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Full text : Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte, 2 (1879)

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kompass  eine  Zunahme  von  0?4  ergiebt,  jedoch  beruhen  hier  die  beiden  Bestimmungen  von  I)  nur  auf  je
einer  Beobachtung,  —  so  werden  wir  wohl  zu  dem  Schlüsse  kommen  müssen:
„dass  in  dem  Koeffizienten  D  nicht  mit  dem  Schiffsorte,  wohl  aber  mit  der  Zeit  geringe
„Aenderungen  auftreten,  so  dass  derselbe,  vielleicht  in  Folge  einer  Aenderung  der  Induktions-Fähigkeit
  des  zum  Bau  verwendeten  Eisens  durch  Eindringen  von  Wasser  und  Luft,  bald  in
„längeren,  bald  in  kürzeren  Zeiträumen  zu-  oder  abnimmt;  wobei  jedoch  die  Fälle  etwas  häufiger
„vorzukommen  scheinen,  dass  bei  einem  neuen  Schiffe  im  Anfänge  eine  Abnahme  von  D  auftritt.“

Zur  Vergleichung  mögen  hier  die  Schlussfolgerungen  angeführt  werden,  welche  Kapt.  Evans  aus  der
Diskussion  der  Deviationsbeobachtungen  an  Bord  der  englischen  Kriegsschiffe  gezogen  hat.  (Phil.  Trans.  Roy.
Soc.  for  1860,  pag.  343.)
„The  chief  characteristics  (of  the  coefficient  D)  are  —■
1)  That  it  has  invariably  a  positive  sign,  causing  an  easterly  deviation  in  the  NE  and  SW  quadrants,
and  a  westerly  deviation  in  the  SE  and  NW  quadrants.
2)  That  its  amount  does  not  appear  to  depend  on  the  size  or  mass  of  the  vessel,  or  direction  when
building,  or  on  the  iron  beams.
3)  That  a  gradual  decrease  in  amount  has  occurred,  when  examined  over  a  number  of  years,  in  nearly
every  vessel  that  has  been  reviewed.
4)  That  the  value  remains  unchanged  in  sign  and  amount,  on  changes  of  geographic  position,  confirming
theoretical  deductions.
5)  That  a  value  for  this  coefficient,  not  exceeding  4°,  and  ranging  between  that  amount  and  2°,  may
be  assumed  to  represent  the  average  or  normal  amount  in  vessels  of  all  sizes.“
1),  2)  und  4)  sind  völlig  in  Uebereinstimmung  mit  den  auf  den  deutschen  Kauffahrteischiffen  gesammelten ­
  Erfahrungen;  bezüglich  3)  gilt  das  oben  Gesagte  und  bezüglich  5)  ist  zu  bemerken,  dass  der  Werth
von  D  im  Allgemeinen  etwas  grösser  gefunden  wurde,  wie  Evans  angiebt  und  5°  selbst  bei  gut  aufgestellten
Kompassen  kein  so  selten  vorkommender  Betrag  ist.
Bezüglich  des  Koeffizienten  X  sind  leider  die  von  der  Seewarte  angestellten  Beobachtungen  über
dessen  Grösse  nicht  von  hinreichender  Zahl  und  Genauigkeit,  um  Schlüsse  aus  dem  Zusammenhang  zwischen
ihm  und  dem  Koeffizienten  D,  sowie  zwischen  den  Koeffizienten  a  und  e  ableiten  zu  können.  Es  mag  nur
noch  Interesse  haben,  ausser  den  in  Tafel  II  gezogenen  Mittelwerthen  hier  die  Gesammtmittel  zu  geben.
Es  ist  nämlich  im  Mittel  aus  allen  Beobachtungen  X
bei  für  D  nicht  kompensirten  Regelkompassen
„  „  D  kompensirten  „
„  „  I)  nicht  kompensirten  Pfahlkompassen
„  „  D  nicht  kompensirten  Steuerkompassen
„  „  D  kompensirten  „

der  Dampfer  0.839,  der  Segelschiffe  0.889
„  0.881
„  „  0.864
„  0.794,  „  „  0.853
„  0.913

Die  Koeffizienten  2?  und  C.  Bei  Betrachtung  der  Koeffizienten  D  und  X  handelt  es  sich  lediglich
um  die  Wirkung  momentaner  Induktion  von  Magnetismus  durch  die  erdmagnetische  Kraft  nach  der  horizontalen ­
  Komponente  und  gestaltete  sich,  da  das  Verhältniss  der  induzirten  störenden  Kraft  zur  richtenden
Kraft  der  Kompassnadel,  nämlich  der  Horizontalintensität,  überall  dasselbe  bleibt,  die  Diskussion  deshalb
auch  verhältnissmässig  einfach.  Anders  ist  es  mit  den  Koeffizienten  B  und  C  oder  den  daraus  hergeleiteten
33  und  (&;*)  da  dieselben  von  Kräften  abhängig  sind,  welche  sich  bei  Aenderung  der  magnetischen  Breite  verschieden ­
  ändern.  Nach  den  bekannten  Formeln**)  ist

33
e

c  P
-j-tangJ-\-~jf



£
H
Q  1

;  tangj  -f-  —  H

*)  Es  wurde  überall  bei  Berechnung  von  SB  und  (£  nur  das  Glied  erster  Ordnung  genommen,  nämlich
SB  =  sin  B  (1  +  isinD),  <£  =  sinC  (1  —  %sinD)
**)  Admiralty  manual,  4.  Ed.  p.  111.
            
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