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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 65 (1937)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1937. 
Die Güte der deutschen Funkzeitzeichen. 
Von A. Repsold, Hamburg. 
(Hierzu Tafel 67.) 
Im Anschluß an die beiden Arbeiten in Astronom. Nachrichten 6010 (Ent- 
wicklung und Ergebnisse des Funkzeitzeichend ienstes auf der Deutschen Seewarte) 
und in Astr. Nachr. 6056 (Anderung im Zeitdienst der Deutschen Seewarte) gebe 
ich in den anliegenden Tafeln eine graphische Zusammenstellung über die Güte 
des deutschen Zeitdienstes während der Jahre 1921 bis 1936, die die Steigerung 
der Genauigkeit und ihre Ursachen zur Darstellung bringt, 
Tafgl I gibt in zwei Blättern eine Übersicht über die Größe der Verbesse- 
rungen des 12 Uhr-Onogo-Signals für die Jahre 1921 bis 1936, Es handelt sich hier 
um eine Auftragung der in den Astr. Nachr, fortlaufend veröffentlichten endgültigen 
Verbesserungen der Deutschen Seewarte, jedoch nicht der täglichen Werte, sondern 
der ötägigen Mittel. Dieses entspricht dem Verfahren des Bureau International 
de l’Heure, welches aus Raumgründen, und um die täglichen Gangschwankungen 
auszuschalten, diese Methode einschlägt. Diese 5tägigen Mittel geben ein hin- 
reichendes und sogar besseres Bild, da ja selbst diese Mittel infolge der systema- 
tischen Fehler oft noch längere Vorzeichenfolgen aufweisen, wie die Auftragungen 
ohne weiteres erkennen lassen, Die Auftragung wurde für das 12 Uhr-Onogo- 
Signal gemacht, da das Tagsignal höheres Interesse als das Nachtsignal bean- 
sprucht, Auch die Verbesserungen des mit dem 15. Juni 1924 beginnenden 
Koinzidenzsignals geben kein nennenswert anderes Bild, Die angestellten Be- 
irachtungen und Genauigkeitsangaben gelten also in gleicher Weise für dieses, 
Die Polygonzüge haben von 1921 bis Anfang 1930 sowohl dem Charakter 
wie dem Betrage nach etwa das gleiche Aussehen, wenngleich einzelne Jahre oder 
Monate offenbar besser oder schlechter als andere ausfallen. Das hängt von 
verschiedenen Ursachen ab, die teils auf Jahreszeiten und Wetter zurückzuführen 
sind, teils auf den persönlichen Einsatz der Beobachter (besonders auf Einübung 
und also auch Wechsel), teils auch auf die instrumentellen Einrichtungen. Be- 
sonders auffällig ist eine Veränderung beginnend etwa um die Mitte des Jahres 
1924, Bis dahin wurden die Zeitzeichen handgetastet; nach Durchführung von 
Versuchen im Laufe der Sommermonate wurde dann auf automatische Registrie- 
rung übergegangen. Trotzdem mit dem Jahre 1924 die Zahl der Zeitbestim- 
nungen zugenommen hatte, nehmen auch die durchschnittlichen Fehler der Ver- 
besserungen zu, Es hat den Anschein, als ob die objektive Registrierung der 
Zeitzeichen Fehler aufdeckt, die vorher bei den subjektiven Handtastungen nicht 
arkannt wurden, so daß die absoluten Beträge der Verbesserungen nunmehr größer 
ausfallen. Verfälschend werden aber auch starke Schwankungen der Registrier- 
rerzögerung mitgewirkt haben. Das Jahr 1930 ergibt eine langsame Verkleine- 
rung der Signalverbesserungen, teils infolge Verbesserung des Instrumentariums 
lür die Zeitzeichenaufnahme, teils infolge Personalvermehrung und einer dadurch 
ermöglichten Vergrößerung der Zahl der Zeitbestimmungen, Einen deutlichen 
Einfluß übt dann die Berücksichtigung der Registrierverzögerung ab April 1931 
aus, Von hier bis Ende 1933 verändert sich das Bild kaum, Auch die Ver- 
wendung der Quarzuhrkontakte der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt macht 
sich in den Fehlern der Aussendung der Zeitzeichen nicht sofort bemerkbar. 
Jedoch wird der Verlauf des Polygonzuges schon ab Dezember 1933 glatter, wenn 
auch die absoluten Werte der Verbesserungen sich zunächst nicht verringern. 
Auch die Einführung einer verbesserten Ausgleichsmethode?) scheint günstig zu 
wirken, weniger allerdings auf die absoluten Werte der Verbesserungen, als auf 
die Abweichungen vom mittleren Observatorium (s. w.u.). Während die Jahre 
1934 und 1935 gleichartigen Charakter zeigen und einen fast gleichen durch- 
schnittlichen Fehler der täglichen Beträge ergeben, sinkt dieser mit Beginn des 
Jahres 1936 infolge völliger Ausschaltung der Registrierverzögerung und Ein- 
satzes der eigenen Quarzuhren erheblich herab, und zwar auf etwa %/, des bis- 
herigen Wertes, Die Registrierverzögerung wurde dadurch völlig ausgeschaltet, 
ı 8, Weltlängenvermessung, Archiv der Deutschen Seewarte, Bd. 54 Nr. 5, S. 354.
	        
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