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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 65 (1937)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1937. 
Der Tagesablauf der Temperatur gleicht in der regenarmen Zeit etwa dem 
des mittelmeerischen Sommers?): 6h: 13.5°; 6%h; 14,5°; 7h: 15°; 8%h; 20°; 9ı; 22° 
(Sonne ganz leicht verschleiert); 10h; 25° (Sonnenschein bei leichten Ci-Wolken 
und schwachem Wind); 11»: 25,5° (stärkerer Wind, klare Sonne); 12h: 26° (lebhafter 
Wind, klare Sonne); 13h: 27° (Wind in Stößen, helle Sonne); 14»: 27.5° (Wind zu- 
weilen in heftigen Stößen, im allgemeinen leicht abflauend, Sonne des öfteren leicht 
bedeckt); 15%: 26° (Sonne stechend zwischen großen Wolken); 16»: 26° (Sonne ab- 
wechselnd verdeckt); 17h: 24.5° (Sonne hinter Regenwolken); 181: 22.5° (Wolken, 
leichter Sprühregen); 18%n; 20° (Landregen); 19": 19° (starker Regen); 20h: 18° (be- 
wölkt); 23h: 15° (regnerisch). — Von 50 ccm Wasser, die um 8% auf flacher Schale 
in Sonne und Wind gestellt wurden, waren um 18h noch 10 ccm übrig; von derselben 
Menge, die windgeschützt im Schatten stand, 38 ccm. — Übrigens ist die Dämme- 
rung in den Höhen etwas länger als im Tiefland. Bis 18%n können in der Regel 
die Autos noch ohne Licht fahren; um 19% ist es dann allerdings schon pech: 
finster. 
Daß Winde häufig die Flächen bestreichen, wurde schon gesagt. Zu den regel- 
mäßigen E- und W-Strömungen kommen Fallwinde aus den Gebirgen, Pangururan 
(Mittel-Habinsaran) in einer Bucht zwischen zwei Spornen des über die Hochfläche 
aufragenden Batu mardinding z. B. kennt warme nächtliche, abwärts drehende 
Wirbel. In Si Borongborong (Hochtoba) sind die Windstärken gemessen worden. Sie 
wuchsen dort im Tagesmittel von 1.5 m/sec im November auf 2 m/sec im Juli an 
und sanken dann bis zum Oktober auf 1.3 m/sec ab. Von 12 bis 15% beträgt das 
Mittel aber 2.1 bis 3.3 m/sec (in Batavia 2.3, Medan 1.7). Sehr häufig werden 
Perioden bis zu 9.5 m/sec gemessen; ja in Seribu Dolok auf der Karohochfläche 
nördlich des Sees wurden Sturmstärken bis 15.4 m/sec verzeichnet. Während 
dort auch nachts in der Regel der Wind durchweht, schläft er auf der Toba- 
Fläche in den Abendstunden ein, Daß diese Luftbewegungen aus Osten bezw. 
Westen mit verantwortlich für die mangelhafte sekundäre Baumvegetation von 
Toba Humbang, Si Lantom und Habinsaran sind, darf vielleicht angenommen 
werden. Die hohen Bambuzäune um die Dörfer der Hochflächen haben nicht 
zuletzt den Zweck des Windschutzes. — Tragen die heftigen Winde gleichzeitig 
Regen herbei, so kann es recht ungemütlich werden. Ein Übermaß an Nieder- 
schlägen erhalten die Flächen nicht; die Randgebirge ringsum fangen viel ab. 
Das Mittel kann bei 2000 mm gesucht werden: Si Borong 2100, Dolok Sanggul 
1960, Parsoburan 1980 mm. Nur nahe der Gebirge ist die Regenmenge größer: 
Si Bosur in Mittel Habinsaran vor dem Batu na Hoda, einem dem Rand des 
Tobabeckens aufgesetzten Bergzug, hat 2300 bis 2500 mm, dazu häufiger feuchte 
Nebel und empfindliche Kühle. In den einzelnen Jahren kann die Regenmenge 
allerdings fast um ein Drittel schwanken, So fielen z. B. 1923 in Si Bosur nur 
1812 mm bei 5 mm Tagesdurchschnitt; 1924 dagegen 2777 mm bei 7.6 mm täg- 
lichen Regens, Die mittlere Feuchte liegt bei 88 bis 90%, mittags um 12h im 
Mittel bei 75%. Juni, Juli und August sind einigermaßen trocken zu nennen, 
desgleichen eine kurze Zeit nach der Jahreswende, Während des ganzen Jahres 
sind in der Regel auch die Vormittage trocken. In Mittel-Habinsaran setzten 
manchmal wochenlang hintereinander fast um die Uhrzeit genau gegen 14h die 
Regen ein, nachdem man sie vorher schon am Habu-Habu hatte hängen sehen. 
[m Gegensatz zum nachtklaren Tiefland kommen aber auch sehr häufig nächtliche 
Landregen vor, die sich bis gegen Sonnenaufgang fortsetzen, — Gewitter (etwa 
170 Gewittertage im Jahr), Wolkenbildungen, atmosphärische Farbenspiele tragen 
in hohem Maße zur wechselnden Beleuchtung und Schattierung des Landschafts- 
bildes bei. Bei klarem Himmel erstrahlt dieser in einer Bläue, wie sie in der 
Milchglas-Atmosphäre der Padang Lawas niemals erreicht wird. Der Anteil des 
Sonnenscheins an der möglichen Dauer beträgt im Mittel 50%, im Juli gegen 60. 
im Januar um 40%. 
Auch die großen Längs-Hochtäler werden von übermäßigen Niederschlägen 
verschont. Ein großer Teil der Regenwolken wird über sie hinweg getrieben, 
1) Die Temperaturen sind im Standplatz Parsoburan in der Regel mit Schleuderthermometer, 
im übrigen auf den Märschen mit gewöhnlichem Thermometer gemessen worden,
	        
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