accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext : Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte, 1 (1878)

14

Das  Minimumthermometcr  soll  um  8  Uhr  Morgens  abgelesen  und  seine  Angabe  mit  in  die  tägliche
Morgendepesche  an  die  Seewarte  aufgenommen  worden.  Doch  ist  dabei  am  Instrument  nicht  zu  rühren,  sondern ­
  erst  um  2  Uhr  p.  m.  der  Index  vorlaufen  zu  lassen,  damit  bei  der  Ablesung  des  Minimums  am  folgenden ­
  Morgen  nur  die  Zeit  seit  dem  letzten  täglichen  Wärmemaximum  in  Betracht  komme.
33.  Behandlung  des  Maximumthermometers.  Das  Maximumthermometer  wird  ebenso  wie  das
Minimumthermometer  im  Blechgehäuse  aufgehängt.  Zur  Zeit  sind  Maximumthermometer  zweier  verschiedener
Konstruktionen  auf  den  Stationen  der  Seewarte  im  Gebrauch,  deren  nähere  Beschreibung  sich  in  Mohn,  Grundzüge ­
  der  Meteorologie,  A:  S.  11  u.  12,  B:  S.  12  u.  13,  findet.  Sollte  es  bei  einem  Maximumthermometer  derjenigen ­
  Konstruktion,  bei  welcher  die  Quecksilbersäule  durch  eine  Luftblase  in  zwei  Theile  getrennt  ist,  Vorkommen, ­
  dass  diese  Luftblase  sich  nicht  nahe  genug  am  Ende  der  Säule  befindet,  so  dass  sie  bei  sehr  niedrigen
Temperaturen  in  die  Kugel  eintritt,  so  ist  diesem  Uebelstande  durch  folgendes  Verfahren  abzuhelfen.  Man
bereite  sich  eine  Kältemischung  aus  ca.  einem  Theile  Salz  und  drei  Theilen  Schnee  resp.  Eis,  halte  die
Kugel  des  Instruments  hinein  und  lasse  nun  die  Säule  so  weit  als  möglich  sinken,  was  sich  ohne  Schwierigkeit ­
  bis  auf  —17°  oder  —18°  wird  bewerkstelligen  lassen;  alsdann  wird  sich  ein  Theil  des  Quecksilbers,
welches  sich  vorhin  oberhalb  der  Blase  befand,  bei  dieser  in  der  Kugel  vorbeiziehen  und  sich  mit  dem  darunter ­
  befindlichen  vereinigen,  und  bei  Wiedererwärmung  des  Instruments  bei  senkrechter  Stellung  desselben
wird  sich  die  Luftblase  dem  Ende  der  Säule  näher  befinden.
34.  Bei  manchen  Instrumenten  der  anderen  Konstruktion  kommt  es  vor,  dass  der  Quecksilberfaden ­
  in  der  Verengung  der  Röhre  nicht  abreisst,  sondern  sich  in  die  Kugel  zurückzieht;  dem  ist  häufig
dadurch  abzuhelfen,  dass  man  das  Instrument  ein  wenig  schräg  hängt,  so  dass  die  Kugel  etwas  höher  als
das  geschlossene  Ende  der  Röhre  sich  befindet.  Ein  genaues  Maass  über  die  Neigung  der  Röhre  lässt
sich  nicht  angeben,  sondern  muss  der  Beobachter  dasselbe  durch  sorgfältige  Versuche  mit  dem  betreffenden
Instrumente  selbst  finden  und  namentlich  darauf  achten,  dass  die  Neigung  nicht  zu  stark  wird,  weil  sonst
der  abgerissene  Faden  sich  in  der  Röhre  leicht  verschieben  kann.  Der  Gefahr  vor  Fehlern  durch  eine
entgegengesetzte  Bewegung  des  Quecksilberfadens,  indem  derselbe  nach  dem  spitzen  Ende  des  Thermometers
sich  verschiebt,  lässt  sich  bei  Aufmerksamkeit  leicht  begegnen,  indem  man  sich  vor  dem  Zurücklaufenlassen
des  Fadens  zuerst  überzeugt,  ob  das  abgerissene  Ende  desselben  noch  bis  zur  verengten  Stelle  der  Röhre
reicht,  welche  an  der  Einschnürung  des  Quecksilberfadens  leicht  zu  erkennen  ist.  Bei  ganz  schwachem
Neigen  des  Thermometers  nach  der  Seite  der  Kugel  läuft  nämlich  ein  von  seinem  Ort  verschobener  Faden
zunächst  nur  bis  zur  verengten  Stelle  und  erst  bei  etwas  stärkerem  Neigen  auch  durch  diese  hindurch.
Sobald  das  Ende  des  Quecksilberfadens  eben  an  der  verengten  Stelle  angelangt,  giebt  die  Stellung  seines
anderen  Endes  das  richtige  Temperaturmaximum  an.
Das  Maximumthermometer  wird  wie  das  Minimumthermometer  jeden
Morgen  um  8  Uhr  abgelesen  und  gleich  darauf  zur  neuen  Beobachtung  eingestellt, ­
  indem  es  aus  dem  Gehäuse  genommen,  in  eine  senkrechte  Lage,  mit
der  Kugel  nach  unten,  gebracht  und  leise  geklopft  wird,  um  die  getrennten
Theile  der  Quecksilbersäule  wieder  zu  vereinigen.  Hierbei  ist  namentlich  im
Winter  darauf  zu  achten,  dass  es  nicht  von  der,  dem  geöffneten  Fenster  entströmenden ­
  wärmeren  Luft  beeinflusst,  zu  hoch  stehen  bleibt,  sondern  bis  auf
die  im  Freien  herrschende  Temperatur  herunter  gebracht  wird,  was  nöthigen
Falls  durch  Befeuchten  der  Kugel  mit  einem  Tropfen  Aether  leicht  bewirkt
werden  kann,  wovon  zu  diesem  Zweck  ein  kleiner  Vorrath  den  Beobachtern
von  der  Seewarte  geliefert  wird.
IV.  JProsent-  Maarhygrometer  mit  Justir-  Vorrichtung.
35.  Bei  diesem  Hygrometer,  welches  nach  Dr.  Karl  Koppe  von
Hottinger  &  Co.  in  Zürich  angefertigt  wird  und  in  Fig.  10  abgebildet  ist,  ist
ein  entfettetes  Haar  ganz  frei  in  einen  Rahmen  eingezogen,  damit  die  Luft
von  allen  Seiten  freien  Zutritt  zu  demselben  habe.  Das  Haar  wird  gespannt
durch  eine  Feder  F.  deren  Kraft  durch  Einhängen  eines  Gewichtchens  von
0.5  Gramm  in  das  Oehr,  in  welchem  der  Faden  befestigt  ist,  leicht  auf  diesen

Fig.  10.
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.