Dietrich, G.: „Die dyn. Bezugsfläche“, ein Gegenwartsproblem der dyn. Ozeanographie, 519
Deutlich kommt an Hand unseres Beispieles auch die Beeinflussung der
horizontalen Druckgradienten durch die internen Wellen zum Ausdruck, Die
Nachbarstationen „Meteor“ 198 ist eine gewöhnliche hydrographische Station,
von der unbekannt ist, bei welcher Phase der inneren Wellen die Beobachtungen
gewonnen wurden. Da die Station zudem sich über vier Stunden ausdehnt, erfaßt
sie nicht den Zustand bei einer bestimmten Phase, sondern die wechselnden Ver-
hältnisse beim Durchgang eines Teiles einer Welle, Wie die Gegenüberstellung
der dynamischen Höhen auf der Dauerstation und der einfachen hydrographischen
Station zeigt (Tabelle 4), können die horizontalen Gradienten innerhalb eines
beachtlichen Spielraumes in den oberen Schichten schwanken, Nicht nur die
Absolutwerte, sondern auch die Richtungen werden dabei betroffen, Die nach den
bisherigen Methoden berechneten dynamischen Topographien und alle daran an-
schließenden Untersuchungen, wie Geschwindigkeits- und Transportberechnungen
werden demnach bei schwachen horizontalen Gradienten in hohem Maße von der
rein zufälligen Lage der Beobachtungen zu den unbekannten Phasen der inneren
Wellen bestimmt. Daß sich unter diesen Umständen Darstellungen der dyna-
mischen Topographien außerhalb starker Druckströme mit zunehmender Stations-
dichte verwirren, darf nicht mehr verwundern. Außerdem erkennt man, daß mit
zunehmender Tiefe der dynamischen Bezugsfläche durch die Integration über
die Wassersäule sich die störende Wirkung der inneren Wellen auf die dyna-
mischen Höhen nur verstärkt,
Die aufgezeigten Einwirkungen der inneren Wellen auf das Druckfeld im Ozean
verdeutlichen zugleich, daß mit den schwierigen Fragen der dynamischen Bezugs-
fläche die Probleme der dynamischen Methode in der Ozeanographie nicht
erschöpft sind,
Die erdmagnetische Deklination in Ostpreußen für 1935.0.
Von F,. Errulat, Hamburg.
Im Rahmen der von A, Nippoldt und H. Reich mit Hilfe der Deutschen
Forschungsgemeinschaft ins Werk gesetzten erdmagnetischen Reichsaufnahme
wurden in den Jahren 1934 und 1935 durch den Verfasser in Ostpreußen
Messungen von D, H und J an 47 Stationen vorgenommen. Bis auf 3 Stationen,
deren Vermessungsgrundlagen noch nicht vollständig sind, liegen die Werte für
D vor und werden für die Epoche 1935.0 in der Tabelle mitgeteilt,
Die Meßpunkte, welche grundsätzlich Punkte der trigonometrischen Landes-
aufnahme waren, wurden durch R. Bock in Potsdam nach den Punktverzeichnissen
der Landesaufnahme gewählt. Es wurde dabei von dem Gesichtspunkte ausgegangen,
starke Störungen, besonders in Z, zu vermeiden. Bei der gedrängten Lage der be-
kannten regionalen und lokalen Störungen in Ostpreußen war das natürlich schwer
durchzuführen; es war daher hier damit zu rechnen, daß sich starke örtliche Ab-
yeichungen vom normalen Felde nicht würden vermeiden lassen. Außerdem war es
erwünscht, möglichst viele Stationen der von Edier und Eschenhagen durch-
geführten und von Ad.Schmidt herausgegebenen erdmagnetischen Landesaufnahme
[. Ordnung?) in das neue System aufzunehmen, um ein sicheres Bild von der Größe
der Säkularvariation zu erhalten; es konnten jedoch nur an 5 Stationen, in der
Tabelle mit * bezeichnet, Wiederholungsmessungen vorgenommen werden.
Die Messungen wurden ausgeführt mit dem Reisetheodoliten Schulze 544,
mit Pinnenlagerung eines Röhrenmagneten; die Ablesungen erfolgten mittels
Schätzmikroskops und gaben 0.1. Die Nordpunkte wurden grundsätzlich durch
Anschneiden von Punkten der Landesaufnahme bestimmt. Nur in einem Falle
mußte das Sonnenazimut zu Hilfe genommen werden.
Als mittlerer Fehler der Nadeleinstellung wurde für die Lage I oben +0,40’, für II
oben + 0.21’ ermittelt; bei der Mittelbildung aus den Einstellungen Io und I1o er-
gaben sich für die Sicherheit des magnetischen Meridians Werte von -+ 0.05’ bis + 0,8‘.
Die Angabe von Zehntelminuten kann also nur den Wert von Rechengrößen haben.
) Veröff, d. Kgl. Preuß. Meteorol, Inst., Abh. Bd. IV, Nr. 12, Berlin 1914.