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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 65 (1937)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1937, 
Regenmengen, -intensität und -verteilung sowie Temperaturhöhe und Tages- 
schwankungen, Winde, Nebel- und Wolkenbildung, Im Kleinen erfahren sie noch 
wieder durch Tief- oder Höhen-, Tal- oder Hang-, Luv- oder Leelage eine Be- 
einflussung. Eine Aufgliederung von Klima und Wetter in Anlehnung an die 
aufgestellten Großlandschaften ist durchaus möglich und das Gegebene. 
Über das tropischste Klima und den gleichmäßigsten Wetterablauf verfügt 
das östliche Tiefland. Die Temperaturen sind im Jahresgang fast schwankungs- 
los zu nennen. Sie liegen im Mittel zwischen 24.5 und 25.5°; maximal werden 
im Mittel etwa 30° gemessen und 35.5° selten überschritten. Aber auch ein 
mittleres Minimum unter 22° wird nicht erreicht. So beläuft sich die nächtliche 
Abkühlung gewöhnlich auf nicht mehr als 4° gegenüber dem Tagesmittel oder 
9° gegen die durchschnittlichen Mittagstemperaturen, — Gepaart mit der hohen 
Wärme geht ein Mangel an Luftbewegung. Die Windgeschwindigkeit beträgt 
in Medan (nördlich des Untersuchungsgebietes), wo ganz ähnliche Verhältnisse 
herrschen wie in dem Tieflandsabschnitt zwischen Asahan und Barumun, im 
Jahresmittel um 7b nur 0.7 m/sec, um 12h 1.7, um 17h 1,5 m/sec. Seewinde 
werden 50, ja 80 und mehr Kilometer landein wahrgenommen. — KReichliche 
Abwechslung in den Luftraum bringen dagegen Gewitter. Wiederum in Medan 
wurden im Jahresmittel nicht weniger als 187 Tage mit Gewitter verzeichnet. — 
Die Feuchte beträgt dort im Jahresmittel 87%, bei einem absoluten Minimum 
von 34%. Frühnebel sind selbst in den trockensten Monaten nichts Seltenes, — 
Regen fallen im Tiefland der Ostküste in allen Monaten. Von November bis 
Februar sind es in der Regel östliche und südöstliche, während des übrigen 
Jahres südwestliche Winde, die sie herbeiführen. Monate unter 100 mm kennt 
nur die Asahanmündung, als „trockenster“ Teil des Ostküstentieflandes. Ins- 
gesamt gehen in Tandjung Balai an der Asahanmündung 1760 mm in 108 Tagen 
nieder. Im Februar und März werden dort im Mittel nur 94 und 96 mm erreicht, 
Labuhan Bilik an der Barumunmündung dagegen verzeichnet im trockensten 
Monat Juli immer noch 112 mm bei 2170 mm Gesamtregen in 131 Tagen. Die 
entsprechenden Zahlen für die regenreichsten Monate sind: Tandjung Balai 
Oktober 259, Labuhan Bilik November 281 mm. Das zweite Maximum liegt in 
Tandjung Balai im Mai mit 135, in Labuhan Bilik im April mit 156 mm. 
Über den tageszeitlichen Verlauf der Niederschläge geben die Aufzeich- 
nungen des selbstschreibenden Regenmessers von Medan lehrreiche Auskünfte. 
Die höchsten Mengen fielen während 10jähriger Beobachtung in allen Monaten 
in der zweiten Tageshälfte, meist gegen Abend oder vor Mitternacht; im 
Jahresmittel zwischen 18 und 19», Die Hauptregenmonate September/November 
verzeichnen z. B. im Mittel für September 18—19h insgesamt 30.7, Oktober 
L7— 18h 25.4, November 22—23h 29,3 mm. Sehr bezeichnend ist, daß bei der 
Zusammenfassung der einzelnen Monatstage nur eine einzige Stunde, nämlich 
3—10h im Juli 0 mm aufweist. Es kann also praktisch zu allen Zeiten regnen. 
Im allgemeinen jedoch sind im Jahresmittel die Morgenstunden zwischen 
10 und 11% die trockensten. — Werden nur die Regenstunden berücksichtigt, 
so ergibt sich als Maximum, also als höchste Intensität der Regen für die 
gleichen Monate: September 13—14h im Mittel 18.3, Oktober 15—16h 21,3, 
November 15—16h 21.6 mm. Für November 22—23h z. B. dagegen errechnet 
sich nur eine mittlere Intensität von 7.1 mm, woraus hervorgeht, daß die größten 
Mengen nicht schlagartig, sondern gut verteilt niedergehen, 
Mit zunehmendem Abstand von der Küste und steigender Höhe nehmen 
auch die Niederschläge zu. Panigoran, etwa 60 km Luftlinie von der Küste auf 
70 m Höhe, verzeichnet bereits 2750 mm bei fast 180 Regentagen im Jahr; und 
mit der 100 m Höhenlinie fällt die 3000 mm Isohyete fast genau zusammen. Wo 
las Tiefland ohne breiteren Vorhügelgürtel ziemlich unvermittelt an das Gebirge 
stößt, wie es am Surungan der Fall ist, werden auch in geringeren Höhen schon 
Regenmengen über 3000 mm gemessen, so in Bandar Pulau auf 80 m etwa 3100 mm. 
Der Ablauf der klimatischen Erscheinungen ist bei dieser Höhe und weiter im 
Bereich des Hügelvorlandes noch ähnlich wie im Tiefland. Die Durchschnitts- 
‚jemperaturen nehmen, wie überall im Archipel, auf je 100 m um 0.6° ab, und
	        
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