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Full text: 48, 1929/1930

Lucie Raehder: Grundlagen und Versuch einer landschaftskundl. Gliederung der liördl. algerischen Sahara. 37 
?. Die Pfannenzone der Weia und der Kessel von Mellala. 
Ähnlich wie im Norden die Region der Dayas zur eigentlichen Chebka überleitet, bildet im Osten 
die Zone der Weia den Übergang zur Mzabtafel. Die öde Hamada, die sich westlich von Wargla aus 
breitet, ist mit grobem, eckigem Geröll aus zerfressenem Sandstein, Kies und zwischendurch Sand 
bedeckt. Zahllose flache, 1—4 m tiefe Mulden und Pfannen mit etwa 10—100 m Durchmessern sind in 
diese Hamada eingesenkt. Ihr Boden ist mit Sand und feinstem Schutt, ihre Ränder mit grobem, eckigem 
Schutt bedeckt 16 ). Im Gegensatz zu den frischgrünen Gebüschpfannen der Dayas sind die ihnen in der 
Form so ähnlichen, wenn auch allgemein etwas kleineren Weia vegetationslos. 
In dieser öden Hamada liegt nahe am östlichen Plateaurand der große Kessel von Mellala (genannt 
nach dem in ihm gelegenen Bordj), der ein von seiner Umgebung völlig abweichendes Aussehen hat 
und darum innerhalb der Hamada einen eigenen Landschaftsteil darstellt. 
Knollenssnst Knollens3nJtb Düne Tuff Gips 
Sands t Hamadi 
Kalkst harn. 
Knollensdsh 
Abb. 6. Der Kessel von Mellala. Skizze Passarge, Tagebuch 4. X. 07 
Nähert man sich dem Kessel von Mellala über die Hamada in westlicher Richtung, so sieht man 
zunächst einen schneeweißen Berg aus der Ebene auftauchen. Geht man näher heran, so zeigt es sich, 
daß es sich um eine hohe Sanddüne in einer riesigen Depression handelt, die ihre Umrandung weit 
überragt. Die stark zerfurchten, etwa 10—20 m hohen Ränder der Senke, deren östlicher Rand steil, 
deren westlicher aber sanft abfällt, und von denen durch lineare Abtragung zum Teil Zeugen abgeteilt 
sind, bestehen aus roten Knollensandsteinen. Die Sohle der Einsenkung, die eine stark zerschnittene 
Terrasse von roten und hellgrauen bis rötlichen Sandsteinknollen besitzt, bilden ebenfalls Sandstein 
knollen und Konglomerate. Auf der tiefsten Stelle der Depression erhebt sich wohl 100—120 m hoch die 
große Düne, an die sich nach Norden ein langer Dünenzug anschließt, zwischen dessen niedrigen Sand 
hügeln weißer Tuffboden zutage tritt, der sich schließlich in breiter Fläche entwickelt. Kleine Vt—1 m 
hohe, aus geschichteten weißen Tuffmassen gebildete Zeugenberge sind durch Winderosion auf der 
stellenweise zerplatzten und in Schollen aufgewulsteten Tuffoberfläche zurückgeblieben, die mit oft 
harten, fingerdicken Krusten bedeckt ist. An dieses vegetationslose Tuffbodenterrain schließt sich eine 
merkwürdige Zone an, die durch dichtgedrängte, aber doch isolierte, J4—1 m hohe Hügel und Rücken 
charakterisiert wird. Diese bestehen aus einer Gipskruste von 10—15 cm Dicke, die sich aus parallelen 
Gipskristallen zusammensetzt. Die Kruste ist teils blasenförmig aufgetrieben und oben zerplatzt und 
eingesunken. Stellenweise treten die Buckel in Form langer Rücken auf, deren Kämme wie auf den 
Salzschollen zerplatzt sind. Diese Kupstenzone, die in den niedrigen, blasenartigen Buckeln der Daya- 
zone eine Parallele besitzt, wird teilweise von rotem Flugsand bedeckt. Ihre Entstehung erklärt 
Passarge folgendermaßen: „Anscheinend lag unter einer Tuff decke Anhydrit. Dieser hat sich unter 
Schwellung infolge von Wasseraufnähme geworfen, gebläht und die merkwürdigen Kupsten erzeugt.“ 
Über dem Tuff folgt weiße Tufferde und Schutt aus Feuerstein, Quarz, geriefeltem Kalkstein, Sandstein 
—- endlich eine graue Kalksteinhamada mit flachen rundlichen Sandschalen von 5—20 m im Durchmesser 
und spärlicher Vegetation. Der nicht weit im Norden liegende Sandsteinplateaurand wird durch einen 
allmählichen Übergang von roten Sandsteinknollen nebst Kalksteinen in zwei, allerdings undeutlich 
erkennbaren Stufen (von der Kalksteinhamada aus) angekündigt. 
Die Entstehung dieses Kessels von Mellala ist unklar. Passarge sagt darüber 17 ): „Am wahrschein 
lichsten könnte Winderosion erscheinen, mindestens hat diese geholfen, die Formen zu bestimmen. Der 
Steilrand der Ostseite, der Flachrand der Westseite gehört wohl hierher, ferner die Zeugen auf der Tuff 
fläche. Allein wie sind Tuff und Gips in den Kessel geraten? Der Kessel muß da gewesen sein, als sie 
16 ) Passarge, Tagebuch 3. Oktober 1907. 
17 ) Passarge, Tagebuch 4. Oktober 1907. Passarge ist m. W, der einzige, der diesen Kessel beschreibt,
	        
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