Feldhusen, W.: Über das Einschalten in der ABC-Tafel.
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Beispiel: Es sei g=50°N, 0=30’N, t= 100m, Die zugehörige Höhe
ist dann 67° 02’. Tabellenwert 1 = 1.35
Tabellenwert 2 = 081
1—2 = 0.55.
Die Azimutänderung beträgt also } Grad pro Zeitminute,
Allgemeine Abschätzungen. Um aber nun zu allgemeingültigen Regeln über
das Einschalten zu kommen, müssen wir die obigen Differentialformeln abschätzen,
Wie schon ein Blick auf die Tabellen 1 und 2 lehrt, ist in sehr vielen Fällen die
Azimutänderung pro Zeitminute unter } Grad, besonders wenn @ und ö ungleich-
namig sind, also bei niedrigen Höhen. Es erhebt sich nunmehr die Frage: „Gibt
es eine obere Grenze für alle Gestirnshöhen, für die.die Azimutänderung pro
Zeitminute stets kleiner als } Grad ist?“
Formel (1) läßt wegen cos q und sec h deutlich erkennen, daß während der
Kulmination der Azimutfehler pro Zeitminute am größten wird, da dann cos q = 1
und sec h am größten ist. Dann vereinfacht sich die erste Differentialformel zu
da<-—co8 8. 86Chn, worin ha= 90° — (@— 8) ist. :
Folglich:
das lese
{3}
Je nachdem, ob @ und 6 gleichnamig oder ungleichnamig sind, ergeben sich
nach dieser Formel die Tabellen 3 und 4 mit den Eingängen @& und 5, die
hier angefügt sind:
Tabelle 3: @ und $ gleichnamig, Tabelle 4: @ und $ ungleichnamig.
Azimutänderung pro Zeitminute während der Kulmination,
- . ; ——— ;
Fo 10120130 | 40 | sol 60 6° 9 110 120180 | 40 | 50 | 60
,K — U FI „> >> — ——— —— =“ EEE DE VE
0 — |244|0.67 245.020 021 0.14 dd — [ns 0.67] 0.43 0.30 | 0.21 | 0.14
10 1.47 | — 11.31|0.61[0.37 | 0.24 1 0.17 100 144 0.72 0470.34 025 |0.19 | 0.13
20 1072|1.44' — |1.26 | 0.54 [0.33 | 0.20 20 _ !0.7310.49 10.37 | 0.27 0,22 0.17 0.13
30 ' 0,50[0.71|1.39}_— | 1.08 [0.45 | 0.26 30 10.50 0.38 | 0.31 | 0.26 [020 | 0.16 | 0.13
40 0.391 0.48 [0.69 11.27 | — |0.91 [0.36 40 re 0.27 | 0.23 | 0.19 | 0.16 | 0.13
50 De 064 1.15 — 0.78 50 033 0,28 0.25 |0.22 10.19 0.16 0.13
[eo 1.0.28 10.32 | 0.37 | 0.45 [0.59 | 1.021 — 60 _0.2810.26 10.24 029 10.19 0.17 0.14 |
Die eingerahmten Tabellenwerte ergeben einen Azimutfehler, der kleiner als
0.5° ist. Untersucht man hierzu die zugehörigen Kulminationshöhen, so findet
man, daß sie stets kleiner als 60° sind. Siehe folgende Tabellen 5 und 6:
Kulminationshöhen.
Tabelle 5: @ und $ gleichnamie. Tabelle 6: w und $ unryleichnamig.
> 0 1020 130 | 40 | 50 | 60 „7 011020! 30140 | 50! 60
0) 90 | so| z0| 60| 50} 40| 30 _0_ 2% | 80 | zo a 50 m 30
_10 1 80 | %0 | 80 | 70 | 60 60 | 40 10 _ 80 _70|_60 | 50 | 40| 80 | 20
20 | 70 80 90 80 70 60 50 20 70 | 60 _50| 40 s0| 20‘ 10
em ml m lm 60 30! 60 | 50 | 40 30 | 20| 10 _0
40 150160 70|80|90|80| 70 40 150 40130/2010] 0! —
REICH DOES
L- 30 ' 40' 50! 60| 70| 80| 90 |, 60 30__20_ 10| 0|— ZA
Es ergibt sich hieraus also das allgemeine Ergebnis:
il Sind die Gestirnshöhen kleiner als 60°, dann ist der Azimutfehler pro
Zeitminute stets kleiner als 0.,5°