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Reiseberichte S. M. S. „Carola“ und S. M. Kbt. „Hyäne“.
Das Nma Fahrwasser hat Dicht unter 9 m Wassertiefe, ist durch
Inseln und Riffe gegen Seegang geschützt und bietet gute Ankerplätze. Von
dom Ankerplatz bei Delolawail (Tafel 10) läuft es zunächst in ostnordöst-
licher Richtung 7 Sin, bis die kleine Insel „Lhseno* passirt ist, dann in
nordnordöstlicher Richtung bis zur südlichen Einfahrt zum Hafen von Nma,
ln diesem Theil ist tieferes Wasser 18—29 m, und macht sich hier die nördliche
Dünung fühlbar. Als Marke zum Ein steuern kann die kleine Insel Limmo
dienen. Strom wurde nach dem Verlassen des Ankerplatzes bei Deiolawail
nicht bemerkt.
Der Hafen von Num ist sehr klein und hat nur Platz für ein grofses
Schiff', welches vor einem Anker liegt. Die südliche Einfahrt wird durch zwei
Riffe mit lm Wasser, welche jedoch gut sichtbar sind, zu einer Breite von
17* Kblg verengt. Der Ankerplatz befindet sich io folgenden Peilungen:
„Faktorei in Wy'-iN“ und „NW-Kaute vou Neu?Irland in X 3 /$< >“. Die nördliche
Ausfahrt ist sehr schmal und hat eine Barre mit G m Wasser, Der Strom setzt
dort meist westlich. Da die Rille sich nicht gut markiren, ist cs ralhsam, einen
Lotsen zu nehmen. Der Bootsführer der Station von IlernshHm, ein Salomon-
Insulanor, Namens Jimmy, kann hierzu empfohlen worden. Derselbe hat die
Zeichnung der deutschen Lolsenflagge erhalten und i»t bedeutet worden, auf
Schiffe zu gehen, welche dieselbe geheiist haben. Von Süden kommend ist ein
Lotse entbehrlich.
Die Eingeborenen, welche auf den Inseln leben, sind Europäern sehr
zugethan, doch stehlen sie mit Vorliebe. Der Handel mit Kopra ist dort be
sonders ergiebig. Die auf Nutte-Irland lebenden Eingeborenen sind feindseliger.
An Nahrungsmitteln könncu Taro, Yams uud Schweine beschafft werden.
Kapk-Lieut. Geisoler bemerkt noch über einzelne von S. M, Kbt.
„Hyäne* besuchte Häfen wie folgt:
„Greet-Hafen.*) Der Ankerplatz in diesem Hafen befindet sich nördlich
von der Insel Matvpi in dem Alignement: „Berg Bienenkorb uud Nordspitze
der Insel Matupi.'* Weiter östlich nehmen die Wasscrtiefeu beträchtlich zu. Der
Berg Südtochter und der thätige Vulkan liegen ebenfalls in der erwähnteu Linie,
so dafs vom Ankerplatz aus beide Berge sich genau decken.
Um beim Emsegeln in den Greet-Hufen sicher frei vou allen Untiefen
zu gehen, kann der Berg Bienenkorb mit der Südspitze von Matupi iu Linie
gebracht werdcu (WKW). Steuert mau iu dieser Richtung, bis der westliche
Abfall des Bergrückens links von dem Borg „Mutier*, der sich durch einen
röthlichen Fleck markirt, in NzW peilt, so steuere inan NzW, bis der Berg
Bienenkorb mit der Nordspitze von Matupi in Linie gepeilt wird und daun diese
Richtung verfolgend, bis die Station Htrnshdm in SSW peilt und somit der
Aukerplatz erreicht ist.
Ankergrund befindet sieh auch an der Südküste der Krator-IIalbinsel.
Rhede von Ginegunan. Ginegunan liegt au der Südseite der Blanche-
Bai, *«/* Sm westlich von der Spitze Leseon. Es ist dort guter Ankergrund
auf 18 m Wasser. Die Ankerpeiluug S. M. Kbt. „Hyäne* war: „Kap Gaselk in
OzN, Westkante der kleinen Insel Credner in NOzN und Berg Mutter in NNW*/*W.“
Bei starken nördlichen Winden ist dieser Ankerplatz, seiner Lago gornäfs,
unsicher.
Rhede von Kabakadar. Kabakadar liegt an der Nordküste von Neu-
Britannien. Es ist dort eiu ziemlich guter Ankerplatz auf 10 m Wassertiefe
vorhanden, aufserdem gewährt eine Lücke in dem schmalen Küstcuriff bequeme
Landung für Boote. Bei frisehen nördlichen Winden ist der Ankerplatz nicht
zu empfehlen. Auf der östlich vom Aukerplatz liegenden Huk befindet sieh
ein weißes Missionshaus, das, von Osten kommend, als Marke benutzt werden
kann. Ist die Huk passirt, so wird auch bald mit dem Haudloth der Grund
erreicht werden.
Die Riffe markiien sich gut, doch darf mau nicht zu nahe horangeheu,
da der Grund in der Nähe derselben uneben ist. Auf dem Ankerplatz ist
sandiger, ebener Boden. Die Ankerpeilung war: „Berg Matter in O'/S, Ost
kante der Iusel Man in Nord.“
1) Vgl. »Ami. (1. Hydr. etc.“, 1870, png. 10 «. 401; 1882, pag. 228.