Racky, N.: Bestimmung schneller individueller Temperaturänderungen in der Atmosphäre, 569
i1. R. Mügge: Met. Zschr, 1931, S, 2.
'%, R, Mügge: Synopt. Bearbeitungen, mitgeteilt v, Wetterd. Ffm,
3. W. Schmidt: Wiener Sitzungsoer,, Abt. IIa, Bd. 38, S. 85,
4. W. Schmidt: Zschr. f. Geophys. Bd. 4 (1928), 5. 376.
15. W. Schmidt: Met. Zschr, 1934, Bd. 51, S. 271.
16. W. Seeliger: Met. Zschr. 1936, S. 401.
17, P. Sieber: Beitr, z. Phys. d. fr. Atm, 23, S. 249.
18, Ge. Stüve: Met. Zschr. 1925, S, 98, Bd. 42.
19. Gg. Stüve und R. Mügge: Beitr, z. Phys, d. fr, At, 22 (1935), S. 20.
20. Väisälä: Met. Zschr. 1928, 8, 331.
Zur Frage der allgemeinen Zirkulation im strengen Winter 1928/1929,
Von Martin Rodewald, Hamburg.
Zusammenfassung: Es wird die Ansicht vertreten und begründet, daß die allgemeine Zirkulation
im Winter 1928/29 nicht abgeschwächt, sondern gesteigert war, und zwar durch das bezüglich des
Wärmetransports zwischen niedrigen und hohen Breiten leistungsfähigere System weitgehend
meridionaler Austauschströme, Dieser Erscheinungsform der Zirkulation wird das bisher ge-
bräuchliche Maß für die Zirkulationsintensität nicht gerecht, und es werden Anregungen für eine
andersartige Messung gegeben, aus der sich „Zirkulationskurven“ und „Relativzahlen der
Zirkulation“ für die gemäßigten Breiten gewinnen lassen.
In seiner jüngst an dieser Stelle erschienenen Arbeit?) kommt A. Wagner
zu dem Ergebnis, daß der strenge Mittwinter 1928/1929 (Januar, Februar 1929)
durch eine großzügige und starke Abschwächung der allgemeinen Zirkulation
auf der Nordhalbkugel gekennzeichnet war, nachdem noch im November 1928
eine eindeutig verstärkte Zirkulation geherrscht hatte, die sich im nordpazifisch-
amerikanischen Sektor auch im Dezember 1928 fortsetzte.
Dies bemerkenswerte Ergebnis, das so sehr der Erhaltungstendenz der
Zirkulationsintensität widerspricht, erscheint für den prognostischen Standpunkt
ungünstig und vom theoretischen schwer erklärbar, mag man nun die mächtige
kurzfristige Schwankung auf außerirdische oder irdische Einflüsse zurück-
zuführen geneigt sein oder sie als einen mehr zufällig stark gewordenen Ausschlag
bei der Pendelung der Zirkulation um ihre Gleichgewichtslage ansehen,
Es ist deshalb die Frage wohl am Platze, ob denn die Feststellungen über
Stärke und Schwäche der allgemeinen Zirkulation überhaupt eindeutig sind,
m. a. W. ob das bisher gebräuchliche Maß für deren Intensität einen
für alle Fälle richtigen Gradmesser der Zirkulation darstellt.
In einer kurzen Arbeit über die europäische Druckverteilung im Februar
1929?) habe ich diese Frage erstmalig angeschnitten, indem ich dort schrieb®):
„Sollte die ganze Masse der Nordkontinente unter erheblich zu hohem Luftdruck
stehen, pazifisches und atlantisches Roßbreiten-Maximum dagegen unternormal
entwickelt sein, so würde dies eine Veränderung der gesamten nordhemi-
sphärischen Zirkulation bedeuten, die in die Richtung des von Easton und
Köppen gefundenen Zusammenhangs der strengen Winter mit der Sonnenflecken-
tätigkeit weist,
Diese Veränderung wäre nach den bisherigen Anschauungen eine
Schwächung der großen Zirkulation. Da aber einem Maximum der Sonnen-
fleckentätigkeit ein verstärkter Luftaustausch Aquator—Pol entsprechen
müßte, erscheint es durchaus denkbar, daß dieser sich nicht in Form
einer Verstärkung der Westwindzirkulation äußert, sondern einen
Systemwechsel derart hervorruft, daß an Stelle verstärkter West-
winde eine mehr meridian-parallele Austauschbewegung der Luft-
massen tritt. Die Verminderung der ostwärts gerichteten Luftversetzung
würde eine größere Beharrlichkeit der Luftdruckanordnung, eine verschärfte
Kontinentalität der kontinentalen Klimagebiete, eine weitere Ozeanisierung der
ozeanischen Klimagebiete erklären — ähnlich, wie es die Februarlage 1929
andeutet.“ (Satzhervorhebungen nachträglich — D. Verf.)
1) A. Wagner: Die allgemeine Zirkulation im strengen Winter 1928/29. Ann. d. Hydr. 1937,
8. 449 bis 457. — 2) M. Rodewald: Das Bild der mittleren Luftdruckverteilung über Europa im
Februar 1929. Ann. d, Hydr. 1929, S, 395 bis 398. -— *%) a. a. O., S. 398,