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hat einfach in ganzen und halben Centimetern zu geschehen. Bei ungleichmässiger Schneedecke notire
man, je nach Umständen, „streckenweise“, „in Flecken“, „in kleinen Flecken“, „‘/s der Fläche“ u. s. w.
oder aber „Schneewehen“ u. s. w.
47. In der Rubrik ,,Hydrometeore“ etc. sind die im Intervall seit der letzten Beobachtung statt
gehabten wässerigen Niederschläge u. s. w. zu vermerken, so weit als möglich mit Angabe der Zeit ihres
Beginnes und Endes. Hierzu sind folgende international verständliche Zeichen anzuwenden:
• Regen,
V Rauhfrost,
-)(■ Schnee,
oo Glatteis,
A Graupeln,
-£» Schneegestöber,
A Hagel,
-> Eisnadeln,
= Nebel,
¿7 Blitz,
S3— Thau,
T£ Gewitter *)
xx Reif,
Starker Wind,
0 Sonnenring,
Regenbogen,
0 Sonnenhof,
IkU. Nordlicht.
^ Mondring,
oc Höhenrauch,
3 Mondhof.
Zu diesen Zeichen ist noch folgendes zu bemerken:
Nebel (^h) ist nach einem Beschlüsse des meteorologischen Kongresses nur dann zu verzeichnen,
wenn der Beobachter von Nebel umgeben ist; diese Bemerkung richtet sich übrigens hauptsächlich an
Beobachter im Gebirge, wo häufig dicker Nebel höher an den Bergen liegt, während der Beobachtungs
ort frei ist. (Das Aussehen des Horizonts, ob die Luft sichtig oder dunstig und diesig sei, ist an den
Stationen der Seewarte in den „Bemerkungen“ zu notiren.) Das Zeichen für Graupeln (A) gilt auch für
schwachen Hagel, indem mit dem Zeichen A nur solche Niederschläge gefrorenen Wassers bezeichnet
w r erden sollen, bei welchem die Körner eine solche Grösse erreichen, dass sie der Landwurtlischaft, resp.
den Gewächsen Schaden verursachen können. Als starker Wind 0/^) ist ein solcher aufzufassen, dessen
Geschwindigkeit mindestens 10 Meter in der Sekunde beträgt.
Unter Sonnen- (0) oder Mondring 0) ist der weite schwach farbige oder auch nur weiss erscheinende
Ring zu verstehen, der in einer Entfernung von 22 1 /2° die Sonne oder den Mond umgiebt'; unter Mondhof
(3) das farbige Feld, welches den Mond bei dunstiger Atmosphäre unmittelbar umgiebt, Sonnenhöfe in dem
selben Sinne sind wegen des blendenden Lichtes der Sonne nur zu sehen, wenn dieses Licht auf natür
lichem oder künstlichem Wege geschwächt ist**). Eisnadeln (->) sind eine Erscheinung, welche nur im
Winter in höheren Breiten häufig und in Deutschland nur im Nordosten bekannt ist, nämlich dass die Luft,
bei meist klarem Himmel, von ganz feinen im Sonnen- oder Laternenlichte glitzernden Eisnädelchen erfüllt
ist, welche zu fein sind, um als Schnee niederzufallen.
Unter Rauhfrost (V) wird der reifartige starre Beschlag verstanden, der sich an Ecken und rauhe
Oberflächen, also besonders an die Zweige der entlaubten Bäume, so reichlich festsetzt, dass sie wie über
zuckert erscheinen. Vom Reif unterscheidet sich der Rauhfrost hauptsächlich durch seine Entstehung,
indem der Reif sich hei klarem Himmel an den der Ausstrahlung frei ausgesetzten Oberflächen, der Rauh
frost hingegen bei Nebel oder doch trübem, feuchtem Wetter und hauptsächlich auf der Windseite jeden
Zweiges ansetzt.
*) Wenn nur Donner und kein Blitz bemerkt ist, so genügt das Zeichen T.
**) Leider ist, da die Ausdrücke Bing und Hof in dem Berichte der betr. Kommission des meteorologischen Kongresses
nicht erläutert waren, in der Instruktion für die englischen Stationen den beiderlei Zeichen die entgegengesetzte Be
deutung beigelegt; doch scheint eine Anwendung der Worte Hof und Bing im umgekehrten Sinne dem Sprachgebrauch
zuwider zu laufen.