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Volltext : Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte, 1 (1878)

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achtungeil  näherungsweise  feststellen,  oder  durch  Annahme  neuer  Initialgänge  für  die  nächste  Zeit
unschädlich  machen.  Anders  gestaltet  sich  die  Sache  hei  längeren  Reisen,  wie  z.  B.  von  Europa  nach
Australien,  wenn  während  des  ganzen  Verlaufs  der  Reise  Land  nicht  gesichtet  wird  und  der  Schiffer  keine
ausreichende  Gelegenheit  hat  durch  andere  unabhängige  Längenbestimmungen,  wie  Beobachtungen  von
Monddistanzen  Ost  und  West  vom  Monde,  den  Stand  des  Chronometers  zu  ermitteln.  Hier  kann  die  unkritische ­
  Vorwerthung  der  Angaben  eines  stark  mit  Acceleration  behafteten  Chronometers,  besonders  wenn,
wie  gewöhnlich  in  der  Handelsmarine  der  Fall  ist,  nur  das  eine  Instrument  sich  an  Bord  befindet,  die
Sicherheit  des  Schiffes  geradezu  gefährden.
I)a  die  Acceleration  sich  in  der  Regel  nur  hei  neuen  Chronometern  zeigt,  bei  alten  nur  dann  wenn
sie  gereinigt  worden,  wo  sie  aber  gewöhnlich  rasch  wieder  verschwindet,  so  kann  man  es  den  Fabrikanten
nicht  dringend  genug  auempfelilen,  nur  solche  Instrumente  für  die  Zwecke  der  Schiffahrt  in  den  Handel
zu  bringen,  bei  welchen  sie  sich  durch  längere  über  eine  grössere  Anzahl  Monate  erstreckende  Beobachtung
überzeugt  haben,  dass  dieselbe  ihren  Höhepunkt  erreicht  hat,  oder  wesentlich  grössere  Beträge  nicht  mehr
annehmen  wird.  Dass  die  Acceleration,  selbst  bei  von  renommirten  Fabrikanten  angefertigten  Chronometern,
recht  erheblich  sein  und  im  Laufe  kurzer  Zeit  geradezu  erstaunliche  Beträge  annehmen  kann  und  oft
erst  sehr  langsam  wieder  verschwindet,  davon  haben  wir  wiederholt  Gelegenheit  gehabt  uns  zu  überzeugen.
Wie  vorhin  bemerkt,  begnügt  man  sich  auf  See  bei  der  Berechnung  der  Chronometergänge  im  Allgemeinen ­
  mit  folgender  Annäherung:
U'  =  +  y  (*'-*)*
wo  man,  so  oft  sich  die  Gelegenheit  bietet,  durch  Annahme  eines  neuen  Initialganges  g  sich  dem  Einflüsse
der  hier  nicht  berücksichtigten  von  der  Zeit  abhängigen  Glieder  zu  entziehen  sucht.
Dieser  Ausdruck  stellt  die  Gleichung  einer  Parabel  dar,  und  wenn  man  unter  Zugrundelegung  eines
rechtwinkligen  Koordinatensystemes  die  Temperaturen  auf  die  Abscissenaxe  und  die  entsprechenden  Gänge  auf
der  Ordinatenaxe  abträgt,  und  durch  die  Koordinatenschnittpunkte  eine  Kurve  legt,  so  erhält  man  eine  Parabel ­
  deren  Axe  zur  Abscissenaxe  senkrecht  steht.  Der  Scheitelpunkt  dieser  Parabel  ist  der  Punkt  für
welchen,  je  nachdem  z  positiv  oder  negativ,  der  kleinste  oder  grösste  Gang  G  stattfindet,  und  entspricht
die  zugehörige  Abscisse  derjenigen  Temperatur  T,  für  welche  allein  die  Kompensation  als  richtig  betrachtet
werden  darf,  d.  h.  wo  kleine  Temperaturänderungen  den  Minimaleinfluss  auf  den  Gang  ausüben.  Die  Koordinaten ­
  dieses  Punktes  sind:
T  =  6—^  •
z

Bei  grösseren  und  kleineren  Temperaturen  als  T  wird  der  Gang,  dem  Laufe  der  beiden  Parabelarme ­
  entsprechend,  ein  immer  grösserer  in  der  Regel  schliesslich  stark  retardirender  werden.  Führen  wir
in  obige  Gleichung  für  g‘,  statt  9  und  g  die  Werthe  T  und  G  ein,  so  erhalten  wir  folgende  sehr  einfache
zuerst  von  Herrn  Hartnup,  Direktor  der  Sternwarte  und  des  Chronometer-Prüfungs-Instituts  zu  Bidstone
bei  Liverpool,  zur  Berechnung  des  Chronometerganges  unter  Berücksichtigung  der  Temperatur-Korrektionen
angegebene  Formel
ff'  =  G  +  y(S'—T)*.
Mit  Hülfe  des  Ausdrucks  für  T  können  wir  leicht  bei  denjenigen  Chronometern,  für  welche  wir
die  Werthe  >/  und  z  ermittelt  haben,  die  Temperatur  näherungsweise  bestimmen  bei  w-elcher  die  Kompensation

  als  korrekt  angesehen  v

werden  kann,

und  erhalten  für

Chronometer  Bröcking  824

T—  +23.3°

Eppner  203

T=  +12.3°

Nieberg  556

T  —  +22.0°

=  Bröcking  830

+24.4

Bröcking  665

=  +18.9

Eppner  205

=  +28.1

:  Bröcking  779

+21.4

Eppner  204

=  +  1.8

Petersen  73

+22.4

=  Ehrlich  228

=  +21.0

Bröcking  800

=  +22.7

Nieberg  572

—  +26.8

=  Kutter  19

=  +18.0

Nardin  V5778

=  +17.6

Nieberg  548

=  +20.3

=  Kutter  20

=  +13.8

Bröcking  827

=  +26.4

Mager  50

+21.5

s  Nieberg  573

=  +19.7

Nieberg  563

=  +22.5

Grandjean  91

—  +43.7
            
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