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Full text: 65, 1937

Racky, N.: Bestimmung schneller individueller Temperaturändlerungen in der Atmosphäre, 565 
Da v, nicht bekannt ist, ist dies jedoch nicht möglich, so daß jeweils nur die 
durch individuelle Temperaturänderung und Vertikalbewegung gemeinsam hervor- 
gerufenen Erscheinungen betrachtet werden können; eine Trennung der beiden 
Vorgänge ist nicht mehr möglich und man hat Tr YaT. In 
der Formel sind die Glieder der rechten Seite bekannt. Für die linke Seite kann 
man nun die Annahme machen, daß die komplexe Wirkung der beiden Vor- 
gänge (1) nur durch Vertikalbewegungen hervorgerufen sei, dann würde Dt = 0 
sein und alle Temperaturänderungen würden als Folge von Vertikalbewegungen 
angesehen, oder man kann (z) annehmen, daß keine Vertikalbewegungen statt- 
fänden und würde dann alle von Vertikalbewegungen hervorgerufenen Erwär- 
mungen als eine Folge von Strahlung, Kondensation o. a, ansehen. 
Da bei der Berechnung die durch Strahlung besonders beeinflußten boden- 
nahen Schichten ausgeschaltet sind, außerdem die ausgewerteten Aufstiege nicht 
durch Wolkendecken gemacht wurden und in den zeitlich kurzen Abständen 
zwischen den Aufstiegen wesentliche Temperaturänderungen durch Vermischung 
nicht möglich sind, ist unsere obige Annahme (1) berechtigt und man wird in 
den beobachteten Temperaturänderungen im wesentlichen die Wirkung der 
Vertikalbewegung sehen dürfen. Für diese Annahme gilt: 
ÖT 09 dT 
3 Var zz (1-47) oder: Sa (ar mV) 
wobei y den vertikalen Temperaturgradienten und 1-+» den Gradienten der 
potentiellen Temperatur bedeuten, 
Das bearbeitete Material ermöglichte durch seine zeitlich kurz aufeinander- 
folgenden Aufstiege einesteils, und durch die schichtweise Auswertung der Auf- 
stiege andererseits eine recht genaue Berechnung der Vertikalbewegung und 
damit der augenblicklichen individuellen Temperaturänderung in strömender 
Luft. Die berechneten Werte der individuellen Temperaturänderung für die 
einzelnen Schichten eines Aufstieges ergaben in der Regel eine starke Schwan- 
kung der Größe und in manchen Fällen auch Wechsel des Vorzeichens, Die 
gleiche Feststellung war auch beim Vergleich von gleichen Schichten in voran- 
gegangenen und nachfolgenden Aufstiegen zu machen. Da diese Beobachtung 
sich auch weitgehend mit den Beobachtungen der anderen Aufstiegsserien deckt, 
darf man diese Unstetigkeit in der Vertikalbewegung als den tatsächlichen Ver- 
hältnissen entsprechend ansehen. Diese Feststellung deckt sich auch sehr gut 
mit den Beobachtungen von Mildner (z—s), Hänsch (s) und Griesbach (9) bei 
ihren Untersuchungen über die Feinstruktur des Windes, Ebenso lassen sich 
auch aus den Arbeiten von Dietzius (1), Väisälä (20) und W. Schmidt (13-—15) 
ähnliche Schlüsse ziehen, Man wird also nicht fehlgehen, selbst die großen Gleit- 
vorgänge in der Atmosphäre in ihrer Zusammensetzung als stark unstetige 
turbulente Bewegungen sich vorzustellen. Die Bestätigung dieser Annahme von 
unsteten und gegenläufigen Vertikalbewegungen bekommt man auch bei Wolken- 
beobachtungen, z. B. während eines Aufzuges, Man wird sehr oft feststellen 
können, daß die Wolken bei einem Aufzug in verschiedenen Schichten und in 
periodischen Verstärkungen und Abschwächungen heranrücken, Nach den Be- 
öbachtungen über die ungleiche Vertikalbewegung dürfte die Wolkenbildung in 
diesen Schichten durch besonders starkes Aufgleiten innerhalb dieser Schichten 
zu erklären sein, Andererseits ist es auch bekannt, daß ein Aufzug sich selten 
gleichmäßig und stetig vollzieht, sondern daß er in der Regel von sich aller- 
Jings im Laufe der Entwicklung abschwächenden Auflockerungen der Wolken- 
decke unterbrochen ist. Es zeigte sich, daß für gleiche Schichten die Vertikal- 
bewegung von einem Aufstieg zum nächsten genau gegenläufig sein kann, um 
dann wieder zu der vorherrschenden Bewegung zurückzuwechseln. Dieser 
Wechsel ist um so geringer je intensiver die Wettergestaltung ist. 
Nach den Anschauungen von G, Stüve (19) und R. Mügge (1) sind für die 
wetterwirksamen Vorgänge, also Auf- oder Abgleiten, häufig die hohen strato- 
sphärisch bedingten Druckänderungsgebiete maßgebend, und zwar bedingt oberer
	        
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