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Volltext : Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte, 1 (1878)

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Ketten  auf  diese  Weise  justirt,  so  stellt  man  den  kleinen  Ambos,  welcher  die  Windrichtung  druckt,
in  der  Weise  ein,  dass  man  sich  durch  einen  Gehülfen,  der  auf  dem  Dache  steht,  die  Windfahne  genau
in  der  Stellung  halten  lässt,  in  welcher  sie  bei  Nordwind  zu  stehen  kommen  würde,  während  man  selbst
den  Ambos  in  die  Lage  bringt  (durch  Ausheben  und  Drehen),  dass  der  Windpfeil  auf  demselben  mit  dem
Strich  von  dem  Beobachter  genau  ahgekehrt,  mit  den  beiden  Punkten  zugekehrt  sei.
Nun  richtet  man  das  Rädchen,  das  die  Stunden  abdruckt,  (Fig.  13)  so,  dass  die  Abdrücke  desselben
auf  dem  Papiere  mit  den  Angaben  der  Uhr  übereinstimmen,  resp.  dass  die  betreffende  Stunde  oben  steht;
die  Stunden  werden  dabei  astronomisch  gezählt,  24  bedeutet  Mittag.
Nachdem  man  die  Uhr*)  durch  Anhängung  des  Perpendikels  und  Gewichtes  montirt  hat,  stellt
man  sie,  indem  man  die  Schraube  vor  dem  Zifferblatt  löst,  die  Zeiger  einstellt  und  dann  dieselbe  Schraube
wieder  fest  anzieht.
58.  Behandlung  des  Registriranemonieters.  Jedes  der  von  der  Seewarte  versandten  Anemometer
ist  mit  einer  fertigen  Rolle  von  etwa  60  Meter  Papi  er  streifen  versehen,  welche  ungefähr  für  zwei  Monate  ausreichen ­
  wird.  Auch  weiterhin  werden  die  Beobachter  von  der  Seewarte  mit  Papierstreifen  versehen  werden,
jedoch  bis  auf  weiteres  nur  in  Rollen  von  geringerer  Länge,  welche  dann  in  ähnlicher  Weise  zu  einer  grösseren
Rolle  vereinigt  auf  die  dazu  bestimmte  Walze  am  Anemometer  zu  bringen  sind,  wie  es  die  von  der  Seewarte
übersandte  Rolle  zeigt;  das  Aufwickeln  des  Papiers  muss  mit  Sorgfalt  geschehen,  damit  es  stets  in  richtiger
Lage  zwischen  die  Druckräder  komme;  für  denselben  Zweck,  damit  das  Papier  nicht  seitlich  ausweiche,
wird  die  mitgegebene  verdeckte  Blechrinne  an  die  vordere  Seite  des  Kastens,  in  den  dazu  bestimmten  Einschnitt ­
  am  unteren  Rande  der  mit  Fallthüre  versehenen  Oeffnung  eingesetzt;  durch  diese  Blechrinne  gleitet
der  Papier  streifen  in  gerader  Richtung  hinab,  und  es  ist  ein  Verwickeln  desselben  nicht  zu  befürchten.  Die
Entnahme  des  Streifens  aus  dem  Apparat  hat  im  Allgemeinen  nur  einmal  täglich  zu  geschehen,  zu  einer
Zeit,  welche  der  Beobachter  selbst  auswählen  kann;  es  empfiehlt  sich  aber,  diese  stets  um  dieselbe  Zeit
auszuführen,  um  jede  Verwirrung  zu  vermeiden.  Bei  der  Entnahme  des  Streifens  ist  die  Welle  mit  dem
oberen  Druckrade  etwas  zu  heben  und  der  Papier  streifen  15—20  cm  weit  herauszuziehen,  damit  er  eine  sichere
Führung  behält,  und  etwa  3  cm  über  der  letzten  Marke  abzuschneiden.  Schliesslich  wird  der  Kasten,  nachdem ­
  noch  die  Uhr  aufgezogen  worden  ist,  wieder  zugeschoben  und  die  Blechrinne  auf  das  Papierende  geschoben ­
  und  eingesetzt;  auf  den  Streifen  wird  sogleich  Jahr,  Monat,  Datum  und  Stunde  (nebst  Bruchtheilen)
notirt,  zu  welcher  die  Abnahme  des  Streifens  stattgefunden  hat,  und  der  Name  der  Station  beigeschrieben.
