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Full text: 65, 1937

12 Aunalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1987, 
In der Tabelle 1 sind die Lagen von 14 isobaren Flächen zusammengestellt, 
die auf Grund der drei verschiedenen Bezugsflächen berechnet wurden. Die 
Abb. 2 gibt die graphische Zusammenfassung der Ergebnisse. In den hohen 
Unterschieden der dynamischen Höhen der gleichen isobaren Flächen spiegelt 
sich die entscheidende Bedeutung der Wahl der Bezugsfläche, So übertrifft die 
starke Erhebung der Meeresoberfläche zwischen den Stationen 1229—1227, die 
den Bereich des Golfstromes charakterisiert, wenn sie auf 2000 d-bar bezogen 
wird, nahezu um das Doppelte die Erhebung, sobald diese auf die Bezugsfläche 
im O,-Minimum bezogen wird. 
Tabelle 2. Berechneter Wassertransport (in Mill. cbm/sec) zwischen den einzelnen „Atlantis*- 
Stationen bei drei verschiedenen Bezugsflächen (+ in Richtung des Golfstromes). 
| Bezugsfl. }1231—30 | 1230—29 ! 1229—28 | 1228—27 | 1227—26 | 122625 | Sara 
2000 d-bar | — 131 | 40.90 +13.15 4+377 | 63,32 
1000 d-bar | — 0.80 | +12.18 + 7,30 +029 | 49.89 
O,-Minim, | +0.168 +0,36 + 388 | +001 | 31.75 
Es braucht nicht besonders betont zu werden, daß alle weiteren Berech- 
nungen, die sich auf diese dynamischen Topographien stützen, wie die Geschwin- 
digkeitswerte oder Volumen-, Wärme- und Salztransporte entsprechend starke 
Unterschiede aufweisen. Als Beispiel soll ein kurzer Hinweis auf die Unter- 
schiede in den Ergebnissen der berechneten Geschwindigkeiten und Volumen- 
iransporte genügen. In der Achse des Golfstromes zwischen den Stationen 1229 
and 1228 verhalten sich bei der linearen Beziehung zwischen Neigung der isobaren 
Flächen und Geschwindigkeit die errechneten mittleren Oberflächengeschwindig- 
keiten bei den verschiedenen Bezugsflächen (2000-, 1000 d-bar, O,-Minimum) wie 
43.8 :42,7: 83.4, oder in Geschwindigkeitswerten ausgedrückt 124: 121: 95 ocm/sec. 
Dehnt man diese Berechnung auf den Streifen zwischen den Stationen 1229—1227 
aus, dann verschiebt sich das Verhältnis der mittleren Oberflächengeschwindig- 
keiten bereits auf 113: 103: 64 cm/sec. Noch augenscheinlicher werden die Ergeb- 
nisse der Transportberechnungen von der Wahl der Bezugsfläche beeinflußt. In 
der Tabelle 2 sind die errechneten Volumentransporte zwischen den einzelnen 
Stationen in ihrer Abhängigkeit von den drei verschiedenen Bezugsflächen zu- 
sammengestellt, Für die Berechnung wurde der neue Ausdruck von A. Jak- 
heiln*) verwendet: 
Z Z; 
Ö 
Van [sata feade) — (82 zip — ende) ]mtsee. 
0 n 
Darin sind &4 und &% die Anomalien der dynamischen Tiefe auf den 
Stationen A und B, zı die Tiefe der Bezugsfläche. Die Methode hat hier den 
Vorzug, daß die stets etwas individuelle Planimetrierung der Geschwindigkeits- 
profile ausgeschaltet ist. Auf eine volle Erfassung des Transportes im Golfstrom 
und damit die Abgrenzung auf der rechten Flanke zwischen Station 1227 und 
1226 („interpolierte Station“ von G. Wüst) ist hier kein Gewicht gelegt worden, 
Im Hauptstromstrich zwischen den Stationen 1229—1227 verhalten sich die 
verschieden berechneten Transportmengen wie 52.0:41.4:23.4 x 10° m?/sec, Der 
Gesamttransport des Golfstromes durch den angeführten „Atlantis“-Schnitt wurde 
vom Verfasser!) zu etwa 31x 10° m*/sec, von G. Wüst!) auf der ähnlichen 
Grundlage zu 31,38 x 10° m*/sec angegeben, dagegen ermittelt C. O’D. Iselin?) 
mit 2000 d-bar als Bezugsfläche 82.25 x 10° m*/sec, ein Unterschied, der in vollem 
Umfange durch die Wahl der Bezugsfläche begründet ist. Eindringlicher als durch 
diese Unterschiede in den Ergebnissen kann die Bedeutung der dynamischen 
Bezugsfläche für die quantitativen Untersuchungen kaum aufgezeigt werden. 
Sobald man die Bedeutung der Wahl der Bezugsfläche erkennt, wird man 
bei dem hohen Maße der Unsicherheit, besonders bei allen Strommenge- 
betrachtungen, einzelnen tiefgreifenden quantitativen Folgerungen, die sich eng an 
5) A, Jakhelln: The water transport of gradient currents, Geofys, Publikasj. Vol, X1, No. 1, 
(Klo 1988.
	        
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