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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 65 (1937)

Racky, N.: Bestimmung schueller individueller Temperaturänderungen in der Atmosphäre, 567 
daß die Druckänderung aus der individuellen Temperaturänderung fast genau gegen- 
sinnig der Druckänderung aus der Höhe verläuft, daß also der Druckgang aus der 
Höhe durch individuelle Temperaturänderungen kompensiert werden muß. Die 
Gesetzmäßigkeit muß im Mittel auch zwischen der gesamten lokalen Temperatur- 
änderung und der oberen Druckänderung zu finden sein, da die durch Advektion 
bedingten Temperaturänderungen nur zufällig sind und keinen ausgeprägten Zu- 
sammenhang zu den hohen Druckänderungen haben. Diesen Zusammenhang hält 
auch R. Mügge (12) in den Darstellungen an Hand der Polarjahrbearbeitungen für 
sehr wahrscheinlich. Hieraus läßt sich schließen, daß im Mittel die Temperaturände- 
rungen aus der Vertikalbewegung mindestens von der gleichen Größenordnung wie 
die aus der Advektion sind. Eine recht gute Vorstellung, wie sehr durch die kom- 
pensierende Druckänderung aus der Vertikalbewegung der Druckgang am Boden 
Bewölkung S DOC S@OS 685558 e€ 
Mittlere relative Feuchte 
von 800 — 500 mbar 
Drnckänderung pro Std. 
aus der nicht erfaßten 
Schicht, reduziert auf 
den Boden 
Druckänderung pro Std, 
an Boden, hervorge- 
rufen durch die Temp.- 
Änderung der erfaßten 
Schicht 
— — — Druckänderung infolge 
Advektion 
—°—*— Druckänderung infolge 
individucller Temp.- 
Änderung 
— — — Druckänderung pro 5Std. 
am Boden 
- Druckänderung pro Std. 
amBoden abzüglich des 
Druckanteils aus der 
individuellen Temp.- 
Änderung 
100% 
75% 
50° 
j5° 
Yo 
an 
11007 
175% 
[som 
[5 % 
l9% 
FH 
3 
#7 
‚#2 
A RE rm 
16.Mei 17Mai 16.Mai 
Fig. 2. Lindenberg, 16. bis 18. Mai 1934, 
geändert wird, bekommt man, wenn zu den lokalen Druckänderungen der Höhe 
nur der Druckeffekt aus dem horizontalen Transport addiert wird (siehe Fig. 1, 
S. 566). Insbesondere sei hier auf die Arbeit von Mayer (e) verwiesen, in der 
die Kompensation ausführlich behandelt wird. 
Im folgenden sei etwas ausführlicher auf eines der dargestellten Beispiele 
eingegangen: Da in der Aufstiegsserie vom 16, bis 18. Mai 1934 der Wetterablauf 
am interessantesten ist (Fig, 2), wurde diese Wetterlage zum näheren Vergleich 
herangezogen. Diese Aufstiegsperiode fällt mit dem Durchzug einer Tiefdruck- 
störung durch Deutschland zusammen. Die Störung ist der sommerlichen Jahreszeit 
entsprechend nicht so kräftig wie die voll entwickelten Zyklonen der kalten 
Jahreszeit. 
Bis zum 15. Mai war mehrere Tage hindurch kühle Polarluft nach Deutsch- 
land geströmt, die infolge absinkender Bewegung austrocknete und sich erwärmte. 
Wie die Kurve des Transportes zeigt (Fig, 2), ist am 17. morgens die Advektion 
kälterer Luft beendet; es findet bereits eine geringe Zufuhr wärmerer Luft statt. 
Die dynamische Erwärmung infolge Abgleitens (Zusammensinkens) ist zu dieser
	        
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