes jedwede Ver- 
wendung von Eisen nach Möglichkeit zu vermeiden, um einen störenden Einfluß 
von etwa vorhandenem Schiffsmagnetismus auf die Bordinstrumente auszuschalten, 
In der Tat ist das neue Schiff »Carnegie«, ein mit einer Hilfsmaschine aus- 
gerüsteter Segler, als eisenfrei zu bezeichnen, da zahlreiche Beobachtungen zweifel- 
los ergeben haben, daß die wenigen bei der Hilfsmaschine unvermeidlichen Eisen- 
teile, deren Gesamtmasse nur 600 Pfund beträgt, bei ihrer beträchtlichen Ent- 
fernung von den Beobachtungspfeilern keinen meßbaren Einfluß auf die 
magnetischen Instrumente mehr ausüben. 
Die instrumentelle Ausrüstung des Schiffes besteht aus einem Satz von 
Instrumenten, die zu den Beobachtungen auf See bestimmt sind, und einer Reihe 
der gewöhnlichen zu Landbeobachtungen dienenden Instrumente, die beim Auf- 
enthalt in den Häfen bei Vergleichsbeobachtungen zur Kontrolle der Bord- 
instrumente Verwendung finden, Diese letzteren sind an vier verschiedenen 
Punkten des Schiffes aufgestellt. 
Mittschiffs auf der Brücke befindet sich das Hauptinstrument, mit dem 
die Deklinationsbeobachtungen angestellt werden. Es ist dies ein 8zölliger 
Ritchie- Fluidkompaß mit einer sinnreichen Einrichtung, die es ermöglicht, im 
Augenblick der Peilung des Objektes den jeweiligen Schwingungsbogen des 
Magnetsystems abzulesen, so daß der Beobachter stets in der Lage ist, anzugeben, 
auf welchen Punkt der schwingenden Rose sich das beobachtete Azimut bezieht. 
Eine ausführliche Beschreibung dieses Instruments, mit dem sich in 5 bis 10 Minuten 
eine vollständige Deklinationsbestimmung ‘ mit einer Genauigkeit von */,„ Grad 
ausführen läßt, findet sich im Märzheft 1909 der Zeitschrift »Terr. Magnet.« 
In dem vor der Brücke befindlichen Beobachtungshäuschen ist ein Lloyd- 
Creaksches Inklinatorium aufgestellt, mit dem sowohl die Inklination als auch 
die Totalintensität des Erdmagnetismus gemessen werden kann. Eine Be- 
schreibung des Instruments, das in derselben Form bereits bei der Vermessung 
des Stillen Ozeans mit großem Erfolge benutzt worden ist, ist im Juniheft 1906 
der Zeitschrift »Terr, Magnet.« enthalten. 
In dem zweiten hinter der Brücke befindlichen Häuschen ist ein Apparat 
zur Bestimmung der Horizontalintensität, ein Ritchie-Fluid-Kompaß mit Deflektor, 
untergebracht, dessen Beschreibung sich in Band XIV derselben Zeitschrift be- 
findet. Die Intensität wird durch Sinusablenkungen mit zwei Magneten aus zwei 
verschiedenen Entfernungen bestimmt. Um die während einer-Beobachtung etwa 
erfolgende Drehung des Schiffes und die damit verbundene Horizontalverschiebung 
des Steuerstriches, von dem aus die Ablenkungswinkel gezählt werden, berück- 
sichtigen zu können, befindet sich senkrecht unter dem Hauptkompaß auf der 
Brücke innerhalb des Deckhauses noch ein Thomsonscher Trockenkompaß, an 
dem gleichzeitig mit den Ablenkungsbeobachtungen die Drehungen des Schiffes 
beobachtet werden. . 
Der Weg, den das Schiff auf seiner ersten Rundreise im nördlichen 
Atlantischen Ozean in der Zeit vom 1. September 1909 bis zum 13. Februar 1910 
zurückgelegt hat, nahm ungefähr folgenden Verlauf. Von New-York ausgehend 
fuhr das Schiff. zunächst nach Newfoundland und von dort, ungefähr dem
	        
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