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Full text: 65, 1937

(80 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1937. 
sehr häufig vor, daß auf See unmittelbar unter der Küste ein anderes Wetter 
herrscht als innerhalb der Inseln und Fjorde. Ist beispielsweise draußen Sturm 
bei klarem Wetter, so wird die ruhige Fjordfahrt vorgezogen, und umgekehrt 
wird bei diesigem Wetter im Küstenbereich lieber der Sturm draußen in Kauf 
genommen, 
So konnte der Verf, von der Bäreninsel auf einem Fischdampfer heimkehrend, 
am 27, Juli 1937 bei einer Fahrt durch den Westfjord, der die Inselgruppe der 
Lofoten von dem norwegischen Festlande trennt, das Beispiel einer Scheidung 
zweier Luftmassen durch die Lofoten erleben. Während an der Westflanke 
dieser Inselkette die kühle Nordmeerluft, die für Nordwestdeutschland in der 
letzten Juliwoche dieses Jahres so anhaltend trübes, regnerisches Wetter brachte, 
nach Süden strömte, herrschte im Westfjord jene skandinavische Sommerluft, 
die später auch in Norddeutschland 
ihren Einzug hielt, Die Lage am 
27. Juli um 14h wird durch beifolgende 
Wetterkartenskizze (Fig. 1) veran- 
schaulicht VYoneinem Tiefkern 1000 mb 
über der Insel Gotland erstreckte sich 
ein Ausläufer 1010 mb über die Lo- 
foten hinweg bis über Tromsö hinaus, 
Im Seeraum vor der Küste herrschten 
bis Mittelnorwegen zwischen Nord und 
Nordwest schwankende Winde, die 
an der Westflanke der Lofoten die 
Stärke 4—5 erreichten, während über 
dem nordskandinavischen Festland 
schwache Südost- bis Ostwinde vor- 
handen waren, die Warmluft um die 
Nordseite des Ostseetiefs heranführten. 
Eine breite, vom norwegischen Küsten- 
bergland weit auf See hinausreichende 
Aufklarungszone an dem sonst mit 
Stratus ganz bedeckten Himmel kenn- 
zeichnete bei Annäherung des Schiffes 
an die Nordwestküste Norwegens das 
(öhnige Absinken dieser östlichen Strö- 
mung an der Steilküste,. Über dem 
Westfjord war es dabei ebenfalls 
wolkenlos, während sowohl an der 
östlichen Begrenzung des Fjords, über 
den Bergen der norwegischen Küste, 
als auch auf der Westseite, über den Lofoten, lebhafte Cumulus-Bildung vor- 
handen war z. T, in Cast.-Form, die eine über den Lofoten liegende Stratusschicht 
durchstießen. 
Im Laufe des Nachmittags entwickelte sich ein Teiltief von 1010 mb über 
den Lofoten, das während der Nacht ostnordostwärts bis Vardö sich verlagerte, 
Die Ausbildung dieses Tiefs erfolgte bei allseitig steigendem Barometer, wie aus 
der Wetterkartenskizze ersichtlich ist. 
Bei der Fahrt durch den Westfjord nach Süden auf dem in der Wetter- 
kartenskizze (Fig, 1) durch eine gestrichelte Linie angedeuteten Kurse wurde 
folgender Witterungszustand angetroffen, Bis 14,30% war es windstill. Dann 
setzte SW-Wind von Stärke 1 ein und um 1450h fuhr der Dampfer in eine scharf 
begrenzte Nebelwand hinein, Dieses Nebelgebiet hatte eine Nord-Süd-Erstreckung 
von etwa 6 Sm. Nach Verlassen des Nebelgebietes drehte der Wind gegen 15,30% 
rasch von SW nach NW zunächst unter gleichbleibender Stärke 1. Gleichzeitig 
kam Stratusbewölkung auf und von 17% ab blieb der Himmel ganz bedeckt mit 
Strato-Nimbus, Der NW-Wind war inzwischen auf Stärke 3 aufgefrischt. Durch 
den Bergwall der Lofoten, der als wildzerrissene, teilweise unmittelbar aus dem 
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