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Full text: 26, 1898

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1898, 
In der Nacht vom 4. zum 5. entwickelte sich über Mitteleuropa ein von 
dem Skagerrak nach Oesterreich gestrecktes Hochdruckgebiet, das sich am 5. 
nordwäris verlagerte und mit einem anderen im Nordosten gelegenen zu einem 
von Nordwestrussland über Skandinavien reichenden Hochdruckgebiet gestaltete, 
so dafs am 5. an der ganzen Küste Winde aus östlichen Richtungen und trockene 
Witterung mit steigender Temperatur im Westen eintraten, 
Das Hochdruckgebiet breitete sich nun über Nordeuropa aus und erhielt 
sich hier bis zum 11., während der Kern hohen Druckes nach dem Ozean im 
Nordwesten schritt, so dafs bei relativ niedrigem Druck über dem kontinentalen 
Europa während dieser Tage an der Küste meist nordöstliche bis östliche Winde 
herrschten, unter deren Einwirkung die Temperatur fast stetig anstieg und 
heiteres Wetter an der Ostsee bestand; Regen fiel an diesen Tagen nur an der 
Nordsee vielfach am 7. und vereinzelt am 8. und 11. im vorübergehenden Bereich 
von flachen Depressionen über Nordwestdeutschland. 
Als sich am 12. eine im Südosten liegende Depression zunächst nordwärts 
und dann von Osteuropa westwärts über Skandinavien ausbreitete, wurde das 
Hochdruckgebiet nach Nordwesteuropa zurückgedrängt, und es trat nun beim 
Herumgehen der Winde nach Nord kühlere Witterung ein; diese erhielt sich 
wenig verändert bis zum 16., da die Winde aus nördlichen Richtungen bestehen 
blieben, an der Ostsee am 14. bis 16, bei vorwiegend heiterem Himmel, Als 
das Maximum sich am 13. und 14. wieder ostwärts über Europa ausbreitele, 
frischten die Winde an der östlichen Ostsee vielfach stark auf und webten am 
14. an der preufsischen Küste vielfach stürmisch, auch traten am 13. und 14. 
Regenfälle im Westen und Osten der Ostsee auf, 
In der Folgezeit war die Küste meist im Bereich von Depressionen, 
deren Centren auf der Nordseite der Küste lagen, so dafs trübes und regnerisches 
Wetter bei Winden aus meist westlichen Richtungen andauerte. Nachdem sich 
am 16. und 17, der Kern des Hochdruckgebietes von den Britischen Inseln nach 
der Biscaya-See verlagert hatte, schritt zunächst am 18. und 19. eine tiefe 
Depression von Nordwesten her über Südskandinavien nach Westrussland, die 
am 19. an der Küste von stürmischen Winden begleitet war und bei dem Fort- 
bestehen nordwestlicher Winde keine Temperaturänderung herbeiführte, Eine 
vorübergehende Erhöhung der Temperatur am 22. und 23. oder an einem dieser 
Tage rief eine nachfolgende, am 20. bis 23. von Westen her über Skandinavien 
nach Nordosteuropa schreitende Depression hervor, die bei ihrem Herannahen 
an der mittleren Ostsee auch mehrfach stürmische novdwestliche Winde ver- 
uırsachte. Am 24. bis 26. schritt eine andere Depression von Westen her über 
die Britischen Inseln nach Nordfrankreich und eine weitere von der Adria her 
nordwärts nach der südlichen Ostsee, während der Luftdruck im Westen über 
dem Ozean stark stieg. Indem sich das am Abend des 26. vom Kanal über 
Norddeutschland gestreckte Gebiet niedrigsten Luftdruckes an den folgenden Tagen 
nach Skandinavien verlagerte und sich der hohe Luftdruck von der Biscaya-See 
aer über dem Westen des kontinentalen Europas ausbreitete, erhielten sich an 
der westdeutschen Küste die Winde aus westlichen Richtungen, während im 
Osten, bedingt durch ein sich von Südosten her über Osteuropa ausbreitendes 
Hochdruckgebiet, sich vorwiegend Winde aus östlichen Richtungen geltend 
machten, die höhere Temperaturen herbeiführten. Ein durch Polen nordwärts 
nach der südöstlichen Ostsee vordringendes Minimum verursacht hier an der 
preufsischen Küste am 30. die angeführten sehr erheblichen Regenfälle. 
Gedruckt und in Vertrieb bei E. S. Mittler & Sohn 
Königliche Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei 
Berlin SW, Kochstrafse 68—71.
	        
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