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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

Beiträge zur Küstenkunde von West-Spitzbergen. 
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Lamont benutzte diese Fahrstraße aber öfter mit seiner Yacht »Diana«, die 
einen Tiefgang von 3.3 m (11’) hatte. Die gefährlichste Stelle im Sund ist die 
sogenannte »Barre« südlich von der Englischen Bucht, wo Sandsteerte von beiden 
Seiten vorspringen. Hier mußte Barents wieder umkehren, als er vom Norden 
her in den Sund einsteuerte, da er auf dem flachen Wasser viel gestrandetes 
Eis vorfand, Lamont berichtet, daß der Grund in dem Sund äußerst eben ist 
und daß Schiffe bei mäßigem Wind und klarem Wetter auch ohne Lotsen den 
Sund an Hand der Karte und bei fleißigem Gebrauch des Lotes bequem befahren 
können. Er möchte jedoch raten, nicht vor dem 18. Juli in den Sund hinein- 
zulaufen, da er bis zu dieser Zeit immer mehr oder weniger Eis im Sunde an- 
getroffen habe, Zu berücksichtigen ist auch, daß die Küste an der Ostseite des 
Sundes weiter östlich liegen soll, als in der Karte angegeben ist. 
Strom. Kapt. Vollrath bemerkte, als er mit flauen umlaufenden Winden 
an der Westküste des Prinz Karl-Vorlandes entlang fuhr, starken nach NO bis 
ONO setzenden Strom, während K-Kapt. v. Dassel im Juli 1898 durch Land- 
peilungen einen mit 0.4 Sm Geschwindigkeit in der Stunde von Norden nach 
Süden setzenden Strom feststellte. 
Ankerplatz. Die Yacht »Senta« ankerte auf 7.5 m Wassertiefe über Kies- 
grund in den Peilungen: Dietrich-Insel rw. 142° (mw. SSO'/4O), Osthuk der 
Prinz Heinrich-Insel rw. 276° (mw. WNW!/,W); der Ankergrund hielt gut. 
Der Hafen bietet jedoch wenig Schutz, und es machen Treibeis und Gletschereis 
vom Königsgletscher das Liegen in demselben sehr unbequem, 
Schiffsausrüstung. Beim Kohlenhafen ist von Blomstrand ein reichhaltiges 
Kohlenlager gefunden worden. Es liegt in geringem Abstand von der Küste 
und tritt teils zutage, teils ist es mit einer etwa 1m dicken Kiesschicht bedeckt. 
Das Lager selbst scheint einige dem tief und über 1 Sm lang zu sein. Trink- 
wasser ist in der Nähe nicht zu haben. 
Quellen: Fragebogen 8. M. S. »Carmen«, Komdt, Oblt. z. S. v. Bartenwerffer, vom Juli 1910; 
Nr. 5575 des Kapt. P. Vollrath, Yacht »Senta«, vom Juli 1911; »Ann. d. Hydr. usw.«, 1910; 
englisches Shb. »Aretie Pilot, Vol. II«, 1911. D. Adm-Krt. Nr. 155, Barents-See, Brit. Adm-Krt. 
Nr. 2751, Spitsbergen; Nr. 300, Anchorages on the West and North Coasts of Spitsbergen, Pläne: 
Groß-Bay, Port Möller. Karte Nr. IX des Fürsten Albert von Monaco, Cöte Quest du Spitsberg de 
la partie Nord du Foreland A la Baie Magdalena; Nr. X, Mouillages de la Cöte Quest du Spitsberg, 
Plan: Port Möller. Hierzu Küstenansichten Nr. 6 bis 10. 
Port Möller liegt an der Ostküste der König Haakon-Halbinsel und bildet 
mit der Koller-Bucht, von der sie durch die Regnard-Huk getrennt ist, den 
innersten Teil der Möller-Bucht. Die geographische Lage der kleinen Kohn- 
Insel, die beinahe 3, Sm südlich von der Regnard-Huk liegt, ist nach der Karte 
79° 15’ 50” N-Br. und 12° 8’ 30” O-Lg. Die Mißweisung für das Jahr 1912 be- 
trägt 12.9° W, die jährliche Abnahme etwa 6’. 
Allgemeines. Die Möller-Bucht ist der Nordarm der Kreuz-Bucht, die wieder 
den nördlichen Arm des großen Golfes bildet, dessen Einfahrt zwischen Kap 
Mitra im Norden und der Qvad-Huk im Süden liegt. Die Kreuz-Bucht ist sehr 
malerisch und eine der schönsten Buchten von Spitzbergen. Man findet in ihr 
mehrere ausgezeichnete Ankerplätze, die sich namentlich als Zufluchtshafen für 
Schiffe eignen; auch den Touristen ist sie besonders zu empfehlen. Früher ist 
die Bucht häufig von Walfischfängern besucht worden, von denen man noch 
Spuren im Ebeltofthafen findet. Die Möller-Bucht bildet den schönsten Teil 
dieser Gegend, ; 
Landmarken. Prinz Karl-Vorland, die Qvad-Huk, Kap Mitra und Kap 
Guissez sind unter Zeppelin-Hafen näher beschrieben; auch die dort beschriebenen 
»Drei Kronen« sind bei sehr klarem Wetter beim Einlaufen sichtbar.  Steile 
Hügel erheben sich an beiden Seiten der Kreuz-Bucht. Zum Aufsuchen des 
Ankerplatzes dient ein sehr auffälliger Felsblock, Pierre remarquable, der west- 
nordwestlich .von. der Regnard-Huk auf dem Lande an der Ostseite von Port 
Möller liegt. . 
Ann. d. Hydr. usw... 1912. Haft VIT. 
Port Möller.
	        
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