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Volltext : Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte, 1 (1878)

22

Das  Folgende  giebt  ein  Beispiel  der  Ausfüllung  dieser  beiden  Seiten:

2.  Seite  :

15

2 h  20'  p.  m.

Barometer  Helgoländer  Bucht  rasch  Q  j  2 h  30'p.  m.

9 h  p.  m.

fallend,  mit  starkem  noch  zuneh-  |

am  16.

menden  SW.  Signalball  aufheissen.

3.  Seite  :

15

2 h  p.m.

S  2

wolkig,  Wolkenzug  aus  SW

3

756.5

14

Horizont  sehr  sichtig.

4 h  =

SW  5

bedeckt,  =  =  WSW

753.4

16

Wind  auffrischend,  böig.

Bj h  =

WSW  8

bedeckt,  trübe,  feiner  Regen

6

752.0

15

5|—8 h  Wind  SW—W.

7 h  =

W  9

starker  Regen,  dick  verstopfte  Luft

8

752.5

12

Stärke  8—9,  häufig  Regen.

8 h  =

WNW  6

theilweises  Aufklaren

8

754.0

9

Sturm  lässt  nach.

10 h  =

NW  4

heiter,  einzelne  Wolken  aus  N

Nachts  NW  2—4,  trocken,  meist

sternklar.

„Das  Wasser  stand  schon  vor  dem  Sturme  0.4  m  über  Mittelwasser  und  stieg  bis  8 h  Abends  auf
1.2  m  über  Mittelwasser;  ein  Oderkahn  kam  in’s  Treiben  und  strandete  bei  Durch  das  Aufziehen ­
  der  Signale  wurden  2  Schiffe,  die  zum  Auslaufen  bereit  waren,  rechtzeitig  gewarnt;  sie  verliessen
den  Hafen  erst  am  16.  in  der  Frühe.“
Die  erste  und  letzte  Seite  jedes  Blattes  ist  für  die  Notirung  der  Witterungserscheinungen,  unabhängig ­
  von  den  Sturmwarnungen,  bestimmt.  Die  erste  enthält  ein  Formular  für  die  regelmässigen  täglichen
Beobachtungen,  in  der  Form,  wie  dieselben  den  Zwecken  der  Seewarte  besonders  entsprechen  würden;  die
mehr  oder  weniger  vollständige  Ausfüllung  dieses  Formulars  seitens  der  Signalisten  ist  freigestellt,  möglichste ­
  Vollständigkeit,  Regelmässigkeit  und  Zuverlässigkeit  der  Eintragungen  jedoch  sehr  wünschenswerte
Es  empfiehlt  sich  die  Beobachtungen  sofort  einzutragen  und  sich  nicht  etwa  auf  sein  Gedächtniss
dabei  zu  verlassen.  Gelegentliches  Ausfallen  einer  Beobachtung  hat  keine  grosse  Bedeutung;  dagegen  dürfen
in  keinem  Falle  Angaben  eingetragen  werden,  die  nicht  durch  direkte,  sichere  Beobachtung  erhalten  sind
oder  nicht  der  (innerhalb  5—10  Minuten)  genauen  Beobachtungszeit  entsprechen;  in  zweifelhaften  Fällen
sind  demnach  die  Angaben  lieber  ganz  fortzulassen.
50.  In  die  erste  Spalte  ist  der  Stand  des  Aneroids  aufzunehmen,  welches  von  der  Seewarte  geliefert ­
  und  im  Wetterkasten  aufgestellt  ist,  und  zwar  allein  für  8  Uhr  Morgens.  In  die  folgende  Spalte  ist
die  Richtung  des  Windes,  rechtweisend,  nach  16  Strichen  und  die  Stärke  des  Windes  nach  der  12theiligen
Skala  des  Admirals  Beaufort  einzutragen;  deren  Wiedergabe  in  Worten  findet  sich  in  der  Instruktion  für
die  Signalstellen  der  Seewarte,  S.  23.
In  den  folgenden  drei  Rubriken  ist  das  Wetter  der  Kürze  und  Uebersichtlichkeit  halber  mit  Ziffern
nach  derjenigen  Skala  (0—9)  zu  bezeichnen,  welche  in  der  gedachten  Instruktion  S.  19  angegeben  ist,  jedoch ­
  so,  dass  bei  Regen,  Schnee,  Dunst,  Gewitter  ausser  der  resp.  Ziffer  5,  6,  7  oder  9  auch  die  Bewölkungsziffer ­
  gegeben  wird,  also  z.  B.  3,  5  =  wolkig,  Regen,  oder  4,  6  =  bedeckt,  Schnee  u.  s.  w.  sowie  überhaupt
nach  Bedarf  mehrere  Zahlen  neben  einander  gestellt  werden  können,  z.  B.  5,  8  —  Regen  und  Nebel.  In
diesen  3  Rubriken  sind  nur  die  Niederschläge  zu  verzeichnen,  die  zur  Zeit  der  Beobachtung  herrschen.
Hagel  und  Graupeln  sind  in  den  Bemerkungen  zu  verzeichnen,  in  welchen  überhaupt  thunlichst  viele  Angaben
über  die  vorgekommenen  Niederschläge  und  deren  genaue  Zeit  erwünscht  sind.  Um  Platz  zu  gewinnen,
empfiehlt  es  sich,  in  diesen  Bemerkungen  für  die  Niederschläge  diejenigen  internationalen  Zeichen  anzuwenden,
welche  auch  in  den  Wetterberichten  und  Wetterkarten  der  Seewarte  sich  finden,  namentlich  •  für  Regen,
-)£  für  Schnee,  für  Nebel  u.  s.  w.

51.  In  allen  Fällen,  vor  Allem  aber  bei  besonderen  Erscheinungen,  wie  Stürmen,  Regen-,  Schneeoder ­
  Hagel-Böen,  Platzregen,  plötzlichem  Umspringen  des  Windes  bei  starkem  Wehen,  und  dgl.  ist  es  nicht
dringend  genug  anzuempfehlen  genaue  Angaben  über  die  Zeit  der  Erscheinungen  zu  machen;  ohne  dieselben ­
  verlieren  die  Beobachtungen,  da  es  sich  um  die  Verfolgung  der  Erscheinungen  von  Ort  zu  Ort  handelt, ­
  den  grössten  Theil  ihres  Werthes.
            
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