accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext : Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte, 1 (1878)

30

in’s  Wackeln  gerathen  und  dadurch  einestheils  der  Gang  der  Uhr  leiden,  anderntheils  auch  die  Feder,  an
welcher  das  Pendel  aufgehängt  ist,  sich  leicht  abnutzen.
Es  bedarf  wohl  kaum  der  Erwähnung,  dass  stets  vor  dem  Verstellen  der  Zeiger  an  der  Uhr,  die
Klemmschraube,  welche  sie  festhält  (Kontremutter)  gehörig  gelöst  sein  muss.
Das  Bestreichen  der  Lederplatte,  auf  welcher  das  Rädchen  des  Zeigers,  falls  ein  solches  vorhanden,
sich  neu  färbt,  mit  Druckerschwärze,  darf  nicht  zu  häufig  geschehen.  Unter  gewöhnlichen  Umständen
genügt  es  die  Schwärze  alle  3  bis  4  Wochen  zu  erneuern.  Es  ist  nach  dem  Auflegen  der  Druckerschwärze
die  Platte  längere  Zeit  mit  einem  weichen  Holzstähchen  (Schwedisches  Zündhölzchen)  stark  zu  reihen,
damit  die  Farbe  nicht  obenauf  liegen  bleibe,  sondern  hineinziehe.
Es  ist  sorgfältig  darauf  zu  achten,  dass  nicht  Druckerschwärze  an  die  Zapfen  und  in  das  Axenlager
  des  Plättchens  unter  dem  Zeigerrade  hineinkommt,  resp.  dass  beide  von  Zeit  zu  Zeit  gereinigt  werden. ­
  Wird  der  Apparat  in  dieser  Weise  bedient,  so  lassen  sich  scharf  markirte  Aufzeichnungen  mit  demselben ­
  erzielen.
62.  Wenn  sich  im  Laufe  der  Zeit  Störungen  im  Gange  der  Uhr  einstellen,  oder  dieselbe  wohl
gar  stehen  bleibt,  so  ist,  nach  dem  mit  diesen  Apparaten  gemachten  Erfahrungen,  zunächst  auf  die  folgenden ­
  Umstände  zu  achten  :
1)  Es  muss  nachgesehen  werden,  ob  die  Schraube,  welche  das  Trieb  q  an  die  vordere  Platte  der
Uhr  befestigt,  etwa  zu  stark  angezogen  ist,  so  dass  dieses  Trieb  sich  nicht  frei  genug  bewegen  kann,
oder  ob  etwa  das  Gegentheil  der  Fall  ist,  und  dasselbe  zu  viel  Spielraum  hat.
2)  Es  ist  zu  untersuchen,  ob  vielleicht  die  Stange  s  zu  weit  nach  rechts  gebogen  ist,  so  dass  sie
das  Barometer  sehr  hoch  hebt  und  daher  die  Uhr  die  ihr  zugemuthete  Kraft  nicht  zu  leisten  vermag.
Auch  ist  nachzusehen,  ob  das  Charnier,  durch  welches  die  Bewegung  des  Hebelarmes  g  auf  den  Bügel  h
übertragen  wird,  sich  in  gutem  Zustande  befindet.
3)  Es  ist  nachzusehen,  ob  der  Staubdeckel  D  vielleicht  das  Quecksilbergefäss  F  berührt  und  daher
eine  Reibung  dieser  beiden  Theile  stattfindet.
Die  stete  vertikale  Stellung  des  Apparates  muss  selbstverständlich  fortwährend  durch  das  im  Kasten
befindliche  kleine  Loth  kontrolirt  werden.
63.  Zur  Reduktion  der  mit  diesem  Barographen  erhaltenen  Registrirungen  wird  auf  die  abgenommene ­
  Papierplatte  der  besonders  für  diesen  Apparat  verfertigte  Glas  -Maass  stab  so  gelegt,  dass  die
erste  Vertikallinie  rechts  die  Nulllinie  deckt.  Die  Theilung  dieses  Glass-Maass  stabes  ist  bereits  für  den
Umstand  reducirt,  dass  die  Bewegung  des  Zeigers  in  einem  Kreise  vom  Radius  seiner  Länge  erfolgt.  Die
Ablesungen  ergeben  also  direkt  Millimeter.  Proportional  diesen  Ablesungen  werden  nun  die  Barometerstände ­
  zwischen  den  gleichzeitig  mit  Registrirungen  des  Apparates  erfolgten  Ablesungen  des  Normalbarometers, ­
  deren  mindestens  zwei  am  Tage  vorgenommen  werden  müssen,  interpolirt.
Die  Art  und  Weise  des  Eintragens  der  erhaltenen  Barometerstände  ist  dieselbe  wie  beim  Hipp’schen
Aneroid-Barographen.
III.  Aneroid-  Barograph  von  Hipp.
64.  Dieser  elektrisch-registrirende  Apparat  ist  in  der  Zeitschrift  der  östereichischen  Gesellschaft
für  Meteorologie,  Jahrgang  1871  Seite  104,  beschrieben  worden.  Seit  jener  Veröffentlichung  sind  von  Hipp
nur  einige  Verbesserungen  untergeordneter  Natur  angebracht  worden.
Der  Barograph  (siehe  Fig.  16a—16  e)  beruht  auf  dem  Princip  des  Aneroid-Barometers.  Er  besteht
aus  zwei  übereinander  stehenden,  nahe  luftleeren  metallenen  Dosen««,  deren  Deckel  je  nach  der  Veränderung ­
  des  Luftdruckes  sich  heben  und  senken.  Diese  Bewegung  aber  wird  durch  eine  starke  Metallfeder ­
  b  auf  den  Hebelarm  c  übertragen,  der  mit  dem  vertikal  stehenden  Arme  d  fest  verbunden  ist.  Der
Arm  d  ist  mit  der  horizontal  liegenden  Welle  e  durch  eine  mittelst  der  Schraube  s  (Fig.  16b)  mehr  oder
weniger  ihr  zu  nähernden  Feder  verbunden.  Das  Heben  oder  Senken  des  Armes  c  bewirkt  also  eine  Drehung ­
  der  Welle  e,  welche  um  so  grösseren  Winkelwerth  erreicht,  je  näher  die  Feder  an  die  Welle  e  angeklemmt ­
  ist,  und  um  so  kleineren  Winkelwerth  hat,  je  weiter  die  Feder  von  c  absteht.  Die  Drehung  der
Welle  e  aber  bewirkt  eine  Drehung  des  mit  ihr  fest  verbundenen,  vertikal  stehenden  Hebelarmes  /  (Fig.  16c);
dieser  aber  zieht  an  einer  um  die  Dose  g  (Fig.  16  d)  geschlungenen  Schnur  und  bewegt  den  mit  dem
Bügel  i  und  dem  Schreibstift  k  versehenen  Zeiger  l,  welcher  beim  Nachlassen  des  Ziehens  an  der  Schnur
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.