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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1937,
Leider sind bei dieser Grönland-See-Beobachtung die von G. Schröder ge-
nannten Voraussetzungen!) für eine möglicherweise minutenlange Wahrnehmung
des „Grünen Strahles“ noch nicht erfüllt gewesen; wem sich eine solche Ge-
Jegenheit darbietet, der sollte nicht versäumen, sie auszunutzen!?)
Die Genauigkeit der Temperaturmessung bei Registrierballonaufstiegen.
Von Friedrich Nagel, Hamburg.
(Hierzu Tafel 63.)
Zusammenfassung: Aus 10 Registrierballonaufstiegen, die in dreistündigem Abstand während
einer stationären Hochdruckwetterlage gestartet worden sind, werden — nach Korrektur der zwischen
8 und 17 Uhr auftretenden Basisverstrahlungen — die erzielten Temperaturmeßgenauigkeiten (ein-
schließlich Fehler der Druckmessung) abgeschätzt und (bei Steiggeschwindigkeit 300 m/Minute) Ver-
strahlungen in der Stratosphäre bis zu 7° nachgewiesen,
J. Einleitung.
A. Material. Vom 30. zum 31. Mai 1934 wurden von der Meteorologischen
Versuchsanstalt der Deutschen Seewarte in Hamburg-Fuhlsbüttel 10 Registrier-
ballonaufstiege in dreistündigem Abstand unter der Initiative und Leitung von
J. Georgi ausgeführt. Zu den Ballonaufstiegen am Tage fanden 7 Aufstiege
mit dem Klemmflugzeug der Deutschen Seewarte statt. Ferner wurde der Auf-
stieg der Hamburger Wetterflugstelle vom 31. Mai 1934 zum Vergleich benutzt.
Sämtliche Apparate der Registrierballonaufstiege wurden gefunden, Der
Aufstieg vom 31, Mai 04 Uhr 13 Min., der gelegentlich mit 3a bezeichnet wird,
war wegen Beschädigung des Bourdonrohres nicht auswertbar, Die übrigen
Aufstiege werden im folgenden der Reihe nach mit 1 bis 9 benannt. Die von
der Meteorologischen Versuchsanstalt ausgeführten Flugzeugaufstiege konnten
zur Bestimmung des täglichen Ganges der Lufttemperatur if den bodennahen
Schichten mit herangezogen werden; für exakte Temperaturbestimmungen waren
diese Aufstiege nicht geeignet.
B. Wetterlage. Zur Zeit dieser Aufstiege lag ein Hoch über dem mittleren
Europa mit einem Kern von 1025 mb über der Nordsee. (Täglicher Wetter-
bericht der Deutschen Seewarte Hamburg.) Aus den Wetterkarten dieser Tage
sind auch die geringen Druckänderungen am Aufstiegsort zu ersehen. In Fig. 1
ist die Lage der Fundorte der Apparate dargestellt. Obwohl die Ballone teil-
weise beträchtliche Höhen erreichten, sind die Entfernungen der Fundorte vom
Aufstiegsort gering, weil sowohl am Boden als auch in der Höhe kleine Wind-
geschwindigkeiten vorhanden waren. Während der ganzen Aufstiegsperiode war
wolkenloser Himmel und gute Sicht (siehe Tabelle 1 auf S. 497). Die Luft war also
im langsamen Absinken begriffen, wie es für ein Hoch charakteristisch ist, und
ein Luftkörperwechsel hat nicht stattgefunden. Offenbar lag zur Zeit dieser
Aufstiege ein stationäres Hoch über Hamburg. Daher sind diese Serienaufstiege
dazu geeignet, die Genauigkeit der mit Registrierballonen durchgeführten Tem-
peraturmessung in der Atmosphäre zu bestimmen, insbesondere die in der Strato-
sphäre auftretenden Verstrahlungsfehler.
Il. Die Auswertung der Registrierkurven.
[In diesem Abschnitt werden Hinweise auf das hier angewendete Verfahren
bei der Auswertung gegeben. Ausführliche Abhandlungen über die Auswertung
siehe [1], [2], [3]%-] . ea
A. Bestimmung der Basislinien.
Bevor mit der Auswertung der Registrierkurven begonnen werden kann,
müssen die Basislinien der Registrierung für die drei Elemente Druck, Tempe-
ratur und Feuchte in die Eichblätter eingetragen werden. Zu dem Zweck sind
‘) „Zweites Köppenheft“ der Ann. d. Hydr. [1936], Seite 91.
2% Unseres Erachtens müßte es einem Flieger möglich sein, den Augenblick des Sonnenunter-
oder -aufganges künstlich zu verlängern und so vielleicht aus dem Sekunden-Phänomen des „Grünen
Strahles‘“ gewissermaßen „zeitlupenartig‘“ eine Minuten-Erscheinung zu machen. Die Schriftwaltung.
3) Die Zahlen in den eckigen Klammern verweisen auf das Literaturverzeichnis am Schluß der Arbeit.