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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 4 (1876)

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auf Start Point gesetzt, Am 4. März Morgens 6 Uhr wurde die Maschine 
wieder gestoppt, da der NW - Wind in der Stärke 5—9 mit Böen und Regen 
anhielt. Nachmittags 2" 30%" bekamen wir Start Point in Sicht, hielten darauf 
ab und segelten in dem Feuerkreis von Portland etc. ostwärts. 
Am 5. März nahm der westliche Wind etwas ab, Regen und dickes 
Wetter aber zu, so dass ich, um noch vor Eintritt der Nacht aus dem Kanal 
zu kommen, die Maschine von Mittag ab mitarbeiten liess. Bei Dungeness und 
Dover war es ganz dick, so dass wir die Feuer von South Foreland Abends 
6 15" nur auf ein paar Secunden in Sicht bekamen. Ich ging östlich von Good- 
win-Sand über die „Falls“ und passirte bei klarer Luft Abends 11'% Uhr 
Galloper in circa 6 Seem. Abstand; von hier wurde der in den Segeldirectionen 
bei West-Winden angerathene Kurs NO!2N gesteuert. 
Am 6. März nahm der Westwind wieder zu, erreichte Abends eine Stärke 
von 8 bis 10, so dass die Maschine Morgens 7'/3 Uhr gestoppt, Marssegel 
doppelt, die Fock dicht gerefft wurden, Das Mittagsbesteck zeigte eine Strom- 
versetzung von 1l.s Seem. die Stunde nach Osten, also so viel, dass der Segel- 
directions-Kurs bei harten West-Winden nicht genügend hoch war; ich steuerte 
deshalb von Mittag ab NNO'!/20. Am Abend, wo der Wind bei stetig fallen- 
dem Barometer auf WNW gegangen war, kam bei der mittlerweile aufgekom- 
menen sehr hohen brechenden See viel Wasser auf Deck, speciell in Lee, so 
dass die Leeregeling oft unter Wasser war, Das Schiff holte sehr hart über, 
hielt sich aber vortrefflich. 
Am 7. März Morgens nahm der Wind etwas ab, blieb aber zwischen 
NW und West; dazu kam bei immer weiter fallendem Barometer Regen und 
später sogar Schnee und grosse Kälte; ich hatte noch so viel Kohlen, dass ich, 
um schnell vorwärts zu kommen, die Maschine mit halber Fahrt mitgehen liess. 
Bis Mittag hatten wir wieder einen östlichen Strom von 1.4 Seem. die Stunde 
gehabt, ein weiterer Beweis dafür, dass der von den Segeldirectionen bei west- 
lichen Winden für die Nordsee angerathene NO!AN-Kurs zu niedrig führt. 
Am Nachmittag konnten wir nach dem Skagerrack abhalten, Hanstholmen, 
welches ich vor Mitternacht in Sicht bekommen sollte, war Schneegestöbers und 
dick bezogener Luft wegen nicht zu sehen. 
Am 8. März Morgens 3'/2a Uhr kam Hirtshals - Feuer in Sicht und um 
8 Uhr passirten wir Skagen. Der Wind ging im Laufe des Tages bei noch 
immer fallendem Barometer von NW über West auf SSW, so dass wir bei Fornds 
Nachmittags 5 Uhr die Segel zum erstenmal, seitdem wir sie vor Santander ge- 
setzt, fest machen mussten. Am 9, März, als wir um 2 Uhr Nachts Sprogoe 
passirten, frischte der südliche Wind bei weiter fallendem Barometer (der beim 
Abgang von Santander auf 775.4" stand und bis hierher bis auf 733“ gefallen 
ist) mit strömendem eiskaltem Regen und ganz dicker Luft bis zur Stärke von 
8—10 auf, so dass wir — mit vollem Dampf gehend — doch nur langsam vor- 
wärts kamen. Um 9 Uhr passirten wir Fakkebjerg, konnten etwas abhalten 
und dabei die Schratsegel setzen; der Wind nahm auch ab, so dass wir um 107% 
Uhr die heimische Küste in Sicht bekamen. Um 12 Uhr Mittags passirten wir 
Friedrichsort und machten um 1 Uhr im Hafen von Kiel an der Boje fest.“ 
Aus den Reiseberichten S. M. Kbt. „Cyclop‘“, Capt.-Lieutenant 
Y. Reiche. 
l. Bemerkungen über Foochow und die Pagoda-Rhede am 
Flusse Min in China. 
Im Anschluss an die Angaben über die Wassertiefen und die Ufer und 
Arme des Flusses Min unter- und oberhalb der Pagoda-Rhede bei Foochow 
(s. diese Annal. 1876 pag. 95) bringen wir hier einen Bericht des Commandanten 
S. M. Kbt. „Cyclop“, Capt.-Lieut. v. Reiche über die von ihm zu Pagoda:
	        
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