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Dass ini Uebrigen bei den vorzüglicheren mit Hülfskompensation versehenen Chronometern, die
Diskontinuitäten im Gange, an den Stellen wo erstere in Wirkung tritt, von nur sehr geringfügigem Betrage
sind, und dass diese Chronometer im Allgemeinen gleichfalls vermöge der hohen Vollendung ihrer Ausführung
den Anforderungen genügen, welche die Villarceau’sche Gangformel an die Gleichmässigkeit des Ganges
stellt, scheint uns aus den jetzt folgenden für die Mehrzahl der zu dieser Konkurrenzprüfung eingelieferten
Chronometer, berechneten Gangformeln und ihrer Vergleichung mit den Beobachtungen selbst hervorzugehen.
Zu diesen Berechnungen wurden die in den Gangtabellen mit den Nummern 1 bis 20 ihrer Reihenfolge
nach bezeichneten Chronometer, sowie das Chronometer No. 23 ausgewählt. Da die Untersuchungszeit eine
ziemlich lange, sich über 22 Wochen erstreckende war, und die Temperaturen denen die Chronometer gleich
zeitig ausgesetzt wurden, sich ebenfalls über einen umfassenden Zwischenraum ausdehnten, so wurden bei
der Bildung der untenstehenden Bedingungsgleichungen, abweichend von dem gewöhnlich adoptirten Verfahren,
sämmtliche von Herrn Villarceau angegebene Glieder zweiter Ordnung, also auch die des Quadrat der
Zeit und das Produkt aus Temperatur und Zeit enthaltenden, berücksichtigt. Die Initialepoche t wurde auf
die ohngefähre Mitte der Untersuchungszeit, auf die Mitte der Woche August 13—20, verlegt und als Normal
temperatur 9 = 15 Grad Celsius angenommen. Zu bemerken ist noch, dass aus naheliegenden Gründen,
abweichend von dem gewöhnlichen Verfahren als Zeiteinheit nicht der Tag sondern die Woche
gewählt wurde, und somit alle Gangangaben g als wöchentliche zu verstehen sind, wenngleich (l'—/)
selbst in Tagen ausgedrückt wurde.
Bezeichnen wir der Einfachheit halber die unbekannten Differentialquotienten
dg
dt
mit x,
>J,
q (fi ü Q (Q r 0*)^ A 2
-77ir mit z, -, mit u und ——— mit v, die Werthe (t'—t) mit a, (9'—9) mit b. -——— mit c, -—„ —mit d,
dQ 1 dt 1 dt dO \ \ / ’2 ’2
(it'■—t) (9'—9) mit e, g —g mit n, und führen wir ferner zur Eliminirung des bei jedem Chronometer in der
Annahme des für die Epoche t und Temperatur 6 geltenden Normalganges g begangenen Fehlers eine
weitere Unbekannte kg mit dem Faktor /, dem durchgehends der Werth 1 beizulegen ist, ein, so erhalten
wir aus Gangtabelle I, wenn wir ferner, zur Bequemlicbkeit der Rechnung und um nicht mit zu grossen
Faktoren zu operiren, die Werthe der Grössen d und e mit respektive Vioo und Vto multipliciren, zur Dar
stellung der Wochengänge der einzelnen Chronometer folgende 22 allgemeine Bedingungsgleichungen:
1)
0
=
n—70 x
+
4,1 y
4-
8,405 2
4-24, 50 u —28,70 v+ Ag.
s
—
—
60,695
2)
0
=r
n—63 x
+
3,2 y
4-
5,120 2
4-19,845 u — 20,16 v+ &g.
s
—
53,995
3)
0
=
n—56 x
4-
9,8 y
4-
48,020 2
4-15,680 u —54,88 v+ Ag.
s
=
—
36,380
4)
0
—
n—49 x
4-10,9 y
4-
59,405 2
4-12,005 u —53,41 v+ A g.
s
=
—
19,100
5)
0
=
n—42 x
4-15,1 y
4-114,005 2
4-
8,820 u —63,42 »+- A^r.
s
—
4-
33,505
6)
0
n—35 x
4-10,6 y
4-
56,180 2
4-
6,125 u —37,10 r+A;?.
s
s=
4-
1,805
7)
0
_
n—28 x
4-
5,0 y
+
12,500 2
4-
3,920« —14,00 r+Ag.
s
=
—
19,580
8)
0
—
n—21 x
4-
4,7 y
4-
11,045 2
4-
2,205 u ■— 9,87 v+ kg.
s
=
-—•
11,920
9)
0
=
n—14 x
4-
2,3 y
+
2,645 2
+
0,980 u — 3,22 v+ kg.
s
=
—
10,295
10)
0
=
n— Ix
4-
3,2 y
4-
5,120 z
4-
0,245 u — 2,24 v+ kg.
s
=
4-
0,325
11)
0
n+ 0 x
4-14,9 y
4-111,005 2
4-
0,0 «4- 0 v + kg.
s
=
4-126,905
12)
0
£=
11 + 1.x
4-
9,6 y
4-
46,080 2
4-
0,245« +- 6,72 v+ kg.
s
=
4-
70,645
13)
0
=
n+14x
4-
3,8 y
4-
7,220 2
+
0,980« 4- 5,32 v+kg.
s
=
+
32,320
141
0
n + 21 .z
4-
0,7 y
+
0,245 2
4-
2,205 n + 1,47 v+- kg.
s
=
+
26,620
15)
0
=
n+28x
—
0,9 y
4-
0,405 2
4-
3,920« — 2,h2v+ kg.
s
=r
+
29,905
16)
0
n+35.z
—
4,7 y
4-
11,045 2
+
6,125 u —16,45 v+ kg.
s
4-
32,020
17)
0
=
n+42x
—
6,4 y
+
20,480 2
4-
8,820 « —26,88 v+ kg.
s
—
4-
39,020
18)
0
=
n + 49 x
—
1,&2/
4-
1,125 2
4-12,005 u - 7,35 v+ kg.
s
—
4-
54,280
19)
0
—
« + 56.z
—
6,7 y
4-
22,445 2
4-15,680 u —37,52 v+ kg.
s
=
4-
50,905
20)
0
=
«4-63 x
—
7,4 y
4-
27,380 2
4-19,845 u —46,62 v+ kg.
s
=
+
57,205
21)
0
=
n + lQx
—
6,2 y
4-
19,220 2
4-24,500« —43,40 v + kg.
s
—
4-
65,120
22)
0
=
n + 11 X
—
6,4 y
4-
20,480 2
+ 29,645 u —49,28 v+ kg.
s
=
4-
72,445
wo in der Kolumne n für die verschiedenen Chronometer die jedesmaligen betreffenden Zahlenwerthe g—g
einzusetzen sein würden.