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Full text : Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte, 2 (1879)

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es  ist  möglich,  dass  diese  Abnahme  im  Zusammenhänge  steht  mit  einer  nach  Antritt  der  zweiten  Reise
stattgefundenen  Kollision,  welche  das  Schiff  nöthigte,  in  Portsmouth  einzulaufen,  um  dort  reparirt  zu  werden.
Diese  Kollision  scheint  indess  auf  den  permanenten  Magnetismus  des  Schiffes  völlig  ohne  Einfluss  geblieben
zu  sein,  da  die  Koeffizienten  B  und  C  vor  und  nach  der  Kollision  und  Reparatur  ganz  unverändert  gefunden ­
  wurden.
Was  die  Querschiffskomponente  anbetrifft,  so  zeigt  sich  hier  dieselbe  Erscheinung,  wie  wir  sie  bei  den
auf  derselben  Werft  gebauten  Dampfern  gesehen  haben,  nämlich  auf  der  ersten  Reise  im  Atlantischen  Ozean,
so  lange  das  Schiff  Kurse  steuerte,  die  nahe  dem  Baukurse  lagen,  keine  Aenderung,  dann  eine  rasche  Abnahme ­
  auf  östlichen  Kursen  und  starke  Schwankungen.  Die  ganze  Abnahme  beträgt  unter  Berücksichtigung
des  Kurskoeffizienten  =  +0.025,  wenn  man  die  erste  Beobachtung  auf  der  Elbe  am  29.  Juli  1876  mit
der  letzten  in  der  Nordsee  am  24.  Mai  1877  vergleicht,  5?b,  also  1 /2  Strich.  Vor  Antritt  der  zweiten  Reise
wurde  im  Hamburger  Hafen  das  ganze  Hauptdeck,  sowie  das  Kajütsdeck  kalfatert  und  zwar  während  das
Schiff  theils  auf  südwestlichen,  theils  auf  nordwestlichen  Kursen  anlag.  Dies  hat  wieder  eine  Vergrösserung
des  Koeffizienten  hervorgerufen,  da  ausgehend  nahezu  dasselbe  C  beobachtet  wurde,  wie  die  erste  Reise.
Eine  merkliche  Abnahme  trat  aber  nun  nicht  wieder  ein,  auch  hörten  die  starken  Schwankungen  auf,  und
scheint  überhaupt,  da  auch  die  dritte  Reise  Qjk  ebenso  gefunden  wurde,  ein  nahezu  permanenter  Zustand
eingetreten  zu  sein.
2.  Vollschiff  Urania.  Das  Schiff  von  1092  R.-Tons  Grösse  wurde  ebenfalls  auf  der  Reiherstiegschiffswerfte
  1877—1878  gebaut.  Der  Regelkompass  steht  über  einem  Aushau  vor  dem  Kajütsdeck  in  einer
Höhe  von  3.7  Meter  über  dem  Hauptdeck  und  3.6  Meter  vor  dem  eisernen  Besahnsmast.  Nach  dem  Stapellauf ­
  während  der  Ausrüstung  lag  das  Schiff  auf  verschiedenen  Kursen  und  wurden  nach  Deviations-  und
Intensitäts  -  Beobachtungen  auf  2  entgegengesetzten  Kursen  am  25.  und  29.  Juni  gefunden:  B  —  +12.2,
C  =  —8.0.  Da  sich  bei  verschiedenen  auf  dieser  Werft  gebauten  Schiffen  die  Aenderung  in  B  während
der  ersten  Reisen  als  unbedeutend  erwiesen  hatte  und  y  nach  der  Aufstellung  jedenfalls  als  negativ  angenommen ­
  werden  durfte,  so  schien  es,  um  einem  zu  grossen  +  B  auf  südlichen  Breiten  vorzubeugen,  geboten,
die  Längsschiffskomponente  zum  grössten  Theile  zu  kompensiren,  C  aber  unkompensirt  zu  lassen.  Die
Kompensation  geschah  im  hiesigen  Hafen;  Entfernung  des  Magnets  vom  Kompass  =  1  Meter.  Beim  Rundschwaien
  des  Schiffes  in  Brunshausen  am  7.  Juli  1878  ergab  sich  B  =  +2.3,  C  —  —9.8.
Aus  den  Beobachtungen  der  bis  jetzt  zurückgelegten  zwei  Reisen  nach  Ostindien  ergaben  sich  die  in
Tafel  III,  mitgetheilten  Werthe  von  B  und  C,  aus  welchen  die  folgenden  Koeffizienten  berechnet  wurden:

f

P

Q

Wahlschein!  Fehler

Reise.

c

V

V

einer  Beobachtung  in

l

1

k

1

l

l

Einheiten  d.  3.  Dezimale

■  SB

I.  Juli  78  —  Juli  1879

-0.029

-0.017

+0.020

+0.052

+0.012

-0.089

14

24

II.  Aug.  79  —  Juni  80

-  .033

-  .007

+  .012

+  .032

+  .006

-  .063

11

17

Mittel

-0.031

-0.012

+0.016

+0.042

+0.009

-0.076

12

20

Die  Werthe  der  Induktionskoeffizienten

L
i'  i

sowie  der  Kurskoeffizienten  —
k

v
J

sind  denen  der

Melpomene  sehr  ähnlich,  die  der  zweiten  Reise  fast  genau  dieselben,  wie  die  der  zweiten  und  dritten  Reise  des
ersteren  Schiffes.  Ebenso  verhält  sich  die  Querschiffskomponente  des  permanenten  Magnetismus,  die,  obwohl ­
  kleiner,  doch  bezüglich  der  Abnahme  und  der  Schwankungen  der  ersten  Reise  ähnliche  Erscheinungen
zeigt,  wie  aus  den  Differenzen,  Beobachtung—Rechnung,  hervorgeht.  Der  Kurskoeffizient  erscheint  in

Folge  der  Schwankungen  auf  der  ersten  Reise  grösser.  Die  Abnahme  in  der  Längsschiffskomponente  ist
zwar  etwas  grösser,  als  hei  der  Melpomene,  beträgt  aber  immerhin  von  der  ersten  Bestimmung  am
7.  Juni  1878  bis  zur  letzten  am  21.  Juli  1879  nicht  mehr  als  '/2  Strich.  Der  grösste  Theil  dieser  Abnahme
            
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