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Full text: 65, 1937

Ann, d. Hydr. usw., LXV. Jahrg. (1937), Heft II. 
Klima und Wetter im südlichen Batak-Land auf Sumatra. 
Aus der Sammlung des überseeischen meteorologischen Dienstes der Deutschen Seewarte. 
Von Dr. Karl Helbig, 
(Hierzu Tafeln 13 und 14.) 
Das untersuchte Gebiet (s. die Kartenskizze auf Tafel 14) liegt zwischen 1° und 3° N in der 
Nordhälfte der Insel Sumatra, Es wird begrenzt durch den Tobasee, die Hochtäler des Batang Toru, 
Batang Angkola und Batang Gadis im Westen und Südwesten, den Asahan (Ausfluß des Tobasees 
zur Malakkastraße) im Norden, die Malakkastraße im Osten, den Barumunstrom im Südosten und 
Süden, Es umfaßt ungefähr 22000 qkm (Gesamt-Sumatra: -+- 400000). In den Jahren 1930/31 wurde 
es vom Verfasser auf weiten Fußmärschen durchkreuzt (etwa 2000 km Marschstrecke). Kurz soll es 
das „Gebiet zwischen Asaban und Barumun“ genannt werden, — Abgesehen vom äußersten Küsten- 
strich wird dieses Gebiet vornehmlich von Toba-Batak, im Süden auch von Angkola- und Mandailing- 
Batak bewohnt. Es deckt sich nicht mit den politischen Grenzen der „Batakländer“, Hinsichtlich 
der Verwaltung gehört das Hochland zum größten Teil zur Residentschaft „Tapanuli“, das Tiefland 
zu „Sumatras Ostküste“. 
Es handelt sich in großen Zügen um folgende Landschaften: im Osten dehnt sich 60 bis 70 km 
breit mit Regenwald und breiten Baumplantagen das Ostküsten-Tiefland. Ein 10 bis 20 km breites, 
recht bewegtes, teils waldiges, teils mit Savannen bedecktes Hügel-Vorland zwischen 50 und 500 m 
Höhe schließt sich westwärts an, Im Bereich des Barumun, also im Südosten, greift schwachwellig, 
zuweilen mit etwas höheren Hügeln durchzogen, die Steppen-Flachlandsbucht der Padang 
Lawas (deutsch: weite Ebene) in tiefem Bogen westlich bis über die Inselmitte vor. Das bis 2300 m 
hohe waldreiche östliche Grenzgebirge stößt, oft in steilem Sprung, an das Hügelvorland. Von Nord- 
west nach Südost gliedert es sich in das Massiv des Surungan, die mehrfach gestaffelten Bilaketten 
mit dem westlich angeschlossenen Habu-Habu-Massiv, das Massenbergland des Dolok und die Ba- 
risanketten. 
Die großen Quertalungen des Asahan, Kualu und Bila durchbrechen das Gebirge nach Osten 
hin. Zwischen Dolok und Barisan klafft eine etwa 10km breite Lücke im Grenzgebirge, Hier erhebt 
sich in sanfter Kurve der Sockel des weiter westlich gelegenen Lobuk Raja-Vulkanes, der mit dem 
nördlich anschließenden Bualbuali gemeinsam das dichtbewaldete Vulkangebirge von Angkola 
bildet (bis 1900 m). Hinter dem Grenzgebirge folgen nach Westen die ausgedehnten, von tiefen 
Schluchten zerrissenen Hochebenen von Nord-, Mittel-, Süd-Habinsaran, Hochtoba (Toba Humbang) 
und Si Lantom mit vorwiegend Gesträuch-, Farn- und Hochgrassteppe zwischen 900 und 1600 m. 
Einzelne Bergrücken und Vulkane entragen ihnen, Das breite Hochtal des Batang Toru (1100 bis 
500 m) zertrennt sie in der Längsachsenrichtung der Insel. Vor dem Lobuk Raja biegt es scharf 
nach Westen zum Indischen Ozean ab. Südlich dieses Vulkans setzt es sich in gleicher Richtung 
wie vordem als Tal von Mandailing (500 bis 200 m) mit den Strömen Batang Angkola und Batang 
Gadis in einer Depression zwischen zwei Barisanketten nach Süden fort. Zwischen das Vulkangebirge 
von Angkola und den westlichen Rand des Dolok schiebt sich das Hochtal von Si Pirok auf ungefähr 
300 m Höhe ein, Inmitten der Hochflächen liegt auf 900 m Meereshöhe zwischen jähen, teils von 
Gebirgszügen gekrönten Abbruchrändern von 300 bis 1000 m relativer Höhe das 100 km lange und bis 
30 km breite Toba-Becken, Bis auf eine schmale Kulturniederung am südöstlichen Ufer (Nieder- 
toba, Toba Holbung) ist es vom Tobasee erfüllt: doch wird mehr als 4 des Sees von der bis 1600 m 
hohen Insel Samosir eingenommen, 
Klima und Wettererscheinungen in dem Landesabschnitt zwischen Asahan 
und Barumun entbehren nicht minder der Mannigfaltigkeit wie die üblichen 
Aufbauräume (Gesteine, Böden, Oberflächenformen, Vegetation). Der Sammel- 
begriff „Tropen“ besagt hier wenig. Nur wenige Wesenszüge, eben jene, die sich 
aus der äquatorialen Lage Sumatras zwischen dem asiatischen und australischen 
Kontinent ergeben, sind sämtlichen Teillandschaften gemein: gleichmäßige Tages- 
länge, das Fehlen starker jährlicher Temperaturschwankungen; bei hoher Luft- 
Ieuchtigkeit Regenmengen, die fast durchweg 1800 mm erreichen und über- 
schreiten; Anfuhr der Hauptregenmengen auf der Westhäfte durch westliche, 
auf der östlichen durch Ostwinde; reichliche Gewitter. Die deutliche Scheidung 
in ausgesprochene Regen- und Trockenzeit, wie sie beispielsweise schon auf Java 
gut ausgeprägt ist, fällt hier allenthalben fort. Zwar wirken sich die Monsun- 
strömungen zwischen den Zyklon- bzw. Antizyklonzentren Asiens und Australiens 
auch zwischen Asahan und Barumun hinsichtlich des Auf- und Abschwellens der 
Regenkurve aus. Die Lage zwischen 1° und 3° N bedingt jedoch die dort übliche 
doppelte Regenzeit mit dem Hauptmaximum im Oktober/Dezember und Neben- 
maximum im März/Mai. Die wechselvolle Aufteilung der Oberfläche in Gebirge, 
Hochebenen und -täler, Flachlandsbuchten und Küstentiefland bedingt eine reich- 
liche Differenzierung der klimatischen Erscheinungen. Das gilt vor allem für 
Ann. d. Hydr. usw. 1937. Heft II.
	        
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