Nachdem  das  Instrument  in  gut  gereinigtem  und  geöltem  Zustande  in  Thätigkeit  gesetzt  ist,  müssen
die  Axenlager  und  Führungen  des  Schalenkreuzes  und  der  Windfahne  etwa  monatlich  einmal  geschmiert
werden.  Dies  geschieht  in  folgender  Weise.  Man  schraubt  die  beiden  Theile  der  Windfahne  und  das  Schalenkreuz
  ab,  öffnet  die  Klappen  des  Kastens  m,  schraubt  den  bei  p  befindlichen  Deckel  los  und  zieht  die
eiserne  Stange,  welche  die  Axe  des  Schalenkreuzes  bildet,  heraus,  dann  wird  wie  oben  erwähnt,  die  Schraube
n  herausgenommen  und  nach  Entfernung  des  konischen  Zahnrades,  der  obere  Theil  des  Apparates  bei  t
herausgenommen,  die  Friktionsrollen  und  das  Rohr,  welches  dem  Ganzen  Führung  giebt,  gut  abgewischt,
geölt,  wieder  eingesetzt,  und  das  konische  Rad  durch  die  Schraube  n  wieder  befestigt.  Nachdem  nun
mittelst  der  Oelspritze  (Lampette)  Oel  in  das  untere  Lager  der  Axe  des  Schalenkreuzes  gebracht  ist,  wird
diese  eingesetzt,  das  am  oberen  Ende  derselben  befindliche  Schmiergefäss  wenigstens  zur  Hälfte  mit  Oel
gefüllt  und  der  Deckel  bei  p  aufgeschraubt.  Dann  können  Windfahne  und  Schalenkreuz  wieder  angeschraubt,
und  die  Klappen  des  Kastens  geschlossen  werden.  Alle  drei  Monate  wird  es  ausserdem  nöthig  sein,  die
Räderwerke  sowohl  des  Aufnahme-  wie  des  Registrirapparates  zu  reinigen  und  frisch  zu  ölen.  Da  es  hierzu
nöthig  ist,  diese  Apparate  auseinander  zu  nehmen,  so  wähle  man  dazu  einen  möglichst  ruhigen,  schönen
Tag  und  notire  während  dieser  Arbeit,  die  beiläufig  2—3  Stunden  in  Anspruch  nimmt,  sowohl  Windrichtung
wie  Geschwindigkeit  nach  Schätzung.  Nach  der  Auseinandernahme  der  Räderwerke,  sind  sämmtliche  Zapfen
und  Zapfenlager  auf  das  Sorgfältigste  zu  reinigen  und  dann  mit  dem  von  der  Seewarte  den  Beobachtern
gelieferten  Chronometeröl  zu  schmieren,  was  aber  nur  mittelst  einer  stählernen  Nadel  geschehen  darf,  da
ein  kleiner  Tropfen  für  jedes  Lager  genügt.  Auch  darf  dieses  Oel  wegen  seines  hohen  Preises  nicht  zum
Schmieren  der  Axe  des  Schalenkreuzes  und  der  Friktionsrollen  der  Windfahne  verwandt  werden,  sondern
hierzu  nehme  man  gutes  Baumöl  oder  Klauenfett.
*)  Es  empfiehlt  sich  übrigens,  die  Uhr  schon  einige  Tage  vor  dem  definitiven  Aufstellen  des  Apparates  gehen  zu  lassen,
um  sie  zu  reguliren.
            
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