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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 65 (1937)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1937. 
auf die ersten Vormittag- und späteren Nachmittagstunden. Die Tatsache, daß 
immerhin 130 Regentage verzeichnet werden (Batavia 138, Medan 143), und daß 
die mittlere Dauer der Trockenzeit (Gunung Tua 30 Tage) an sich nicht länger 
ist als in Batavia (31, Medan 19), wo doch von ähnlichen Beschwernissen wie 
in der Padang Lawas nicht die Rede sein kann, kommt gar nicht recht zur 
Geltung. Ja, die längste regenlose Periode betrug in Batavia innerhalb 46 Jahren 
89 Tage, in Gunung Tua innerhalb 18 Jahren aber nur 58 Tage. Nur in zwei 
Monaten, nämlich Juni und Juli, verzeichnet Gunung Tua im Mittel unter 100 mm 
(89 und 66); Si Buhuan sämtliche über 100. Noch günstiger und reichlicher 
sind im Tal von Ulu Barumun (am oberen Barumun) unmittelbar am Barisan- 
gebirge die Niederschläge. Hier sind auch Bohorokwirkungen kaum noch spürbar. 
Wohl aber sind plötzliche östliche Fallwinde vom Gebirge bekannt und gefürchtet. 
Neumann gibt von hier für die Trockenzeit Tagesmittel von 35 bis 36°, nächt- 
liche Abkühlung bis 27°; in der Regenzeit tags 35°, nachts selten unter 22.5° an. 
Die „doppelte Regenzeit“ tritt in der Padang Lawas mehr zugunsten der einfachen, 
monsunhaften zurück. Die Kurve von Si Buhuan ist noch typischer eine Monsun- 
kurve als die von Gunung Tua, — Gegen Ende der Trockenzeit, im August, 
wird die Atmosphäre für Mensch und Vieh kaum noch erträglich. Die Kenterungs- 
zeit währt lange, da die heftigen Winde die Wolken zu schnell vorwärtstreiben 
und die hochaufsteigende Warmluft eine Kondensation erschwert. Das Einsetzen 
katastrophaler Regenschauer nach Vorausgang heftigster Gewitter bringt dann 
endlich Erlösung, aber auch mannigfache Vernichtung. Nirgends sind finstere 
und vielgestaltige Wolkenballungen sowie elektrische Entladungen so charakte- 
ristisch für den Luftraum einer Landschaft wie in der Padang Lawas (s. Abb. 1 
auf Tafel 13), — Über die Bildung der üblichen, fast täglichen Gewitterwolken 
kann schematisch etwa folgendes gesagt werden: an drei, vier, fünf verschiedenen 
Stellen des Horizontes innerhalb einer bestimmten Himmelsrichtung quellen 
wulstige Türmchen ungefähr gleicher Größe und Höhe auf, Anfänglich wachsen 
sie ziemlich gleichmäßig weiter. An ihrer Basis bildet sich eine geschlossene 
fahlbräunliche Decke, die immer höher den Himmel hinaufzieht. Eine der Pinien 
bläht sich schnell und groß auseinander, sie umschließt zwei hellgraue kleinere 
Wolkenkerne, Zwischen diesen beiden Kernen und ihrem nächsten Umkreis springen 
die Blitze über. Niemals flammt die ganze wulstige Wolke auf, noch viel weniger 
ist es bei den kleinen Nebenauswüchsen oder der gemeinsamen Bank der Fall. 
Im östlichen Grenzgebirge unseres Gebietes gibt es bisher keine meteoro- 
logischen Stationen. Daß die Regenmengen hier stark zunehmen, ist aber ohne 
weiteres zu behaupten und durch Analoga benachbarter Gebirgsstrecken zu be- 
legen. So meldet die Teeplantage Haboko eben nördlich des Asahan auf un- 
zefähr 300 m bereits rund 4000 mm. Dabei hat kein Monat unter 200 mm Regen, 
und der Oktober ist allein mit über 500 mm vertreten. Auch die ständigen 
reichlichen Wassermassen der Flüsse, die Erdrutsche, scharfen Grate auf Haupt- 
kämmen und Hangtalscheiden, ferner die üppige Vegetation und rasche Neu- 
vewaldung verlassener Brandrodungen, nicht zuletzt auch die Berichte der Ein- 
geborenen sprechen für Regenmengen, die sowohl denen des Tieflandes als der 
Hochflächen weit überlegen sein müssen, Sicherlich bringen es manche höheren 
Teile der Bilaketten, in denen sich infolge der Rippenstruktur besonders leicht 
Wolkenmassen verfangen können, auf 5000 oder mehr Millimeter. In lang an- 
haltender Monotonie regnen sich die festgefahrenen Wolken allmählich ab; das 
Rauschen auf dem Blätterdach täuscht leicht eine besonders hohe Intensität vor, 
die gar nicht vorhanden ist. — Die Wolken gehören hier nicht nur zum Dach 
der Landschaft: dem Luftraum, sondern häufig zur Landschaft unmittelbar. 
Hängen sie doch stunden- und tagelang als eine zwar bewegliche, aber dichte 
Auflage an Hängen und Talsohlen und haken sich mit Millionen Fetzen im Wald 
pis zum Unterholz hin fest (s. Abb. 2 auf Tafel 13). Die höhenmäßige Abkühlung 
wird durch die reichliche Feuchte und Wolkennähe noch spürbarer. Nachts ist 
es bei niedersteigenden Bergwinden in der Regel klar und erfrischend; auf 500 m 
Höhe kann der Europäer schon frösteln, wieviel mehr noch der durchwandernde 
Tieflandseingeborene! Bodennebel und feuchte Dünste bringen den meisten auf
	        
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