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Full text : Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte, 2 (1879)

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allen  Seiten  mit  Ausnahme  des  Daches  und  der  Südseite  von  Jalousien  zusammengesetzten  Gehäuse,  welches
oben  ein  längeres  Ventilationsrohr  li  trägt.  Die  in  Fig.  1  abgehildeten  grossen  Jalousieflügel  E  E  verhindern
die  direkte  Sonnenbestrahlung  des  eigentlichen  Thermometergehäuses,  da  ihre  Ausdehnungen  so  berechnet
und  hei  der  Anfertigung  innegehalten  sind,  dass,  selbst  zur  Zeit  der  grössten  nördlichen  Deklination  der
Sonne,  diese  bei  ihrem  Auf-  und  Untergange  doch  das  innere  Gehäuse  nicht  hescheint.  Aus  diesem  Grunde
stehen  auch  die  Flügel  E  E  so  beträchtlich  weit  gegen  das  Thermometergehäuse  vor.  Dasselbe,  dessen
nördliche  Ansicht  die  Figur  2  zwischen  A  A  und  dessen  Querschnitt  die  Figur  3,  ebenfalls  zwischen  A  A,
wiedergiebt,  ist  auf  der  Nordseite  durch  Glasjalousien,  auf  der  Ost-  und  Westseite  durch  Zinkjalousien  und
am  Boden  durch  einen  Holzrost  begrenzt,  unterhalb  dessen  sich  ein  nach  Norden  schräg  abfallendes  Holzdach ­
  D  (Fig.  3)  befindet,  um  auch  jede  Bodenstrahlung  abzuhalten.  Das  Material  der  ganzen  Hütte  ist
mit  Ausnahme  der  erwähnten  Zink-  und  Glasjalousien  ausschliesslich  Holz,  der  Anstrich  ist  innen  und
aussen  mit  weisser  Oelfarhe  hergestellt.  Auf  dem  genannten  Holzroste  des  Thermometergehäuses  stehen
4  Quecksilber-Registrirpsychrometer,  von  denen  je  eins  für  jeden  der  4  ausgewählten  Beobachtungstermine
benutzt  wird,  und  auf  deren  eingehende  Beschreibung  hier  verzichtet  werden  kann,  wenn  erwähnt  wird,  dass
dieselben  U-förmig  umgebogene  Negretti  und  Zambra’sche  Patent-Thermometer  sind.*)  Die  Zeitpunkte

der  Registrirung  sind  4 h

a.  m.;  8 h  a.  m.;  2 h  p.  m.;

8 h  p.  m.

Die  Korrektionen  dieser  Thermometer  erreichten

als  extreme  Werthe:

Thermometer  No.  56

—0.1°

C.  und  —0.3°  C.

64

+0.1

—0.2

236

+  0.1

—0.2

237

+0.2

—0.3

250

+0.1

—0.4

258

0.0

—0.1

259

0.0

-0.2

260

+0.1

—0.5

Ausser  diesen  4  Registrirpsycbrometern,  deren  Theilung  hei  allen  1 [ 1 °  C.  ist,  mit  Ausnahme  von  No.  56
und  64,  welche  ursprünglich  in  Fahrenheit  eingetheilt  waren,  ist  in  demselben  Raume  noch  ein  Stativ-Psychrometer
  von  Greiner  und  Geissler  in  Berlin  (in  1 / 5 °  C.  eingetheilt)  zu  zeitweiligem  Vergleiche  der
Instrumente  mit  diesem  aufgestellt,  und  frei  in  der  Mitte  hängt  an  einem  von  dem  Dache  herabreichenden
eisernen  Trägersysteme  ein  Maximumthermometer  und  ein  Minimumthermometer  von  Casella  in  London.
Unterhalb  des  schon  genannten  Schutzdaches  gegen  Bodenstrahlung  befindet  sich  (siehe  Fig.  1,  2  u.  3)
direkt  an  der  oben  erwähnten  Holzwand  ein  Marine-Psychrometer  in  genau  der  Ausrüstung  und  Einrichtung,
wie  sie  in  dem  ersten  Jahresberichte  der  Deutschen  Seewarte  S.  89  erwähnt  sind.  (Vergl.  auch  Instruktion
zur  Führung  des  meteorologischen  Journales  der  Deutschen  Seewarte,  Seite  10.)
Die  Beobachtung  und  Bedienung  der  Instrumente,  sowie  die  Zusammenstellung  der  Beobachtungen
und  ihrer  Differenzen  mit  den  gleichzeitigen  Temperaturen  am  Seemannshause  ist  ausschliesslich  von  dem
Assistenten  Dr.  R.  Kleemann  besorgt.  Eine  Diskussion  der  Beobachtungen  erfolgt,  sobald  erst  ein  grösserer
Zeitraum  simultaner  Beobachtungen  verflossen  sein  wird.
Zu  der  hier  folgenden  Uebersicht  der  innerhalb  der  Monate  Oktober,  November  und  Dezember  1879
auf  dem  Stintfange  gewonnenen  Temperatur-Aufzeichnungen  und  ihrer  Unterschiede  mit  denen  am  Seemannshause ­
  ist  zu  bemerken,  dass  für  8 h  a.  m.,  2 h  und  8 h  p.  m.,  sowie  für  Maxima  und  Minima  am.  Seemannshause ­
  die  direkten  Beobachtungen  zum  Vergleiche  verwendet  wurden,  dagegen  für  die  Zeit  4 h  a.  m.  die  Angaben ­
  des  Schreiber’sehen  Barothermographen.**)
Zum  vollen  Verständnisse  dieser  Tabellen  muss  noch  Folgendes  bemerkt  werden:  Das  Minimum-Thermometer
  auf  dem  Stintfange  wurde  täglich  um  2 h  p.  m.  zur  neuen  Registrirung  fertig  gestellt,  dagegen
das  am  Seemannshause  um  8 h  a.  m.;  sank  nun  in  der  folgenden  Nacht  die  Temperatur  tiefer  als  2 h  p.  m.,
des  Vortages,  aber  nicht  so  tief  als  8 h  a.  m.,  so  wurden  die  an  beiden  Orten  notirten  Minimum-Temperaturen
unvergleichbar,  weil  ja  am  Seemannshause  das  Minimum  während  des  in  Frage  kommenden  Zeitraums
gar  nicht  beobachtet  war,  sondern  dafür  die  Temperatur  8 h  a.  m.  oder  eine  davon  wenig  verschiedene  als

*)  Vergleiche  auch  Negretti  und  Zambra’s  Encyclopaedic  illustrated  and  descriptive  Catalogue,  pag.  101.
**)  Siehe  erster  Jahresbericht,  Seite  18  u.  f.
            
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