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Object: 19: Strombeobachtungen in der Nordsee in den Jahren 1959 und 1960

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Annalen der Hydrographie und Maritiinen Meteorologie, Januar 1912. 
das Ergebnis zugleich in einer solchen Form mitgeteilt wird, daß eine Nach- 
prüfung der Schlußfolgerungen möglich ist. Eine eingehende Prüfung der einen 
oder der anderen Regel ist mir selbst leider noch nicht möglich geworden, doch 
ist mir mehrfach die Brauchbarkeit der Regel über die Folgeerscheinungen bei 
dem Auftreten zu starker Winde hervorgetreten und für die Wettervorhersage 
von großem Nutzen gewesen. Hat sich beispielsweise seit dem vorhergehenden 
Tage ein ozeanisches Hochdruckgebiet über Großbritannien ausgebreitet (kein 
eigentlicher Hochdruckkeil), so bietet sich für die Wettervorhersage bekanntlich 
stets die sehr große Schwierigkeit der Beurteilung, ob das Hochdruckgebiet 
weiter vordringen und antizyklones Wetter herbeiführen oder die heute vom 
hohen Norden bis Mitteleuropa reichende Depression ihre Lage behaupten werde; 
treten in solchen Fällen auffallend starke nordwestliche und nördliche Winde 
auf der Vorderseite des Hochdruckgebiets auf, so ist die Wahrscheinlichkeit einer 
kräftigen, ostwärts gerichteten Ausbreitung des Hochdrucksgebiets sehr groß. 
Erstreckt sich des weiteren beispielsweise ein Ausläufer eines nordwestlich von 
Schottland lagernden Tiefdruckgebiets nach dem Norden der Nordsee, während 
ein Hochdruckgebiet über Großbritannien ostwärts reicht, so liegt uns für die 
Beurteilung des kommenden Wetters die schwerwiegende Frage vor, ob sich der 
Tiefdruckausläufer weiter südostwärts über die Nordsee nach Nordwestdeutsch- 
land ausbreiten werde; wehen in solchen Fällen auf der Südseite des Ausläufers 
auffällig starke südwestliche Winde, so wird in der Regel das Vordringen des 
Ausläufers aufgehalten werden. Ebenso bemerkt man sehr häufig, daß Minima 
in ihrem Vordringen nach Osten zurückgehalten und abgeschwächt werden, wenn 
auf ihrer Vorderseite auffällig starke Winde aus südlichen Richtungen herrschen. 
Die Wichtigkeit ciner eingehenden statistischen Untersuchung der Richtigkeit 
dieser Regeln ergibt sich gerade in diesem Fall, aus dem besonderen Grunde, 
daß man ohne eine derartige Grundlage in vielen Fällen davor zurückschrecken 
wird, an Stelle der in der herkömmlichen Weise gewonnenen Anschauung von 
der kommenden Entwicklung der Wetterlage, auf Grund der Guilbertschen 
Regel eine wesentlich abweichende Auffassung als Ausgangspunkt der Wetter- 
vorhersage zu wählen (vgl. die Morgen-Wetterkarte vom 7., 13. und 15. De- 
zember 1911), 
Die Regel, daß die Depressionen mit Vorliebe nach denjenigen Gegenden 
vordringen, wo divergente Winde herrschen, fiel mir besonders auf, da sie sich 
in einem besonderen und wohl dem hauptsächlichsten Falle mit meiner Erfahrung 
deckt, daß das Fortschreiten der Minima, wenn ihnen Keile hohen Drucks vor- 
angehen, durch diese Keile angezeigt wird; ist ein solcher Keil hinsichtlich des 
Verlaufs seiner Isobaren auf beiden Seiten symmetrisch entwickelt, so schreitet 
das Minimum senkrecht auf die grade Längsachse des Keils los, verlaufen aber die 
Isobaren zu beiden Seiten nicht symmetrisch, indem der Keil nach der Seite der 
Depression hin an seiner Wurzel eingebeult erscheint, so schreitet das Minimum 
in der Regel auf diese Stelle am Grunde des Keiles zu. Die Übereinstimmung 
mit Guilbert ist hier eine vollständige, da die Winde auf der dem Minimum 
abgewandten Seite des Keiles stets in bezug auf die Depression divergent sind 
und dieses Verhalten bei dem unsymmetrisch entwickelten Keil an der entsprechenden 
Stelle am stärksten ausgeprägt ist. Verblüffend aber war mir eine Bemerkung 
von Guilbert, betreffend die weitere Bedeutung der Keile für die Verlagerung 
der Minima: Das erste Beispiel von Guilbert zeigt uns am 5. März 1894 ein 
Hochdruckgebiet über der Biscayasee und Frankreich mit einem über die Nord- 
see nordwärts reichenden Hochdruckkeil, der einen über Südskandinavien nach 
dem Weichselgebiet gerichteten Depressionsausläufer von einer über dem Ozean 
nordwestlich von Großbritannien angedeuteten Depression trennt; am folgenden 
Morgen liegt das neue vom Ozean stammende Minimum über der Nordsee und 
beherrscht das Gebiet des gestrigen Keils, die neuen Isobaren schneiden über der 
Nordsee und Umgebung die gestrigen nahezu rechtwinklig. Hierzu bemerkt 
Guilbert (S. 58): »Die Antizyklone mußte notwendig (fatalement) nach 
unseren Prinzipien in einigen Stunden zerstört werden, und ihr 
Rücken mit seinen konvexen Isobaren mußte, wie es in Ähnlichen
	        
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