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Volltext : Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte, 1 (1878)

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Auf  jedem  der  drei  Pfeiler  1,  3  und  4  ist  je  ein  Kollimator  aufgestellt,  mit  nach  dem  Zentralpfeiler
gerichteten  Objektivgläsern.  Hinter  den  betreffenden  Okularen  befinden  sich  kleine  Beleuchtungs-Prismen,
mittelst  welcher  durch  Total-Reflektion  das  von  Oben  einfallende  Licht  durch  das  Fernrohr  in  der  Richtung
der  Achse  nach  dem  Mittelpunkte  des  Zentralpfeilers  geworfen  werden  kann.  An  jedem  der  Kollimatoren  befinden ­
  sich  Adjustirschrauben  verschiedener  Art,  so  dass  dieselben  in  Azimut  und  Neigung,  sowie  auch  in  Höhe
über  der  oberen  Pfeilerfläche  adjustirt  werden  können.  Zwei  dieser  Kollimatoren  (1  u.  4)  stehen,  von  der  Mitte
des  Zentralpfeilers  aus  gesehen,  genau  180°  von  einander  ab,  d.  h.  es  stehen  dieselben  in  Einer  Linie  mit
diesem,  während  der  dritte  (3)  um  einen  Winkel  von  ungefähr  45°  vom  Kollimator  4  absteht.  Pfeiler  2
bildet  mit  Pfeiler  1  ungefähr  einen  Winkel  von  49°  25'  —  übrigens  hat  dieser  Pfeiler  nur,  wie  wir  gleich
sehen  werden,  für  die  Prüfung  der  Kompassrosen  eine  Verwendung,  Es  ist  leicht  einzusehen,  dass  mittelst
dieser  Einrichtung  ein  in  der  Mitte  genau  adjustirter  Kompass  in  einfacher  Weise  auf  die  Zentrizität  seiner
Eintheilung  und  seiner  Kompassrose  geprüft  werden  kann,  man  hat  nur  stets  mit  dem  Peilapparat,  da  wo
ein  solcher  vorhanden  ist,  auf  das  in  dem  Objektive  sichtbare  Bild  des  Objektiv-Diopters  einzustellen  und
die  erhaltenen  Ablesungen,  beziehungsweise  Messungen  mit  den  bekannten  Werthen  zu  vergleichen.  Bei
der  so  überaus  häufigen  Undurchsichtigkeit  der  Luft  in  unseren  Gegenden,  namentlich  zur  Winterjahreszeit,
bietet  diese  Vorrichtung  ein  Mittel,  um  auch  bei  geschlossener  Thüre  die  Untersuchung  ausführen  zu  können.
Die  Kollimation  der  Nadeln  der  Rose  lässt  sich  wiederum  leicht  ermitteln,  da  die  Azimute  (magnetische)
der  Kollimatoren  für  jede  Zeit  als  mit  genügender  Genauigkeit  gegeben  angesehen  werden  können.  Der  vorerwähnte ­
  Sehwingungs-Kasten  in  F  dient  dazu,  die  Rosen  auf  ihre  Schwingungszeiten  zu  untersuchen,
während  auf  dem  Pfeiler  2  ein  Messapparat  mit  Schienen  aufgestellt  ist,  mittelst  welches  Ablenkungen  der
Rosen  gemessen  werden  können.  Ein  Tisch  und  ein  im  Zimmer  aufgehängtes  Thermometer  vervollständigen
die,  für  die  Zwecke,  für  welche  das  Haus  zunächst  bestimmt  ist,  erforderliche  Einrichtung  desselben.
Zu  verschiedenen  Zeiten  während  der  Periode  der  Thätigkeit  der  Deutschen  Seewarte  wurde  ein
Rei  chenbach’scher  Theodolit  über  der  Mitte  des  Zentralpfeilers  aufgestellt  und  durch  astronomische  Beobachtungen ­
  das  Azimut  der  verschiedenen  durch  die  Thüröffnung  zu  sehenden  Kirehthürme  ermittelt.  Das
Resultat  aller  dieser  Beobachtungsreihen,  wobei  verschiedene  Methoden  der  Bestimmung  des  Azimutes  in
Anwendung  gebracht  worden,  ist  in  Folgendem  niedergelegt:
Wahres  Azimut  der  Mire  St.  Nikolaikirchthurm  .  .($)  Nord  91°51.8o'  Ost.
„  „  „  „  St.  Petrikirchthurm  ...  (¿)  Nord  80°  36.22'  Ost.
„  „  „  „  St.  Micliaeliskirehthurm  (¿)  Nord  82°  48.82'  Ost,
„  „  „  „  St.  Michaelisthurmuhr  ..  (¿)  Nord  82°51.n'  Ost.
Die  näher  gelegenen  Objekte  wurden  nur  in  solchen  Fällen  angewendet,  wo  wegen  Undurchsichtigkeit
der  Luft  die  entfernteren  nicht  anvisirt  werden  konnten.  Es  mag  als  ein  Nachtheil  der  getroffenen  Einrichtung ­
  angesehen  werden,  dass  die  einzelnen  Miren  alle  nach  Einer  Richtung  hin  liegen;  allein  es  liess  sich
dies  hei  dem  mit  Beziehung  auf  Fernsicht  ungünstig  gelegenen  Kompass-Observatorium  nicht  ändern.
Durch  Uebertragung  von  den  soeben  gegebenen  wahren  Azimuten  der  Miren  wurden  die  wahren  Azimute ­
  der  Kollimatoren,  wie  folgt,  ermittelt:

Faden  im  Kollimator  1  Nord  19°  37'  Ost,
„  „  „  3  Süd  64°  34'  West,
„  „  „  4  Süd  19°  37'  West.
Mitte  des  Pfeilers  .  .  2  Nord  29°  48’  West.

In  dem  Kompass-Observatorium  wurden  von  September  1875  an  ununterbrochen  zu  gewissen  Zeiten
absolute  Bestimmungen  der  magnetischen  Elemente  ausgeführt.  Es  wurde  dann  stets  nur  das  für  die
Prüfung  der  Kompasse  benutzte  Stativ  vom  Zentral  -  Pfeiler  entfernt  und  je  nach  dem,  ein  magnetischer
Theodolit  nach  Lamont  oder  ein  Inklinatorium  von  Meyer  st  ein  darauf  gestellt  und  adjustirt.  In  dem
Spezial-Berichte  über  die  Thätigkeit  der  Abtheilung  II  (VIII.  HI,  d)  werden  die  Resultate  der  im  Kompass-Observatorium
  gemachten  magnetischen  Beobachtungen  in  Kürze  dargelegt  werden.
Es  muss  noch  bemerkt  werden,  dass  für  die  Bestimmung  der  magnetischen  Deklination  auch,  und
zwar  vorzugsweise,  das  Marine-Deklinatorium  nach  Dr.  Neumayer  von  C.  Bamberg  benutzt  wurde.  Dasselbe ­
  war  für  diese  Zwecke  auf  dem  für  das  Instrument  konstruirten  Stative  mit  unter  einander  verspannten
            
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