Deutsches Ozeanographisches Datenzentrum
95
Ozean und in der angrenzenden Atmosphäre gemessen als erster Beitrag zum
GEOSECS-Programm (Geochemical Ocean Section Study), das von verschiedenen
amerikanischen Institutionen geplant wurde.
Wie sich sprengseismische Arbeiten auf den Schiffskörper und die Maschinen
anlage auswirken, untersuchte man auf der 2 4. Fahrt (8. 9.—30. 9. 71) im See
gebiet bei den Shetland-Inseln und bei den Färöer. Außerdem erprobte das Institut
für Angewandte Physik der Universität Kiel neuentwickelte Meßgeräte. Fahrtleiter
war Dr. W. Bettac, DHI.
Die 25. Forschungsfahrt (19.10.-14.12. 71) koordinierte und leitete Prof.
Dr. E. Seibold, Geologisch-Paläontologisches Institut der Universität Kiel. Geolo
gische und geophysikalische Arbeiten am nordwestafrikanischen Kontinentalrand
erhellten die erdgeschichtliche Entwicklung dieses Gebiets.
Dazu wurden u. a. auf 3250 sm Meßfahrt rund 175 000 Schüsse mit einer Luftkanone
(Air Gun) zur seismischen Aufklärung des Meeresuntergrundes abgegeben; auf 93
Stationen entnahm man über 250 Bodenproben, z. T. mit einem neuentwickelten
großen Vibrationslot.
Die Arbeiten während dieser Fahrt dienten auch der Klärung der Frage, wie sich
das Phänomen des nährstoffreichen Auftriebwassers (vgl. Fahrt Nr. 19) in der
dortigen Sedimentation niederschlägt.
Auf den bisher 25 Fahrten legte das Forschungsschiff „Meteor“ 209 915 Seemeilen
zurück, auf mehr als der Hälfte dieser Strecke (125127 sm) wurde für das See
kartenwerk vermessen. 999 Wissenschaftler und Techniker von 133 verschiedenen
Instituten wurden eingeschifft, davon kamen 103 aus ausländischen Instituten.
II. DEUTSCHES OZEANOGRAPHISCHES DATENZENTRUM (DOD)
Wie in den Vorjahren, bestand im Berichtszeitraum die Haupttätigkeit des DOD
darin, die laufend anfallenden hydrographischen Beobachtungen
(Temperatur, Salzgehalt und einige chemische Parameter) und sedimento-
logische Daten zusammenzutragen und in Lochkarten zu speichern. Insge
samt konnten die Meßwerte von
4 395 Stationen hydrographischer Serien,
4189 Bathythermographen-Stationen,
11 953 Oberflächenbeobachtungen der Temperatur und des Salzgehaltes
gespeichert werden.
Bemerkenswert ist, daß relativ wenige chemische Meßwerte eingingen, obwohl -
gerade im Zusammenhang mit den Problemen der Meeresverschmutzung — inten
siv auf See gemessen wird. Mit den neu verarbeiteten Daten erhöhte sich der
Bestand im Archiv auf rund
15 000 Serienstationen,
14 000 Bathythermographen-Stationen,
28 000 reine Oberflächenmessungen.
Insgesamt lagerten am 31. Dezember 1971 rund 150 000 Lochkarten im Archiv des
DOD. Alle Daten sind nach Schiffen, Forschungsreisen und Meßmethoden geordnet.
Wie sich zeigte, ist diese Ordnung nur in wenigen Fällen geeignet, Interessenten