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Full text: 65, 1937

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1937, 
Winde können leicht von den Flächen her ins Becken einbrechen, Besonders 
zur Zeit der größten Trockenheit und Wärme im Juni/August weht der kräftige 
„alogo Lubis“ (Wind aus Lubis) oder der „alogo si Ruang“ (Wind aus si Ruang) 
von der südwestlichen Hochfläche her über den Südteil des Beckens. Fast 2 m 
hohe Wellen können dabei auf dem See entstehen. Es sind die gleichen Winde, 
die jenseits aus dem Asahantal herausgepreßt werden. Setzt sich während der 
gleichen Monate der östliche Wind: der „Wind von Tambun“, auch „Wind von 
Lumban Pinasa“ (in Mittel-Habinsaran) genannt, durch, so bringt er die west- 
lichen Strömungen zum Stillstand, Seine Vorstöße bis ins Tobabecken sind aber 
völlig regellos und niemals von langer Dauer. — Der Regenfall ist selten kata- 
strophal; es scheint, daß der See eine mäßigende Wirkung ausübt. Die Regen- 
Monatsmittel von Balige liegen meist zwischen 150 und 200 mm; die Extreme 
sind Juli mit 81 und Dezember mit 230 mm. Die Zahl der Regentage beträgt 
gegen 160. Der östliche und südöstliche Rand des Beckens sowie die Niederungs- 
zone unmittelbar am Fuße werden reichlicher bedacht. Viel von dem, was die 
Westwinde über das Becken treiben, bleibt dort hängen. Lumban Pea am Fuß 
des hohen Manukmanuk am Ostrand des Beckens z,. B. erhält mehr als 2500 mm 
in der gleichen Zahl von Regentagen, wie Balige sie besitzt. Kräftiger und an- 
haltender sind dort die Regen; unfreundlicher als im „Sonnenland“ der eigent- 
lichen, näher gegen den Tobasee hin liegenden Niederung ist das Wetter. Im 
allgemeinen kann man dieses für das Tobabecken als „heiter“ bezeichnen: es 
liegt nichts von der Düsterkeit und Schwere darin, wie sie an den vielen wolkigen 
Tagen über den Hochflächen lastet (s. Abb, 4 auf Tafel 13), Die Herbstmonate 
allerdings bringen in den Luftraum viel Ahnlichkeit mit unserem heimischen 
Herbst. Dann liegt eine graue Wolkendecke über den stumpfen Wassern des 
Sees und den abgeernteten Feldern. Brenzlig und braun mischt sich der Rauch 
der zahllosen Strohfeuer in die müden Tage. 
Knapp zusammengefaßt kann der Luftraum als wesentlicher Teil jeder Land- 
schaft folgendermaßen typisiert werden: zum Tiefland gehören die gleichmäßigen 
Regen und hohen Temperaturen, zum Gebirge die ewigen Wolken, zur Padang 
Lawas „Bohorok“ (Föhn) und furchtbare Gewitterböen, zu den Hochflächen die 
Winde und würzige Frische, zu den Hochtälern die Morgennebel und matter 
Dunst, und zum Tobasee die Sonne am strahlenden Himmel, 
Einige Tagebuchaufzeichnungen über Klima und Wetter, die für die einzelnen 
Landschaften und Jahreszeiten typisch sind, mögen zur Ergänzung der obigen 
Ausführungen folgen: 
Tiefland: Regenarme Zeit. 21. II. 1931. In den letzten zehn Tagen hat es nur selten geregnet, 
Heute beginnt der Tag trübe, gegen Mittag Gewitter; aber zu Niederschlägen kommt es nicht. 
22. 11. Noch kein Regen. 
24. II. Kein Regen, Himmel leicht verschleiert. Hin und wieder Windstöße, nachmittags zunehmend. 
abends beständiger Landwind. 14h; 33°, 18h: 27°. 
26.11. Morgens ein klein wenig Abkühlung, aber kein Lüftchen; kein Regen, 
2. 111. Gestern Abend in der Ferne Donner; heute Morgen wieder tiefe Bläue. Nachmittags bezieht 
in der Himmel, aber der Regen löst sich noch nicht. Die Erde ist überall geplatzt und ge- 
orsten, 
3. III. Grauer Morgen, dann klart es auf, Doch gegen Mittag beginnt es leicht zu regnen. Die 
Temperatur kommt dabei nicht über 30°, 
4. (II. Abwechselnd Sonnenschein und Bewölkung, Temperaturen erträglicher, gegen Abend leichter 
Regenschauer, 
5. III. Gegen 15h setzen endlich kräftige und langdauernde Regen ein, 
Padang Lawas. Beginn der Trockenzeit, 5. V, 1931. Tal von Batang Onang unweit der hohen 
Barisanketten: Um 11h im Schatten selbst bei „erfrischendem Wind“ 31°, Es ist kaum möglich, 
auf dem glühenden Boden noch weiter zu marschieren. Dann ziehen Wolken auf. Im Tal des Ulu 
Ajer (700 m) beginnt es zu regnen, und über uns tobt sich ein furchtbares Gewitter aus, Es 
regnet bis zum Abend. War es vorher zu heiß, ist es jetzt fast zu kühl. Der Himmel ist so 
a daß es um 16h schon fast dunkel ist. Ein neues Gewitter fängt an zu brüllen. 
18h: . 
V. Bucht von Gunung Tua (200 m): Leichte Bewölkung hindert während des ganzen Tages die 
schlimmste Hitze. Über Mittag nur 30,5°, Gegen 16h schwere Bewölkung, schon wird es 
dämmerig. Dann brechen Gewitter und Wolkenbrüche herein. Es gießt bis gegen Morgen. 
V, Der Körper scheint geradezu zu verbrennen; nicht etwa von der Hitze der Sonnenstrahlen, denn 
der Himmel ist wieder verschleiert, sondern von der als kochend empfundenen Hitze des Blutes, 
Mittags 37.5°, Dann leichter Sprühregen, Es ist schlimmer als im überhitzten Treibhaus. 
Später kommt die Sonne klar durch, und die Hitze wird noch brennender, 
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