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Volltext : Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte, 1 (1878)

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Bei  der  Ableitung  bestimmter  Zablenwertbe,  welche  einen  Ausdruck  für  die  Ergebnisse  der  Sturmwarnungen, ­
  mit  Bezug  auf  das  Gelingen  oder  Misslingen,  während  der  Jahre  1877  und  1878,  geben  sollen,
werden  die  Fälle  der  Erfolge  in  Prozenten  der  Gesammtzald  der  Warnungen,  welche  an  einer  jeden  der
Signalstellen  gegeben  wurden,  ausgedrückt  aufgeführt.  Das  Kriterion  für  den  Erfolg  oder  Misserfolg  liefern
die  Aufzeichnungen,  welche  an  den  einzelnen  Signalstellen  von  den  Beamten  in  den  Tagebüchern,  die  nach
Instruktion  der  Seewarte  geführt  und  allmonatlich  eingesandt  werden,  niedergelegt  sind.  Dabei  wurden
die  für  das  Zutreffen  eines  Sígnales  mit  Bezug  auf  Zeit  gegebenen  Normen  innegehalten,  während  auf  den
Yortheil  verzichtet  wurde,  welcher  sich  für  eine  günstigere  Beurtlieilung  aus  der  Definition  für  das  Gelingen,
wie  dieselbe  in  der  Instruktion  gegeben  wird  und  wonach  eine  Sturmwarnung  für  einen  bestimmten  Ort
als  zugetroffen  zu  erachten  ist,  wenn  ein  stürmischer  Wind  (8  oder  über  8  der  Beaufort’schen  Skala)  innerhalb ­
  eines  Umkreises  von  185  Kilometern  beobachtet  wurde.  Es  wurde  einfach  die  Auffassung  des  Signalisten ­
  über  die  Lage  der  Dinge  an  der  betreffenden  Signalstelle  als  für  das  ürtheil  maassgebend  angenommen.
Diese  Tabelle  ist  der  oben  angeführten  Abhandlung  entnommen,  in  welcher  auch  die  hier  folgenden  Angaben ­
  über  die  Erfolge  der  Sturmwarnungen  enthalten  sind.
Es  wurden  die  einzelnen  Signalstellen  (32)  nach,  bei  denselben  erzielten  Prozenten  der  eingetroffenen
"Warnungen  in  folgende  Gruppen  geordnet:  von  50%  und  darunter,  über  50°/o  bis  inklusive  60°/o,  über
60°/o  bis  inklusive  70%,  über  70%  bis  inklusive  80%  und  schliesslich  über  80%.  Bildet  man  alsdann
für  die  einzelnen  Gruppen  die  Mittelwerthe  der  Prozente  nach  der  Anzahl,  so  ergeben  sich  für  beide  Jahrgänge ­
  1877  und  1878  die  nachfolgenden  Resultate:
Ergebnisse  der  in  den  Jahren  1877  und  1878  von  der  Seewarte  gegebenen  Sturmwarnungen.

Gruppe  der  Signalstellen.

Jahr

1.

2.

3.

4

B.

50%  nnd  darunter

über  50  bis  inkl.  60  %

Ober  60  Hs  inkl.  70  %

Oker  70  bis  inkl.  80%

über  89°/o

Anzahl

Prozente

Anzahl

Prozente

Anzahl

Prozente

Anzahl

Prozente

Anzahl

Prozente

1877

li

42

7

55

9

66

5

73

1

82

1878

7

44

7

56

14

66

3

72

1

82

Mittel

!  9

48

7

55.b

11

66

4

72.b

1

82

VI.  Uebersicht  der  wettertelegraphischen  Arbeiten  an  der  Zentralstelle.
Wegen  der  in  25  Minuten  (raschen  Ganges)  zurückzulegenden  Entfernung  des  Seemannshauses  vom  Telegraphenamte ­
  (Hamburg  I),  war  die  Frage  einer  regelmässigen  und  schnellen  Verbindung  zwischen  der  Seewarte
und  diesem  Amte  eine  sehr  wesentliche.  Da  die  Herstellung  der  von  Anfang  an  in  Aussicht  genommenen  und  im
Winter  1875—1876  bewilligten  Drahtleitung  sich  durch  entgegenstehende  Schwierigkeiten  und  die  seitens
der  Telegraphie  erforderlichen  Vorbereitungen  verzögerte,  so  wurde  der  Verkehr  in  dem  ersten  Semester
1876  durch  Boten  des  kaiserl.  Telegraphenamtes  auf  Kosten  der  Seewarte  besorgt.  Die  Verzögerung  von
einer  Stunde,  welche  dadurch  in  der  Ahsendung  der  von  der  Seewarte,  auf  Grund  des  bei  ihr  einlaufenden
Depeschen-Materiales,  abgegebenen  Telegramme  entstand,  führte  im  Februar  zu  dem  Versuche,  die  Zusammenstellung ­
  dieser  Telegramme  und  die  Bearbeitung  des  Materiales  in  einem  gemietheten  Lokale  unmittelbar  neben
dem  Telegraphenamte  durch  Beamte  der  Seewarte  ausführen  zu  lassen.  Da  indessen  dieser  Versuch  bezüglich ­
  des  hauptsächlich  dabei  in’s  Auge  gefassten  Telegrammes,  des  Abonnements-Wetterberichtes  an  die  Zeitungen, ­
  das  gewünschte  Resultat,  nämlich  die  rechtzeitige  Lieferung  desselben  zur  Aufnahme  in  die  auswärtigen
Abendzeitungen  am  gleichen  Tage,  nicht  ergab,  andererseits  aber  ausserordentlich  störend  auf  die  übrige
Thätigkeit  der  Abtheilung  III  einwirkte,  so  wurde  derselbe  nach  einigen  Wochen  wieder  aufgegeben,  besonders ­
  da  inzwischen  durch  die  Einrichtung  der  bereits  erwähnten  kleineren  Wetterberichte  an  die  am
Nachmittage  erscheinenden  Zeitungen  dem  Bedürfnisse  der  letzteren  thunlichst  Genüge  gethan  war.
Beginn  des  telegraphischen  Verkehrs  der  Seewarte  mit  dem  Telegraphen  -  Amte  Hamburg  I.  Am
10.  Juli  1876  konnte  der  telegraphische  Verkehr  der  Seewarte  mit  dem  Telegraphenamte  Hamburg  I  beginnen ­
  ,  nachdem  die  Leitung  gelegt  *)  und  die  für  die  Bedienung  des  Telegraphenapparates  auf  Seite  der
*)  Bei  der  Legung  der  Leitung  wurden  gleichzeitig  2  Punkte  in  der  Nachbarschaft  des  Seemannshauses,  für  welche
das  Bedürfniss  bereits  früher  vorlag,  mit  dem  Keichtstelegraphennetze  verbunden,  nämlich  die  Sternwarte  Hamburg  und  der
Unterhafen,  für  welche  eine  öffentliche  Telegraphenstation  im  Neben-Postamte  am  Hafenthore  errichtet  wurde.
            
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